Grenzlandgipfel

Arkil: Deutschland zeigt Tempo – Dänemark sollte mitziehen

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Jesper Arkil, Unternehmer und Vorstandsvorsitzender des nordschleswigschen Wirtschaftsrates URS, legte beim jüngsten Gipfel am Montag in Hadersleben den Finger auf den Puls der Wirtschaft im Grenzland.

Auf Nordschleswigs Wirtschaftsgipfel hat Jesper Arkil, Vorsitzender des „UdviklingsRåd Sønderjylland“, die Bedeutung von Bildung und Infrastruktur für die gesellschaftliche Entwicklung betont. Dabei hob der Chef des Haderslebener Bauunternehmens „Arkil Holding A/S“ hervor, wie wichtig eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist – und was Dänemark von Deutschlands Tempo lernen könnte.

Zweimal im Jahr trifft sich die Wirtschaft im Grenzland zum Netzwerken. Diesmal ist das Interesse spürbar größer gewesen, auch seitens der Landespolitik. Das mag nicht zuletzt der geopolitischen Lage geschuldet sein, wie der Vorsitzende des nordschleswigschen Wirtschaftsrates URS, Jesper Arkil, nach den Gesprächen am Montag im Haderslebener Rathaus vermutet.

Bildung als Schlüssel gegen Spaltung

„Wenn Teile der Bevölkerung bildungsmäßig nicht gefördert werden, führt das zu einer gefährlichen Spaltung“, sagt Arkil und verweist auf die Auswirkungen von Desinformation. „Das gefährdet die Demokratie, den Wohlstand und die Wirtschaft gleichermaßen.“

Der Vorstandschef des Bauunternehmens „Arkil Holding A/S“ lobte die Rede des deutschen Botschafters Pascal Hector auf dem Haderslebener Gipfel: Dieser habe klare Worte für notwendige gesellschaftliche Veränderungen gefunden. „Wir brauchen Menschen, die den Weg weisen und Orientierung geben.“

Arkil: „Bundeswehr hat sich schnell bewegt“

Die Herausforderungen, die Dänemark bei der Priorisierung seiner Verteidigungsausgaben hat, waren ebenfalls Thema. Im Vergleich dazu sei Deutschland deutlich schneller vorangekommen, stellt Arkil fest: „Die Bundeswehr bewegt sich zügig, Deutschland hat mit der Sanierung seiner Infrastruktur begonnen – und das alles sehr schnell.“

Der Haderslebener Unternehmer räumt zugleich mit einem Vorurteil über die Deutschen auf. „In Dänemark herrscht die weitverbreitete Auffassung, Deutschland stecke im Bürokratie-Dschungel fest und komme nicht voran. Das stimmt so nicht. Deutschland bewegt sich durchaus – vielleicht könnten wir uns in Dänemark daran ein Beispiel nehmen.“

Infrastrukturprojekte: Mehr als Autobahnen

Arkil sprach zudem über die Rolle seines Unternehmens in Deutschland. Mit Standorten von Schleswig-Holstein bis Berlin, wo Arkil über die Tochterfirma „AS-BE GmbH“ zunehmende Aktivität verzeichnet, ist das Haderslebener Infrastrukturunternehmen breit aufgestellt und eng in kommunale Projekte eingebunden.

„Dabei geht es nicht nur um Autobahnen – auch Glasfaserinfrastruktur und Klimaanpassungen sind entscheidend.“

Die größte Herausforderung sieht der Vorsitzende des Wirtschaftsrates jedoch im Fachkräftemangel – und zwar beidseits der Grenze. „Wir müssen junge Menschen für unsere Branchen begeistern, um die Projekte umzusetzen, die unsere Gesellschaft so dringend braucht.“