Jugend

Zwischen Schule und Stadion: Julie träumt vom Leben als Fußballprofi

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Gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen von der Kløvermarkskolen steht Julie Vestfall Iversen erstmals im Rampenlicht einer großen Fußballarena.

Julie Vestfall Iversen will den Sprung in den Profifußball schaffen. Beim Finale des „DBU Ultra Skolepokalen“ bekommt die 15-jährige Nordschleswigerin einen Vorgeschmack auf das große Ziel – und richtet einen Appell an andere fußballbegeisterte Mädchen.

Julie Vestfall Iversen hat große Ambitionen. Die 15-Jährige aus Loit (Løjt) träumt von einer Zukunft auf dem Rasen der Profi-Ligen. Schon jetzt weiß sie: Der Weg dorthin führt über viele kleine und große Etappen.

Eine davon steht am 24. April bevor – dann steht sie mit ihrer Mannschaft von der Haderslebener Kløvermarkskolen im Finale des renommierten Schulfußballturniers „DBU Ultra Skolepokalen“. Gespielt wird im Superliga-Stadion von Randers – vor bis zu 6.000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Der große Tag in Randers

„Es ist das erste Mal, dass ich vor so vielen Menschen spielen werde. Ich bin deshalb schon ziemlich nervös – aber ich freue mich auch total“, sagt Julie. Das Spiel wird live bei DR Ultra übertragen. Gegner ist Brøndby Vester.

Die Aufregung an der Schule ist groß – fast alle Klassen fahren mit. Auch viele Schulkinder aus Randers werden auf den Rängen sitzen. „Wir sind viele im Team, die später mal Profi werden wollen. Deshalb ist es total spannend, jetzt so eine Erfahrung machen zu dürfen.“

Die Schulmannschaft der Kløvermarkskolen besteht aus Spielerinnen der 7. bis 9. Klasse – viele von ihnen spielen auch privat beim Haderslebener Verein HFK. Julie ist dort in der U17 Liga 1 aktiv – der höchsten Klasse, in der sie in ihrer Altersgruppe derzeit spielen kann. Für Auswärtsspiele reist sie mit ihrem Team bis nach Aarhus oder Odense.

Der Jubel war riesig, als sich die talentierten Mädchen der Kløvermarkskolen im Elfmeterschießen gegen die Randers Realskole durchsetzten und damit den Einzug ins Finale des landesweiten Schulfußballturniers perfekt machten.

Dass die Schule es überhaupt bis ins Finale des Schulturniers geschafft hat, ist ein Novum. Noch nie zuvor war die Kløvermarkskolen über das Viertelfinale hinausgekommen. In diesem Jahr nahmen 476 Mädchenmannschaften aus dem ganzen Land teil – nun steht Julie mit ihrem Team unter den besten zwei.

Ich will sehen, wie weit ich kommen kann.

Julie Vestfall Iversen

„Es war, als würde ich selbst auf dem Platz stehen“

Im Viertel- und Halbfinale musste Julie verletzungsbedingt zuschauen. Zuvor hatte sie als Stürmerin etwa die Hälfte der Tore ihres Teams erzielt. „Ich stand an der Seitenlinie, aber es war, als würde ich selbst spielen. Es war unheimlich nervenaufreibend. Jetzt freuen wir uns alle wahnsinnig auf das Finale“, erzählt die 15-Jährige.

Was erwartet sie von dem Tag? „Natürlich hoffe ich, dass wir gewinnen. Aber selbst wenn nicht, wird es eine richtig coole Erfahrung. Ich glaube, das wird eine Erinnerung, die wir nie vergessen.“

Julie Vestfall Iversen steigt zum Kopfball hoch – mit dem Ehrgeiz ganz wie ihr Idol Robert Lewandowski.

Zwischen Schulbank und Spielfeld

Julies Weg führte über mehrere Stationen. Zunächst besuchte sie den Kindergarten der deutschen Minderheit in Loit Schauby. Anschließend wechselte sie an die Løjt Kirkeby Skole, bevor sie sich zum Schuljahr 2024 für die Talentklasse an der Kløvermarkskolen in Hadersleben entschied. Dort wird Leistungssport gezielt gefördert, unter anderem mit regelmäßigem Frühtraining.

Diese Bedingungen waren ausschlaggebend für ihre Wahl der Schule: „Ich will sehen, wie weit ich kommen kann. Ich nehme den Fußball sehr ernst und hoffe, dass ich eines Tages gut genug bin, um vielleicht sogar für Bayern München, Barcelona oder die dänische Nationalmannschaft zu spielen. Das wäre natürlich der ganz große Traum.“

Fußball als Leidenschaft

Seit ihrem sechsten Lebensjahr steht Julie regelmäßig auf dem Platz. Fußball ist für sie viel mehr als ein Hobby. „Ich bin super leidenschaftlich und bekomme beim Spielen total viel Adrenalin. Fußball weckt viele Emotionen – Freude, aber auch Frust. Meistens fühle ich mich einfach mega gut auf dem Platz.“

Auch Wind und Wetter halten sie nicht ab: „Wenn man richtig gut werden will, gehört das einfach dazu.“ Ihr Vorbild ist Robert Lewandowski. „Ich bin Bayern-Fan – und er hat dort ja lange gespielt. Ich bin auch Stürmerin und will, genau wie er, viele Tore schießen.“

Im Juni 2024 wurde Julie Vestfall Iversen mit ihrem Haderslebener Fußballverein HFK jütländische U17-Meisterin.

Ein Appell an andere fußballbegeisterte Mädchen

Dass der Mädchen- und Frauenfußball noch nicht überall die Anerkennung bekommt, die er verdient, findet Julie schade. „Manche Leute unterschätzen Frauenfußball, aber das ist auch richtig guter Fußball – und auf einem hohen Niveau. Ich finde es falsch, wenn man das einfach ablehnt.“

Ihre Botschaft an andere Mädchen ist klar: „Ich finde, man sollte es einfach ausprobieren. Fußball ist ein super Gemeinschaftssport, man erlebt so viele tolle Sachen – und es macht riesig Spaß.“