Deutsche Minderheit

In Stein gemeißelt: Rabenstiftung hält Geschichte lebendig

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Claes Fuglsang von der Stiftung und dem Kirchengemeinderat von Alt Hadersleben ist mit dem Ergebnis rundum zufrieden: „Unsere Arbeit hat nicht nur mit Kirche zu tun.“ (Archivbild)

Nach monatelanger Arbeit erstrahlt die historische Sandsteinplatte der Rabenstiftung in Hadersleben in neuem Glanz. Das Projekt verbindet Tradition, Handwerkskunst und den Erhalt eines Kulturerbes, wie Claes Fuglsang vom Vorstand betont.

Die Rabenstiftung hat ein Projekt erfolgreich abgeschlossen: Seit einiger Zeit ziert die nach allen Regeln der Kunst hergestellte Sandsteinplatte die Fassade ihres denkmalgeschützten Gebäudes an der Haderslebener Præstegade.

Handwerkskunst aus Hadersleben

Das ortsansässige Unternehmen „Danske Stenhuggerier“ am Ribe Landevej hat die Platte mit Liebe zum Detail nach historischem Vorbild neu hergestellt. Dabei haben die Handwerker originalgetreue Materialien verwendet und die Inschrift traditionell von Hand gemeißelt.

Claes Fuglsang, Vorstandsmitglied der Stiftung, ist von dem Ergebnis angetan und dies aus zwei Gründen: „Zum einen ist es eine gute Geschichte, zum anderen zeigt es, dass Gemeinderatsarbeit nicht nur Kirche ist, sondern auch viele andere Dinge umfasst.“

Ein Haus mit Geschichte

Der Stiftungsvorstand, hier zu sehen mit dem Verwalterpaar Dagmar und Finn Clausen (links), vor dem Haus an der Præstegade. Zu dem Vorstand gehören ferner Bettina Sender (Mitte), Claes Fuglsang und Piet Schwarzenberger.

Die Kirche ließ das Gebäude 1751 als Pastorat für den Hauptpastor der Domstadt errichten. Bis zum Verkauf an die Rabenstiftung 1955 diente es als Wohnsitz des ersten Pastors von Hadersleben. Heute ist das Haus ein lebendiges Zeugnis der Vergangenheit und beherbergt vier Wohnungen, die vor allem Angehörigen der deutschen Minderheit zur Verfügung stehen.

Die Erneuerung der Sandsteinplatte sei unter strenger Aufsicht der dänischen Denkmalbehörde „Kulturarvstyrelsen“ erfolgt, die das Projekt auch finanziell unterstützt habe, sagt Claes Fuglsang. Nicht zuletzt deshalb kann die Stiftung das historische Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes bewahren.

Kulturelles Erbe für die Zukunft

Die Steinmetze des Unternehmens an der Ripener Landstraße haben laut Claes Fuglsang ganze Arbeit geleistet. Orla Jensen (links) von der Apenrader Abteilung und Steinmetz Bent Lauridsen, Hadersleben, neben dem neuen Schmuckstück

Mit der neuen Sandsteinplatte setze die Rabenstiftung ein Zeichen für einen respektvollen Umgang mit dem kulturellen Erbe. „Jetzt kann die Sandsteinplatte dort die nächsten 200 Jahre hängen“, freuen sich Claes Fuglsang und der übrige Vorstand, bestehend aus Pastorin Bettina Sender und Piet Schwarzenberger sowie aus dem Verwalterpaar Clausen.

Im Alltag sorgen Finn und Dagmar Clausen dafür, dass das denkmalgeschützte Haus ein lebendiger Teil der Stadtgeschichte bleibt – und heute kleine Wohnungen vermietet.

Deutsch-dänisches Erbe aus Stein

Das Haus in der Præstegade entstand 1751 als Wohnsitz für den Haderslebener Hauptpastor und zeigt mit seiner gelben Flensburger Ziegelfassade die typische Baukunst des 18. Jahrhunderts. Der deutsch-dänische Architekt Ludwig Henning Schack Neumann aus Flensburg (Flensborg) leitete die Planung. Im Inneren prägen originale Bauteile wie die Haupttreppe und Türen noch heute das Bild. Seit 1955 nutzt die Rabenstiftung das denkmalgeschützte Gebäude, das seither eng mit der deutschen Minderheit verbunden ist. Im Vorstand nehmen Mitglieder der deutschen Kirchengemeinderäte der Domstadt die Interessen der Stiftung wahr.

Die neue Platte am Haus trägt die originale Inschrift: „Aedificum/ quod hic cernitur/ Friedrici Quinti/ Danorum principis optimi/ clementia/civium studium ac amor/ anno 1751 /collocandum curavere“ („Das Gebäude, das man hier sieht, haben im Jahr 1751 die Gnade Friedrichs V., des besten Fürsten der Dänen, sowie der Eifer und die Liebe der Bürger errichten lassen.“)