Deutsche Minderheit

ARV-Nachwuchs hatte Spaß beim Ruderbattle in Sonderburg

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Für das abschließende Abwerfspiel wurden die Ergometer sternenförmig im Kreis platziert.

Der dänische Ruderverein der Alsenmetropole hatte am ersten Februarwochenende zu einem Ergometerwettkampf für Kinder und Jugendliche eingeladen. Auch wenn es eine Fahrt ins Ungewisse war, so erwies sich das Abenteuer als äußerst lohnenswert.

Der Apenrader Ruderverein (ARV) war von Sønderborg Roklub zu einem „Ro Battlefür Kinder und Jugendliche eingeladen worden. Dass der Wettkampf an Ergometern ausgetragen werden würde, war den Apenradern bekannt. Was man sich aber konkret unter einem Ruderbattle vorzustellen hatte, wusste man im ARV-Lager indes nicht so richtig.

„Wir ahnten zum Beispiel nicht, welche Distanzen gerudert werden sollten. Wir konnten uns deshalb nicht gezielt darauf vorbereiten, so wie wir es für die Dänischen Meisterschaften vor einigen Wochen in Kopenhagen getan hatten“, sagt ARV-Trainerin Maria Aas.

Wiedersehen mit Siri und Ava

Fünf Jugendruderinnen und -ruderer sowie ebenso viele Eltern und Maria als Trainerin waren bereit, den Sprung ins Ungewisse zu wagen. Besonders freute sich die Gruppe aus Apenrade auf ein Wiedersehen mit zwei Ruderinnen von der Germania Sonderburg. Mit Siri und Ava war die ARV-Jugend im Januar zur DM gefahren. Auch die beiden Schwestern hatten sich für den Wettbewerb des dänischen Rudervereins angemeldet.

„Die Sprache war eine wunderbare Mischung aus Dänisch und Deutsch“, erzählt Maria Aas.

Insgesamt zählte die Veranstaltung zwölf Nachwuchsruderinnen und -ruderer aus drei Vereinen. Alle kamen gut miteinander ins Gespräch – genau wie die Erwachsenen.

Rudern und Rechnen

Abschließend gab es für alle eine Medaille.

Die erste Ruderrunde hieß „1+2-3 Minuten“. Dahinter verbarg sich ein interessanter Wettbewerb: Zuerst ruderten die Teilnehmer genau eine Minute. Nach einer kurzen Pause musste zwei Minuten lang gerudert werden. Erneut konnten die Teilnehmenden kurz verschnaufen, bevor sie nun ganze drei Minuten rudern sollten. Und nun ergab der kryptische Wettkampftitel plötzlich Sinn: Die ersten beiden Distanzen wurden nämlich zusammengezählt, die letzte wurde abgezogen. Und ob wohl jemand genau 0 Meter erreichte? Eine Person schaffte es, aber alle anderen waren nah dran.

Staffelrudern bei „Nacht“

Der Titel der nächsten Runde lautete „Le Mans“. Allerdings sollte nicht wie beim gleichnamigen Motorsportevent ganze 24 Stunden gerudert werden, sondern „nur“ 24 Minuten und das in einer Art Staffelrennen, bei dem nebenher auch noch gegessen werden musste. Ein Team bestand aus jeweils drei Personen. Außerdem wurde der Raum verdunkelt, um ein „Nacht-Feeling“ herzustellen. Es mussten Lichter auf den Ergometern angebracht werden. „Alle halfen sich gegenseitig – sowohl beim Wechseln als auch beim Essen“, erzählt Maria Aas.

Völkerball-Variation auf dem Ergometer

Diese fröhliche Medaille erhält sicherlich einen Ehrenplatz in einigen nordschleswigschen Kinderzimmern.

Besonders lustig war das abschließenden Abwerfspiel auf den Ergometern. Fast alle Kinder in Dänemark kennen „Stikbold“, das dem deutschen Völkerball sehr ähnlich ist. Allerdings waren die Regeln so abgeändert worden, dass man es auf dem Ergometer sitzend spielen konnte. Denn: Wegrennen war ja unmöglich.

Die Ergometer wurden sternförmig aufgestellt. Es waren nur Unterarmwürfe erlaubt; „Hammerwürfe“ waren verboten. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, wurden ständig neue Regeln hinzugefügt. „Diese Art Abwerfspiele kennt man wohl, aber auf einem Ergometer war das doch eine neue Erfahrung. Es war richtig lustig mitanzusehen“, erzählt Maria Aas.

Für das leibliche Wohl der Teilnehmenden hatten die Veranstalter gesorgt. Es gab Saft, selbst gebackene Brötchen und Kuchen. Die Erwachsenen bekamen Kaffee.

Medaillen für alle

Zum Abschluss erhielten alle Ruderinnen und Ruderer eine Medaille. Es gab zudem drei Hauptpreise. Sie wurden per Losentscheid vergeben. Damit nicht genug: Jeweils eine Vertreterin oder ein Vertreter der teilnehmenden Vereine erhielt ein zusätzliches Geschenk.

„Preben, Torben und Erwin, die Jugendtrainer in Sonderburg, haben ein fantastisches Event organisiert, und wir freuen uns schon aufs nächste Mal! Wir sind uns einig: Nächstes Jahr kommen wir wieder zum Ro Battle, und im Sommer veranstalten wir ein eigenes Regatta-Event in ARV“, kündigt Maria Aas an.