Gesellschaft

Hof von 1906: Ringen um die Zukunft

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Der Hof in Woyens aus dem Jahr 1906 steht zum Verkauf.

Um Jägerup bei Woyens ist es nicht gut bestellt, der Ort verfällt. Nun stellt sich die Frage, ob dort drei Ställe abgerissen werden können, um den Verkauf des Haupthauses voranzubringen, oder ob die Wirtschaftsgebäude bewahrt werden müssen. Carsten Leth Schmidt von der SP kann beide Seiten verstehen und hofft auf eine smarte Lösung.

In der Bygaden 8 in Vojens, in Jägerup (Jegerup), liegt ein Hof aus dem Jahr 1906, bestehend aus einem Wohnhaus und drei Wirtschaftsgebäuden. Ein Schild an der Straße weist darauf hin, dass das Anwesen zum Verkauf steht.

Es wird wohl April werden, bis es eine Entscheidung zur Frage gibt, ob der Besitzer die drei Wirtschaftsgebäude niederreißen darf oder nicht. Das ist die Einschätzung von Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses.

Technikausschuss entscheidet

Der Ausschuss stimmt letztlich darüber ab, ob aus Gründen des Denkmalschutzes ein Abriss dem Eigentümer verwehrt wird oder dieser die Bagger anrollen lassen darf.

Carsten Leth Schmidt ist zwiegespalten. Einerseits sieht er den historischen Wert des Hofes als eine Einheit, andererseits sollte ein neuer Besitzer oder eine Besitzerin nicht vor eine unlösbare finanzielle Aufgabe gestellt werden.

„Der Gebäudekomplex wird als bewahrenswert eingestuft. Es muss aber an ihnen etwas gemacht werden. Und um es in einen historisch korrekten Zustand zu versetzen, müssen einige Anbauten entfernt werden“, so Leth Schmidt, der auf die bauliche Lage in Jägerup hinweist, wo in unmittelbarer Umgebung der Zahn der Zeit einen Hof in Mitleidenschaft gezogen hat. Eine Fahrt durchs Dorf zeigt, dass der Ort Investitionen nötig hat.

Der Technik- und Klimaausschuss hat die Angelegenheit nun auch in den Land- und Stadtentwicklungsausschuss gegeben, der sich am 20. Februar mit der Zukunft des Hofes befassen wird.

Leth Schmidt hofft auf Fördermittel

Dieser kann laut Carsten Leth Schmidt in der Sache nicht entscheiden, aber eine politische Stellungnahme abgeben. Und er könnte – so die Hoffnung des Vorsitzenden – nachschauen, ob Fördermöglichkeiten für den Erhalt der Gebäude einem neuen Besitzer den Erwerb erleichtern könnten. „Ein politisches Signal wäre wichtig“, so Leth Schmidt, der sich sicher ist, dass Fondsmittel letztlich dem gesamten Dorf zugutekommen würden.

Zwei Einsprüche

Sechs Wochen lag der Antrag auf Abriss aus. Aus dem jüngsten Bericht des Technik- und Klimaausschusses geht hervor, dass es zwei Einsprüche gegen den Abriss gab. Einer stammt vom Museum Sønderjylland, das auf die mittlerweile selten vorhandene Einheit von Wirtschafts- und Wohngebäuden hinweist. Der Hof zeige einen für damalige Zeit typischen Baustil in anspruchsvoller Ausführung, der einen deutschen Einfluss erkennen lasse, so das Museum. Auch der Verein By og Land Haderslev rät von einem Abriss ab.

In einem Leserbrief machen Helene Hellesøe Appel und Jannie Boysen Westergaard, beide Mitglieder im Technik- und Klimaausschuss, allgemein darauf aufmerksam, dass in der Kommune allzu oft historische Gebäude verfallen und abgerissen würden.