Kultur

Ein Hauch Elbphilharmonie im kleinen Loit

Veröffentlicht Geändert
Die elf Musikerinnen und Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters in Hamburg in ungewöhnlicher Umgebung

Elf Cellistinnen und Cellisten des NDR Elbphilharmonie Orchesters spielten in der historischen Scheune in Loit – und machten den Abend zu einem musikalischen Geschenk.

Die Cellos stehen bereit. Elf Musikerinnen und Musiker betreten die Bühne, die sich fast über die gesamte Breite des Raumes erstreckt. Bühne – das klingt fast zu groß für den Ort, an dem die Cellistinnen und Cellisten des NDR Elbphilharmonie Orchesters gleich spielen werden: eine alte Scheune im kleinen Ort Loit, im Besitz von Musikliebhaber Thomas Zwieg.

Zwieg hat bereits zahlreiche musikalische Größen in den Norden geholt – doch mit diesem Ensemble übertrifft er sich – wieder – selbst.

Konzentration und stille Kommunikation

Alle sind still und konzentriert.

Normalerweise spielen die Cellistinnen und Cellisten in der Elbphilharmonie in Hamburg. Zum 250-jährigen Bestehen des Hofes „Smedegaard“, auf dem Zwieg lebt, konnte er das Ensemble nach Nordschleswig einladen – und sich damit, wie er sagt, selbst ein Geschenk machen.

Auch das Publikum kommt auf seine Kosten. Die neun Cellisten und zwei Cellistinnen bieten eine Sinfonie für die Sinne: synchrones Spiel, fließende Bewegungen, präzise Einsätze. Schon das Zuschauen bereitet Freude.

Kommunikation ohne Worte

Die Musikerinnen und Musiker spielen hauptsächlich in großen Konzerthäusern.
Die Blicke wandern immer wieder zu den anderen Musizierenden.

Das Tempo wechselt. Aus der gemeinsamen Bewegung heraus übernimmt jede und jeder eine neue Rolle. Ohne Worte verständigen sie sich – kurze Blicke genügen, um Einsätze und Dynamik abzustimmen. Zwischendurch blitzen Lächeln auf – Zeichen echter Spielfreude.

Das Konzert ist ein Spaziergang durch die Gefühlswelt: Musik, so zart wie junge Liebe, so leidenschaftlich wie Flamenco, so leicht wie eine Komödie – und immer wieder ein Hauch von Melancholie.

Klangfülle in der Scheune

Fast hautnah sitzen die Musikerinnen und Musiker bei den Gästen.

Während der erste Teil des Abends moderner Konzertmusik gewidmet ist, entführt der zweite in die Welt des Films: Mit Melodien aus Jenseits von Afrika, Psycho, Sherlock Holmes und James Bond füllt das Ensemble die Scheune bis unter den Dachfirst. Die Gäste sinken – zumindest gedanklich – in bequeme Kinosessel.

Nach dem Konzert zeigt sich Thomas Zwieg sichtlich zufrieden. Er unterhält sich mit Gästen, bevor er zurück ins Haus geht – dorthin, wo die Musikerinnen und Musiker warten, die er bewirtet – und gelegentlich auch beherbergt.

Das Ensemble nimmt den Applaus entgegen.
Eine Verbeugung für das Publikum