Deutsche Minderheit

Unterschriftsreif: Meilenstein deutsch-dänischer Kooperation

Veröffentlicht Geändert
Gruppenfoto mit Sekt: (v. l.) Carsten Leth Schmidt, Lotte Juul Leth-Sørensen, Peter Asmussen, Hinrich Jürgensen, Marieke Heimburger, Uwe Jessen, Kjeld Thrane und Claudia Knauer stießen auf die neue Zusammenarbeit an.

Jetzt ist es amtlich: Am Mittwochnachmittag unterzeichneten die Kommune Hadersleben und eine Delegation der deutschen Minderheit im Kulturhaus Bispen den Mietvertrag für den Umzug der Deutschen Bücherei Hadersleben in das dänische Kulturhaus. „Dieser Umzug ist eine gute Idee, obwohl es seine Zeit gebraucht hat, bis die Idee überall Anklang fand“, betonte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Kjeld Thrane.

Anfang des nächsten Jahres zieht die Deutsche Bücherei Hadersleben in das dänische Kulturhaus Bispen, unter dem auch die dänische Bibliothek angesiedelt ist.

„Dies ist eine Idee mit langer Vorgeschichte“, betonte Kjeld Thrane (Konservative Volkspartei), Vorsitzender des Kulturausschusses, bei der Unterzeichnung des Mietvertrags am Mittwochnachmittag in den künftigen Räumlichkeiten der Bücherei im Bispen.

Aus der Taufe gehoben wurde die Vision einer deutsch-dänischen Kooperation im Büchereiwesen bereits vor einigen Stadtratsperioden. Es folgten damals erste Gespräche. Heute, viele Sitzungen und intensive Diskussionen später, ist die Idee unterschriftsreif.

„Kooperation unter einem guten Stern“

Peter Asmussen, Kjeld Thrane und Kulturdirektorin Charlotte Veilskov unterzeichneten am Mittwoch den Mietvertrag, der den Umzug besiegelt.

„Die Stimmung ist gut – und die Gespräche sind positiv verlaufen“, freute sich der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig, Peter Asmussen. Obgleich der Umzug viel diskutiert worden sei, „auch mehr als erwartet, so glaube ich, dass die künftige Zusammenarbeit unter einem guten Stern steht“.

Gute Erfahrungen aus Sonderburg

Büchereileiterin Monika Knutzen und ihre Kollegin Annegret Moritzen beim Vermessen der Räumlichkeiten. Sie bereiten sich auf den Umzug Anfang des kommenden Jahres vor.

Auch der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, bedankte sich persönlich bei allen Beteiligten dafür, dass ein Meilenstein deutsch-dänischer Zusammenarbeit im Bibliothekswesen Wirklichkeit werde: „Jetzt sind wir dort, wo die Bevölkerung ist. Wir werden in der allgemeinen Wahrnehmung sichtbar. Die guten Erfahrungen aus Sonderburg zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

In Sonderburg (Sønderborg) arbeitet die deutsche Bücherei seit Jahren gemeinsam unter einem Dach mit der dänischen Bibliothek. Der Umzug hat alle Erwartungen übertroffen und ist bei der Bevölkerung auf positive Resonanz gestoßen.

Wertvolles Netzwerk

„Jetzt sind wir dort, wo die Bevölkerung ist“, sagte Hinrich Jürgensen in seiner Rede.

„In Sonderburg waren etwa 80 Sitzungen notwendig, um alle Einzelheiten zu klären. Ob es in Hadersleben genauso viele waren, weiß ich nicht“, sagte Kjeld Thrane: „Aber dank unserer Zusammenkünfte haben wir Kontakte geknüpft und ein Netzwerk aufgebaut, was für die weitere Zusammenarbeit förderlich sein wird.“

Für die Mitarbeiterinnen der Deutschen Bücherei Hadersleben bedeutete der Umzug eine große Veränderung, so Thrane: Das verdiene Respekt.

Dank für herzlichen Empfang

In den künftigen Räumlichkeiten der Bücherei ließ Uwe Jessen, Generalsekretär des BDN, Mittwochnachmittag die Sektkorken knallen. Der Kulturchef der Kommune, Christian Haugk, hielt das Ganze im Bild fest. Im Hintergrund ist Lotte Juul Leth-Sørensen zu sehen, die Leiterin des Kulturhauses Bispen.

Claudia Knauer, Büchereidirektorin des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig, nutzte ebenfalls die Gelegenheit, der Kommune Hadersleben dafür zu danken, die deutsche Bücherei mit offenen Armen empfangen zu haben. Ein Dank galt auch ihren Mitarbeiterinnen in Hadersleben für den enormen Einsatz: „Sie arbeiten intensiv daran, den Umzug vorzubereiten.“

Von New York nach Berlin

An diesem denkwürdigen Nachmittag ist viel fotografiert worden.

Die Vorbereitungen für den Umzug Anfang des kommenden Jahres laufen auf Hochtouren. Die Räumlichkeiten werden erst zum Jahreswechsel übergeben. Nach einigen Umbau- und Einrichtungsarbeiten können sich die Leserinnen und Leser auf die neuen Räume der deutschen Bücherei im Bispen freuen.

Inmitten der angekündigten Veränderung und des Umbruchs machte Hinrich Jürgensen einen Neuerervorschlag: „Wie wäre es, wenn wir die Räume hier von New York in Berlin umtaufen?“