Deutsch-Dänisch

Musikalisches Lebewohl: Kirchensängerin verlässt Wilstrup

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Deutschen Gemeindegliedern dürfte die junge Sopranistin von den deutsch-dänischen Strandgottesdiensten bekannt sein, die sie musikalisch mitgestaltet hat. Am 21. September nimmt sie – gemeinsam mit ihrer Mutter – Abschied vom deutsch-dänischen Grenzland. Alle sind dazu eingeladen.

Vier Jahre bezauberte Océane Paredes die Wilstruper Kirchengemeinde mit ihrer Stimme. Bei einem Konzert mit ihrer Mutter am Klavier nimmt sie wehmütig Abschied. „Es ist mein Lieblingsjob gewesen. Ich bin traurig, dass es vorbei ist“, sagt die junge Französin. Nächste Station: Hamburg.

Zu einem besonderen Konzert lädt die Kirchengemeinde von Wilstrup am 21. September ein. Ihre französische Sopranistin Océane Paredes verabschiedet sich und tritt mit ihrer Mutter, der renommierten Konzertpianistin und Korrepetitorin Cécile Cottin, auf.

Vor Paredes liegt ein Neuanfang in Hamburg. Für die Gemeinde ist es ein Abschied von einer bezaubernden Stimme.

Eine Art Kulturschock

„Es ist mein Lieblingsjob gewesen. Ich bin traurig, dass es vorbei ist“, sagt Océane Paredes. Vier Jahre hat die 25-Jährige als Sängerin die Menschen der Kirchengemeinden Wilstrup-Halk-Grarup mit ihrem Gesang in den Bann gezogen. Jetzt packt sie ihren Koffer, um in Hamburg ihren Masterabschluss im Fach Operngesang zu machen.

Ihr bisheriger Weg führte sie von Lyon über Berlin nach Apenrade (Aabenraa), Odense und schließlich in die kleine Kirchengemeinde im deutsch-dänischen Grenzland. „Ich kam vor fünf Jahren frisch aus Berlin. Dort habe ich auch meinen Bachelor-Abschluss in Musikwissenschaft gemacht – mitten in der Corona-Zeit.“

Ihre erste Station in Dänemark war Apenrade: „Das war schon ein Kulturschock, im positiven Sinne. Apenrade ist doch sehr klein.“

Herzliches Willkommen

Die Arbeit als Kirchensängerin in Wilstrup sei ihr Lieblingsjob gewesen, verrät die 25-Jährige.

Das erste Bewerbungsgespräch in Wilstrup wird der jungen Sängerin in Erinnerung bleiben: „Es war aufregend, weil ich erst seit Kurzem in Dänemark war und mein Dänisch noch ganz frisch klang. Aber die Menschen hier haben mir sofort das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.“

Mit französischem Charme und Talent sang sie sich in die Herzen ihrer Kirchengemeinde. Die anfängliche Unsicherheit hat sie längst abgelegt: „Am Anfang dachte ich nicht, dass ich das je schaffe. Doch durch meine Arbeit in Wilstrup bin ich selbstbewusster geworden.“

Pendeln mit Gesang

Die langen Fahrten zwischen Odense und Wilstrup hat Paredes sportlich genommen. „Ich habe im Auto oft für meinen Auftritt in Wilstrup geübt. Die Kirche dort ist wirklich etwas Besonderes. Sie liegt so wunderschön mit ihrer Allee. Es war jedes Mal ein Glücksgefühl, dort zu singen.“

Abschied mit Wehmut

Die Wilstruper Kirche bezeichnet die junge Französin als etwas ganz Besonderes.

Kirsten Overgaard Dyngby, Vorsitzende des Aktivitätsausschusses der Kirchengemeinde, ist voll des Lobes über ihre scheidende Sängerin: „Wir waren sehr privilegiert, über vier Jahre eine Kapazität wie Océane als Kirchensängerin gehabt zu haben.“

Im Oktober beginnt für Océane Paredes ein neues Kapitel in der Hanse-Metropole. Ihre Erinnerung an das ländliche Nordschleswig nimmt sie mit: „Ich habe die Zeit hier sehr genossen. Die Gemeinde und ihre Offenheit bedeuten mir viel.“

Musikalischer Abschied mit Mutter

Kirsten Overgaard Dyngby (rechts) lädt als Vorsitzende des Aktivitätsausschusses der Wilstruper Kirche zum Abschiedskonzert ein (Archivbild).

Zu Océanes letzten musikalischen Salut gemeinsam mit ihrer Mutter in Wilstrup lädt Kirsten Overgaard Dyngby im Namen der Gemeinde am 21. September ab 16 Uhr herzlich ein.