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Norddeutsches Gebäck in Nordschleswig: Kinjeeskuchen wie aus alten Zeiten

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Weizenmehl, Milch, Zucker und Hirschhornsalz sind die Zutaten, aus denen Kinjeeskuchen gemacht sind.

Der Frauenbund Sonderburg hat eine alte Backtradition reaktiviert und verkauft Gebäck für die Vereinskasse. Wie die Idee zustande kam, verrät die Vorsitzende.

In ihrer Kindheit kannte die Sonderburgerin Renate Weber-Ehlers Kinjeeskuchen aus der Vorweihnachtszeit, nun hat sie die gebackenen Tierfiguren mit dem Frauenbund Sonderburg neu aufgelegt.

„Ich habe lange nach einem Originalrezept gesucht“, verrät die Vorsitzende des Frauenbunds. „Ich habe vom Sohn eines ehemaligen lokalen Bäckers ein Rezeptheft erhalten. Früher gab es Kinjeeskuchen in der Vorweihnachtszeit, wir haben jetzt Hasen in der Vorosterzeit gebacken.“

Kinjeeskuchen ist ein historisches Gebäck, das in Verbindung mit weihnachtlichen Traditionen in Norddeutschland steht. Der Begriff „Kinjees“ leitet sich von „Kind Jesus“ ab und bezieht sich auf eine Figur, die im 18. Jahrhundert in Hamburg als Gabenbringer anstelle von Knecht Ruprecht auftrat.

Statt Adventspferden gibt es Osterhasen

„Früher gab es dieses Gebäck hier in Sonderburg häufig, mittlerweile gar nicht mehr“, sagt Renate Weber-Ehlers. Typische Gebäckfiguren waren Pferde und Schweine, in Sonderburg gibt es jetzt den Kinjees-Hasen.

Die klassische Bemalung wird mit Konzentrat aus Rote-Beete-Saft mithilfe eines Streichholzes aufgetragen.

Der Frauenbund verkauft eine Packung mit vier Kinjeeshasen für 20 Kronen im Krämerladen in der Perlegade 56. Mehr zu den Öffnungszeiten auf der neu eingerichteten Facebook-Seite des Frauenbunds gibt es hier.