Lokalgeschichte

Jahresheft: Von prügelnden Grafen und leibeigenen Bauern

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Wie sich die Landwirtschaft rund um Gravenstein entwickelt hat, davon berichtet das neue Jahresheft des lokalhistorischen Vereins.

Das lokalhistorische Jahresheft für den Raum Gravenstein erzählt unter anderem die Geschichte der Landwirtschaft rund um das Schloss. Auch die Leibeigenschaft der Bauern vor Ort spielt eine Rolle.

Das neue Jahresheft des Geschichtsvereins „Historisk Forening for Graasten By og Egn“ ist da. Die 50. Ausgabe enthält zehn lokalhistorische Beiträge.

Einen spannenden Einblick in die Entstehungsgeschichte der Landwirtschaft wirft ein Gastbeitrag von Filt Jensen: Der mittlerweile verstorbene ehemalige Leiter der Gravensteiner Landwirtschaftsschule schreibt über die Bauernhöfe rund um Gravenstein und Fischbek (Fiskbæk).

Der prügelnde Graf Ahlefeld

Der Autor kann berichten, dass die Grafen Ahlefeld ihren Bauern vor Ort ab 1608 das Leben schwer machten. Zeichnungen aus dem Archiv zeigen, wie Bauern auf Holzbalken sitzend und festgebunden ausgepeitscht werden.

Ein Schriftstück von 1628 hält fest, dass der Pastor in Quars (Kværs) sich beim König darüber beschwerte, von Graf Ahlefeld verprügelt worden zu sein. Hans Ahlefeld musste dafür 2.000 Reichstaler Strafe zahlen.

1722 ging die Grafschaft Ahlefeld aufgrund ihres überbordenden Lebensstils in Konkurs – und alle Besitztümer inklusive Gravensteiner Schloss und Gutshof Fischbek gingen in den Besitz des Herzogs von Augustenburg (Augustenborg) über. Die Leibeigenschaft der Bauern vor Ort endete erst 1805.

Diese Aquarellzeichnung zeigt einen gefesselten Bauern auf dem Holzpferd.

Wer mehr über die Landwirtschaft im Wandel der Zeit rund um Gravenstein wissen möchte und welchen Einfluss die deutsch-dänische Geschichte hat, kann im Jahresheft mehr darüber lesen. Es ist im Lokalhistorischen Archiv an der Nygade 14 in Gravenstein (Gråsten) erhältlich.

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