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125 Jahre Maschinenhandlung: Jubiläum im Familienbetrieb Hans Holm

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Die Familie Holm mit Else, Vivi, Hans Senior und Hans Junior an einer alten Reinigungsmaschine für Korn, die aus den Anfängen der im Jahre 1900 gegründeten Handelsfirma stammt. Else ist die Oma des heutigen Juniorchefs.

Der Direktorenvorname Hans ist in der Landmaschinenhandlung der Unternehmerfamilie Holm Programm. Seit nunmehr 125 Jahren besteht der Betrieb mit Sitz in Tingleff. Seniorchef Hans, der die Leitung vor einigen Jahren der fünften Generation überließ, ist seit 50 Jahren dabei. Der Juniorchef sieht den Betrieb für die Zukunft gerüstet.

„Als kleiner Steppke wollte ich nicht Feuerwehrmann oder Polizist werden, wie es kleine Jungen oft angeben. Mir war früh klar, dass ich etwas mit Maschinen und Maschinenhandlung zu tun haben möchte. Ich bin damit ja aufgewachsen“, sagt Hans Holm Junior.

Der 40-jährige ehemalige Schüler der Deutschen Schule Tingleff leitet die Geschicke der Maschinenhandlung „Hans Holm Maskinforretning“ mittlerweile in fünfter Generation. Die Firma mit Sitz am Navervej in Tingleff feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Seit 125 Jahren gibt es den Familienbetrieb, den Hans Holm der ersten Stunde einst in Behrendorf (Bjerndrup) gründete und später nach Tingleff verlegte. Der Vorname ist bis heute an die nachfolgende Unternehmergeneration weitergegeben worden.

Ständig weiterentwickelt

Nach einem einfachen Handelsbeginn im lokalen Umfeld hat sich beim Familienunternehmen Holm im Laufe der Zeit eine Menge getan – nicht nur bei der Größe, der Auswahl und der Technik der Maschinen. Die Globalisierung und die Vermittlung übers Internet sind längst auch in der Tingleffer Firmenzentrale allgegenwärtig.

„Wir handeln mittlerweile weltweit mit Maschinen“, sagt Hans Holm. 2022 übernahm er die Firmenleitung von seinem Vater, der mit über 70 Jahren immer noch im Betrieb arbeitet. 1986 war der Senior auf den Chefposten gewechselt. In diesem Jahr feiert er ein Dienstjubiläum. Seit 50 Jahren ist er in der Firma tätig. Auch seine Ehefrau Vivi, die Mama des Juniorchefs, ist nach wie vor in der Verwaltung der Firma beschäftigt.

Der heute 40-jährige Hans Holm leitet seit 2022 die Geschicke des Familienunternehmens.

Familiärer Zusammenhalt

Das Zusammenspiel mit den Eltern klappe gut, sagt der Junior, der nach seiner Handelsausbildung in anderen großen Firmen tätig war, ehe er 2008 zum Familienbetrieb dazustieß.

„Wir tauschen uns aus und sprechen vieles durch. Das kenne ich nicht anders. Wir sind dabei nicht immer einer Meinung, aber wenn ich dann die Entscheidung treffe, wird es akzeptiert. Manchmal mit einem Grummeln, aber das gehört dazu“, sagt es Hans Junior mit einem Schmunzeln. Er weiß, was er an seinem Vater hat. Der Senior sei ein erfahrener Geschäftsmann, der den Betrieb viele Jahre maßgeblich prägte und voranbrachte. Das Sparring mit ihm wisse er zu schätzen, ergänzt Junior Hans mit respektvollem Blick.

Immer größere Maschinen

Die Familie Holm im Verkaufsraum des Betriebes am Navervej, wo unter anderem auch Gartentrecker verkauft werden.

Die Landwirtschaft und die Maschinentechnik entwickeln sich immer weiter und müssen sich dabei staatlichen Umwelt- und Klimaauflagen anpassen. Es gelte, sich darauf einzustellen und „up to date“ zu sein, so der Juniorchef. Bei Traktoren, Mähdreschern und anderen großen Maschinen liegt der Handelspreis schon mal bei mehreren Millionen Kronen.

„Der Handel und der Kontakt zu Kundinnen und Kunden haben sich zwangsläufig geändert. Wir haben nach wie vor Kundschaft im Nahbereich und kennen die Familien. Die Zeiten sind aber andere“, sagt der Unternehmer in fünfter Generation und Chef von 28 Mitarbeitenden. Viele Angestellte sind schon lange in der Firma dabei.

Lokale Verankerung

„Wenn mein Großvater geschäftlich bei Kunden hier im Umfeld war, zog sich der Besuch schon mal hin und endete abends manchmal mit Kartenspielen“, skizziert Enkel Hans den geschäftlichen Zeitgeist früherer Tage.

Auch wenn sich die Handelsbeziehungen zu Kundinnen und Kunden in der Umgebung verändert haben und das Augenmerk verstärkt auf internationale Abnehmerinnen und Abnehmer gerichtet ist, bleibe der Handel mit Kundschaft aus der Region die Lebensader, betont Hans Holm.

Kennzeichnend für die Firma Hans Holm ist der familiäre Umgang mit der Belegschaft. So manche Mitarbeitende sind seit vielen Jahren für das Unternehmen tätig.

Ob Reparatur, Wartung oder Verkauf von Landwirtschafts- und Gartenmaschinen: der lokale Bezug spiele immer noch eine große Rolle, sagt der Vater einer Tochter und eines Sohnes.

Wenn mein Großvater geschäftlich bei Kunden hier im Umfeld war, zog sich der Besuch schon mal hin und endete abends manchmal mit Kartenspielen.

Hans Holm

Generationswechsel noch kein Thema

Wird die Tochter Katara (9) oder Sohn Hans William (7) den Familienbetrieb in sechster Generation einmal weiterführen? „Das weiß ich nicht und das beschäftigt mich auch noch nicht. Das muss sich zeigen. Ich selbst bin von meinen Eltern nie dazu gedrängt worden, und so möchte ich es auch halten“, so Hans Holm.

Eine große Jubiläumssause ist nicht geplant. Ende Januar, Anfang Februar, lädt der Familienbetrieb aber zu seinem traditionellen, fast schon legendären Tag der offenen Tür mit Speis und Trank ein. Es sind derer sogar zwei.

„Am 31. Januar und am 1. Februar sind alle herzlich eingeladen. Die ganze Familie wird für dieses Wochenende mobilisiert. Auch die Kinder machen mit und füllen Naschtüten für die Veranstaltung. Sie freuen sich auch auf das Event“, so der Jubiläumschef.