Wirtschaft

Klima & Verteidigung: Botschafter über Chancen im Grenzland

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Der deutsche Botschafter in Dänemark, Pascal Hector, war zum ersten Mal auf dem Wirtschaftsgipfel in Hadersleben. Seine Rede hat er auf Dänisch gehalten.

Botschafter Pascal Hector hat in Hadersleben die Rolle des Grenzlands als Zukunftslabor für eine forcierte deutsch-dänische Kooperation betont. Angesichts der geplanten Sondervermögen beider Länder vor allem für die Verteidigung skizzierte er eine Vision für die Region, die von Wasserstofftechnologie bis hin zu gemeinsamen Verteidigungsprojekten reicht.

Der deutsche Botschafter in Dänemark, Pascal Hector, war das erste Mal dabei, als sich im Haderslebener Rathaus in Regie von „UdviklingsRåd Sønderjylland“ Politik und Wirtschaft zum Austausch trafen.

„Hier wachsen Unternehmergeist und Wohlstand“, zitierte Hector den dänischen Dichter Grundtvig mit Verweis auf das Grenzland: „Rund 12.000 deutsche Pendlerinnen und Pendler überqueren täglich die Grenze, um in dänischen Unternehmen zu arbeiten.“

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Mit der Fertigstellung desFehmarnbelttunnels bis 2029 und dem Ausbau des Jütland-Korridors stehen Projekte an, die Handel und Mobilität maßgeblich beeinflussen könnten. Laut Hector bergen diese Verkehrsachsen wirtschaftliche Vorteile für beide Länder und für die grüne Transformation.

„Mit einem deutschen Sondervermögen von 100 Milliarden Euro allein für den Klimaschutz und die klimafreundliche Umstellung der Wirtschaft eröffnen sich zugleich zahlreiche Chancen für dänische Unternehmen, insbesondere im Grenzland“, so der Botschafter. Sie könnten eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung der deutschen Industrie spielen.

Neue Technologien – weniger Hürden

Technologien wie „Carbon Capture and Storage“ (CCUS) würden künftig grenzüberschreitend genutzt werden können, sagte Hector. Damit wird Kohlendioxid aus Industrieanlagen aufgefangen, transportiert und unter der Erde gespeichert, etwa in leeren Gasfeldern unter der Nordsee. Es ist eine Schlüsseltechnologie, um den Klimawandel zu bremsen.

„Auch Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle in der Klimapolitik der neuen Bundesregierung spielen“, kündigte der Diplomat an. Der „Jütland-Korridor“, die zentrale Verkehrsachse von Nordjütland bis Hamburg, sei dabei strategisch wichtig für Strom, grünen Wasserstoff und langfristig auch CCUS.

Gemeinsame Sache für Verteidigung

Eine schnelle Verbesserung der Verteidigungsfähigkeiten hänge, so der Botschafter, nicht nur von finanziellen Mitteln ab, sondern auch von Logistik und industrieller Kapazität. Hier gebe es auch im Grenzland ein Potenzial für eine verstärkte Zusammenarbeit, etwa durch Projekte bei Verteidigungsaufgaben.

Grenzforum: Bürokratische Hürden abbauen

Die Grenzregion Sønderjylland-Nordschleswig biete einzigartige Chancen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark. Botschafter Pascal Hector rief dazu auf, den Kontakt zu Partnern auf beiden Seiten der Grenze zu suchen und gemeinsam konkrete Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen zu gehen. „Lassen Sie uns die Potenziale dieser Region voll ausschöpfen.“