Deutsche Minderheit

80 Jahre Helmuth Petersen: „Ursprünglich wollte ich Sportjournalist werden“

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2023 spielte er seine Paraderolle mit der Gruppe Theaterdrang: ein Plakat von Helmuth Petersen als „Vater“ hängt im Wohnzimmer.

Fitness, soziale Kontakte und Theater – Helmuth Petersen hält sich mit seinen nunmehr 80 Lebensjahren auf vielerlei Weise fit und munter. Am 2. Januar kann der ehemalige Schulleiter aus Sonderburg auf acht Jahrzehnte Leben zurückblicken.

Helmuth Petersen kam am 2. Januar 1945 in Apenrade (Aabenraa) als Sohn von Louise Dorothea (geb. Eberhardt) und Lorenz Hans Petersen in einer deutschen Familie zur Welt. Er besuchte die Deutsche Privatschule Apenrade und machte sein Abitur am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig.

Vom Grundwehrdienst zur Lehrerausbildung

Anschließend absolvierte der junge Mann in Fröslee (Frøslev) und Skrydstrup seinen Grundwehrdienst beim dänischen Militär.

„Ursprünglich wollte ich Sportjournalist werden“, sagt Helmuth Petersen rückblickend. „Aber ich wollte natürlich Kommentator im Fernsehen oder im Radio sein, und das mit der Grundausbildung zum Journalisten, das dauerte mir zu lange“, sagt Helmuth Petersen lachend. „Ich ging dann zum Militär, weil ich zunächst nicht wusste, was ich wollte. Da lernte ich einen Lehrer kennen, und in Gesprächen stellte ich fest, dass es das war, was ich wollte.“

Nach einem halben Jahr als Lehrer-Vikar in der deutschen Schule in Apenrade begann Helmuth Petersen an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg (Flensborg) sein Lehramtsstudium.

Im Laufe des Frühjahrs feiert Helmuth Petersen seinen 80. Geburtstag in mehreren kleinen Einheiten, mit der Familie geht es 2025 auf Geburtstags-Reise.

Nach zweieinhalb Jahren kehrte er 1968 als Junglehrer in seine alte Schule nach Apenrade zurück. Dort arbeitete er nach seinem zweiten Staatsexamen 21 Jahre als verbeamteter Lehrer, bis die Deutsche Schule Sonderburg (DSS) 1989 eine neue Schulleitung suchte.

Umzug nach Sonderburg an den Wasserturm

Zusammen mit seiner Familie zog er nach Sonderburg in das Haus am Wasserturm, in dem er noch heute lebt. Helmuth Petersens Tochter Tenna kam 1971 zur Welt, 1982 und 1985 folgten die Kinder Kira und Lasse.

Bis 2008 war Helmuth Petersen Schulleiter an der DSS, dann ging er in den Ruhestand. Ein Ruhestand, der von allem durch eine schauspielerische Amateurkarriere geprägt war – und bis heute ist.

Beim Messerschnitt kommt Helmuth Petersen in seiner Bastelstube im Obergeschoss zur Ruhe, für ein filigranes Mobile benötigt es rund zwei Wochen feiner Kunsthandarbeit.

Mit der Laienspielgruppe „Theaterdrang“ steht er seit 2015 auf der Bühne, 2023 fand er im Stück „Vater“ seine absolute Glanzrolle, als er einen 80-jährigen, an Alzheimer erkrankten alten Mann so realistisch darstellte, dass Darsteller und Figur komplett miteinander verschmolzen.

„Ich liebe es, Leute um mich zu haben“

Im Kabarett Heimatmuseum spielt Helmuth Petersen neben der Kultfigur „Fidde“ viele andere Rollen – und nimmt die Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger satirisch aufs Korn.

Mit dem Kollegium seiner alten Schule in Sonderburg hält Petersen seit jeher einen engen Kontakt. Unter anderem lädt er seit 1989 einmal jährlich zum gemeinsamen Essen zu sich nach Hause ein – bis heute.

„Ja, ich bin ein sehr geselliger Mensch. Ich liebe es, Leute um mich zu haben. Ich bin sehr sportinteressiert, und auch wenn ich Handball schaue, lade ich gerne andere ein. Dann kommen die Nachbarn, und wir gucken hier bei mir. Und wenn Dänemark gewinnt, kriegen wir einen Ouzo. Ich schaue nie alleine, und ich habe auch das Haus dafür.“

Im Fitnesscenter am Center Øst hält er sich fit – und auch da geht es ihm um das Soziale. „Da sitzen wir dann nach dem Training mit Kaffee und oft mit Keksen und haben kein schlechtes Gewissen, denn wir haben ja trainiert!“

In seinem Haus am Wasserturm lebt Helmuth Petersen seit 1989.

Die verschiedenen Kekse backt Helmuth in der Vorweihnachtszeit natürlich selbst. Ruhe und Entspannung bringt ihm auch die Arbeit mit seinen filigranen Messerschnitt-Kunstwerken, die das ganze Haus füllen und die er auf Adventsmärkten verkauft.

Fünffacher Opa auf Achse

Helmuth Petersen ist fünffacher Opa. Sohn Lars lebt mit seiner Familie in Ekensund (Egernsund), Tochter Tenna wohnt mit Familie in Loit (Løjt), und Kira lebt mit ihrem Mann in Frankreich.

Mit seiner Freundin Marielena führt Helmuth Petersen seit zehn Jahren eine Fernbeziehung, das Paar pendelt zwischen Rumänien und Süddänemark.

Statt zu einer großen Geburtstagsfeier zum 80. Geburtstag lädt Helmuth Petersen seine Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder 2025 zu einer Reise ein. „Wir treffen uns genau an meinem Geburtstag, um zu besprechen, wann wir alle einen gemeinsamen Termin finden können. Da machen wir einen Brunch ab 13 Uhr. Wenn es Leute gibt, die mir am 2. Januar gratulieren wollen, dann am besten erst ab 16 Uhr zu einem Bier oder einem Glas Wein.“

In der Weihnachtszeit schmückt Helmuth Petersen sein Wohnzimmer mit selbst gefertigtem Kunsthandwerk.

„Es ist tatsächlich nur eine Zahl“

In mehreren kleineren Kreisen feiert er im Laufe von 2025 seinen Geburtstag auch mit Freunden und erweiterter Familie nach. „Ich liebe diese Geselligkeit, und so roste ich nicht.“

Wie fühlt es sich an, 80 Jahre alt zu werden? „Genauso wie damals, als ich 50, 60 oder 70 wurde. Das macht für mich überhaupt keinen Unterschied. Es ist zwar eine Floskel, aber es ist tatsächlich nur eine Zahl.“

Jedes Teil seiner Mobiles ist handgefertigt und mit einem scharfen Messer zugeschnitten.