Deutsche Minderheit

Beim MTV Apenrade steht ein Wechsel an der Spitze an

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Gösta Toft möchte den Vorsitz des MTV Apenrade gerne abgeben.

Der Apenrader Sportverein „Mein Sportverein Apenrade“ (MTV Apenrade) profitiert von den Kooperationen mit dem Jugendverband und dem Deutschen Gymnasium für Nordschleswig. Der Verein wird jünger und die Angebotsvielfalt nimmt zu. Der derzeitige Vorsitzende Gösta Toft möchte den Vorsitz abgeben – um jüngeren Generationen Platz zu machen, die näher an den Bildungsstätten dran sind.

Beim kommenden Planungstreffen am Mittwoch (19. Februar) ist es zwar kein Tagesordnungspunkt, aber an der Spitze des MTV Apenrade zeichnet sich ein Wechsel ab. Der langjährige Vorsitzende Gösta Toft möchte seinen Posten gerne abgeben, wie er dem „Nordschleswiger“ am Telefon sagte. „Ich habe das einige Jahre gemacht und bin jetzt 73 Jahre alt.“ Er habe selbst keine so große Verbindung zu den Schulen und da gebe es Leute, die da näher dran sind, so Toft zu den Gründen.

Die angestrebte Verjüngungskur kommt nicht von ungefähr. Der MTV ist seit einiger Zeit erfolgreich dabei, jüngere Mitglieder für sich zu begeistern – unter anderem durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) und dem Deutschen Jugendverband für Nordschleswig (DJN). „Wir haben jetzt 150 Mitglieder und mehr Kinder und Jugendliche“, sagt Toft und spricht von einer positiven Entwicklung.

Kooperationen tragen Früchte

Die Kooperation mit dem DGN, aus der unter anderem die Faustball-Sparte resultiert, ist ein Beispiel. Durch das Engagement von Christian Flader, Trainer beim DJN, bietet der MTV zudem erfolgreich Schwimmkurse und Tischtennis an. „Das haben wir diese Saison angefangen und das läuft ganz gut“, berichtet Toft. 16 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 14 Jahren seien in einer Tischtennis-Gruppe dabei. Bei den Erwachsenen lief es schlechter an, mittlerweile seien es aber immerhin acht Teilnehmende.

Bei der Planungssitzung soll der ganze Bereich durchgesprochen werden, denn nicht überall läuft es ganz rund. „Es gibt ein paar Probleme beim Padel und wir haben ein neues Angebot mit Pickleball“. Auf einem Badmintonfeld wird dabei ein gelöcherter Kunststoffball per Schläger über ein Tennisnetz befördert. Daher soll es bei dem organisatorischen Treffen neben Berichten aus den Sparten auch um Tag und Zeitpunkt der bestehenden und der neuen Angebote gehen. Außerdem stehen die Kommunikation und die Sichtbarkeit des MTV auf der Tagesordnung.

Toft lobt „gute Verbindungen“

Einige Mitglieder wollen auch an Wettbewerben teilnehmen, was der MTV alleine gar nicht stemmen könnte. Daher sei die Zusammenarbeit mit dem DJN so wichtig. „Die Mischung aus Ehrenamt und Profis sorgt für Erfolg“, sagt Toft

Ebenfalls involviert ist die Schulfreizeitordnung KiM (Kind im Mittelpunkt) an der deutschen Privatschule Apenrade sowie die Kindergärten Jürgensgaard und Loit Schauby. Von hier kommen auch junge Leute zum Kindersport.

„Das sind richtig gute Verbindungen“, sagt Toft, der lobend hervorhebt, dass sich Schülerinnen und Schüler des DGN selbst als Trainerinnen und Trainer angeboten haben. Für die Zwergenbande „Trille Trolle“ habe man so nach dem Weggang von Lucie Junge schnell Ersatz für die Kindersportabteilung gefunden.

„Die jungen Leute wollen sich engagieren und natürlich etwas dazuverdienen und wir als Verein können uns das glücklicherweise auch leisten“, so Toft. Hier versuche der MTV weiterhin am Ball zu bleiben, um mehr junge Menschen für die Vereinsarbeit zu begeistern.

Aktion „Wir machen Gemeinschaft“

Dabei helfen soll eine Aktion von Schleswigscher Partei und Sozialdienst. Unter dem Motto „Wir machen Gemeinschaft“ treffen sich Interessierte am 4. März von 17 bis 20 Uhr auf dem Knivsberg um darüber zu diskutieren, wie die Vereinswelt der Zukunft aussieht, was die Menschen wollen und was in den Vereinen vor Ort besser gemacht werden kann. Vorab können Ideen, Erfahrungen und Meinungen zum Thema Vereinsleben und Freiwillige Arbeit online eingereicht werden.

Toft etwa sieht beim Erwachsenenangebot und im Seniorenbereich noch Potenzial und ebenfalls beim Thema Gemeinsamkeit. „Wir haben intern einen sehr guten Zusammenhalt, aber uns fehlt ein wenig die Gemeinschaftlichkeit. Auch deshalb, weil wir zum Beispiel kein Vereinsheim haben.“

Entscheidung über Vorsitz wohl erst im März

Die Zukunft des Vorsitzes werde auf der Sitzung nur am Rande besprochen, sagt Toft. Eine Entscheidung ist daher wohl auf der Generalversammlung am 18. März zu erwarten. Kassiererin Anja Eggert würde den Vorsitz wohl übernehmen, so der 73-Jährige. „Dann müsste aber jemand Anja entlasten.“

Eggert selbst sagt auf Nachfrage, sie kümmere sich derzeit um sehr viele Aufgaben beim MTV – neben der Kasse betrifft das unter anderem die Mitgliederverwaltung. Sollte sie den Vorsitz übernehmen, wäre ihre Voraussetzung, dass sie einige der Aufgaben abgeben kann.

Anja Eggert