Deutsche Minderheit

Entwarnung: Chemikalien im Boden keine Gefahr für den Kindergarten

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Hier am Kærvej soll ab August Platz für die Kinder des Deutschen Kindergartens Sonderburg sein. Aktuell wird das ehemalige Kinder- und Jugendzentrum der Kommune den Anforderungen angepasst.

Der geplante Umzug des Stadtkindergartens Sonderburg an den Kærvej wurde am Freitag infrage gestellt: Ein Gutachten weist eine Bodenverschmutzung auf dem Außengelände aus. Ein Sachbearbeiter der Region Süddänemark sagt aber: Vom Erdreich geht keine Gefahr mehr aus.

Der Umzug des deutschen Stadtkindergartens Sonderburg von der Ahlmannsschule an den neuen Standort Kærvej 17 ist für Anfang August geplant. Doch durch eine unerwartete Entwicklung wurden diese Pläne am Freitag infrage gestellt: Ein sogenannter Bodenverschmutzungsbericht („Jordforureningsrapport“) der Region Süddänemark zeigt auf einem Teil des Außengeländes eine Bodenverschmutzung der Klassifizierung V2 auf.

Dem Vorstand des Verbunds Deutsche Kindergärten Sonderburg (DKS) war dieses Gutachten in dieser Woche vorgelegt worden, und am Freitag ging ein Elternbrief mit Informationen raus.

Dem Gutachten nach befinden sich Benzo[a]pyren, Benzo[e]pyren und PAH im Boden. Benzo(a)pyren beispielsweise ist ein krebserregender, polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung organischer Stoffe und findet sich in verschiedenen Quellen, darunter Auto- und Industrieabgase, Tabakrauch, gegrilltes Fleisch und Holzfeuer.

Verursacher der Verschmutzung war laut Bericht ein Fischereibetrieb, der zwischen 1940 und 1960 dort produziert hat. Das Gutachten stammt aus dem April 2023 und wurde erst kürzlich dem Vorstand der Deutschen Kindergärten Sonderburg bekannt.

Der Vorstand informierte am Freitag die Eltern in einem offenen Brief über die Situation. Er betont, dass bislang unklar ist, welche Gefahren von der Verschmutzung ausgehen und welche Konsequenzen dies für den Kindergartenbetrieb haben könnte.

Wir hatten keinerlei Kenntnis von dieser Einstufung, und es wundert uns ebenso, dass die Kommune dies vorher nicht untersucht hat.

Vorstand der DKS

„Wir sind keine Expertinnen und Experten in diesen Belangen“, heißt es in dem Schreiben. Deshalb habe man umgehend den Vermieter, die Kommune Sonderburg, um eine fachliche Einschätzung gebeten. Insbesondere soll geklärt werden, ob ein Risiko für Kinder und Personal besteht und welche Maßnahmen zur Beseitigung der Verschmutzung ergriffen werden.

Die Nachricht sorgt bei Eltern und Vorstand gleichermaßen für Frustration und Besorgnis. „Wir hatten keinerlei Kenntnis von dieser Einstufung, und es wundert uns ebenso, dass die Kommune dies vorher nicht untersucht hat“, so der Vorstand weiter. Man stelle klar, dass der Kindergarten keinesfalls ein Grundstück beziehen werde, das ein gesundheitliches Risiko für Kinder oder Personal darstellt.

Im Bericht der Region ist die genaue Platzierung mit Rot markiert.

Die Verantwortung für die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks sieht der Vorstand eindeutig bei der Kommune Sonderburg. „Das ist von Anfang an unsere Erwartung gewesen und ist es auch weiterhin“, betonen die Verantwortlichen.

Update: Die Region Süddänemark gab am Freitagnachmittag auf Anfrage des „Nordschleswigers“ Entwarnung: Die Verunreinigung des Erdreichs wurde bereits 2008 näher untersucht und behandelt. Sachbearbeiter Michael Fogh sagt: „Das Erdreich wurde oberflächlich abgetragen, die verschmutzte Erde entfernt. Die Bodenbelastung, die jetzt noch vor Ort existiert und angezeigt wird, ist so tief, dass sie für Menschen keinerlei Gefahr mehr darstellt, das können wir mit Sicherheit feststellen.“

Laut Sachbearbeiter ist der geplante Umzug des Deutschen Kindergartens an den Kærvej also unbedenklich.

Wissensstand 2 (V2) bei Bodenverschmutzung

Bedeutung:
V2 zeigt an, dass es dokumentierte Beweise für eine Bodenverschmutzung gibt und diese Verschmutzung schädliche Auswirkungen haben kann.

Kartierung:
Die Region kartiert Grundstücke, um einen Überblick über Verschmutzungen zu erhalten und Maßnahmen zu priorisieren.

Dokumentation:
Die Regionen sammeln Daten und führen Untersuchungen durch, um die Bodenverschmutzung zu dokumentieren und zu charakterisieren.

Risiko:
Eine Bodenverschmutzung auf V2-Niveau kann ein Gesundheitsrisiko für Menschen darstellen und die Umwelt beeinträchtigen.

Differenzierung:
Die Regionen können die Kartierung differenzieren, um einen genaueren Überblick über das Risiko zu erhalten.

Kategorisierung:
Verschmutzter Boden kann je nach Art und Konzentration der Schadstoffe als leicht oder stark verschmutzt eingestuft werden.

Kurz & knapp:
V2 bedeutet: Es gibt gesicherte Hinweise auf schädliche Bodenverschmutzung, die für Menschen und Umwelt ein Risiko darstellen kann. Die Regionen erfassen, dokumentieren und bewerten diese Flächen, um gezielte Maßnahmen zu ermöglichen.