Jubiläum

10 Jahre Café Kisling: „Die Deutschen lieben unseren Kuchen“

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Michael Kisling im gemütlichen Hinterhof, der in den wärmeren Monaten fleißig von den Gästen genutzt wird.

Michael Kislings Cafébar ist seit zehn Jahren ein beliebter Treffpunkt mitten in Sonderburg. Was sich die deutsche Kundschaft wünscht, weiß der Betreiber mittlerweile ganz genau.

Wer inmitten der Sonderburger Innenstadt ins Café Kisling tritt, steht in einem alten Fachwerkgebäude aus dem 17. Jahrhundert, in dem sich das Ursprüngliche mit einem modernen Caféflair vermischt. Rohe Wände, alte Fenster, Holzbalken und die unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten, auf denen gemütliche Kissen liegen. Moderne Dekoration, leichte Gerichte, der Geruch nach gemahlenem Kaffee – das ist das „Café Kisling“.

Vor zehn Jahren hat Michael Kisling (58) in der Perlegade 49 seinen weit und breit beliebten Treffpunkt für viele Sonderburgerinnen und Sonderburger sowie Touristinnen und Touristen geschaffen.

Ob Studierende, Eltern mit ihren Babys, Familien, Paare, Seniorinnen und Senioren oder ein paar Freunde: Bei Michael Kisling wird im Cafébereich oder im gemütlichen Hinterhof geklönt und genüsslich am frisch zubereiteten Kaffee, Tee, einem Bierchen oder einem Glas Wein genippt oder ein Mahl serviert.

Seit zehn Jahren

Michael Kisling freut sich über den Erfolg des Cafés, das am Donnerstag, 27. März, von 11 bis 16 Uhr sein zehnjähriges Bestehen mit Sekt und Kuchen feiert. Das Café ist seine Herzensangelegenheit: „Das Café Kisling bin ich. Hier sollen sich alle in einer völlig relaxten Atmosphäre entspannen können“, so Kisling.

Vor anderthalb Jahren übernahm Kisling außerdem die Küche des einst schräg gegenüberliegenden Supermarkts Favør. Dort werden seither alle Gerichte des Café Kislings vorbereitet. „So sind wir effektiver geworden. Mein Sohn Magnus leitet diese Abteilung. Er ist ein begeisterter Bäcker, und er sorgt für frisches Brot und Mahlzeiten“, so der stolze Vater. Magnus ist 21 Jahre alt.

Michael Kisling an der modernen Kaffeemaschine. Im vergangenen Jahr hat das Café 15.000 große Cappuccinos verkauft. Hinzu kommt literweise Filterkaffee und ganz viel Latte.

In Hadersleben (Haderslev) oder Apenrade (Aabenraa) neue Cafés mit dem gleichen guten Konzept einzurichten, reizt den erfolgreichen Cafébesitzer aus Sonderburg nicht: „Das macht man ja nicht einfach so. Das sind größere Projekte. Und man muss überall die richtigen Mitarbeiter finden.“ Im Café Kisling in Sonderburg arbeiten im Augenblick 14 Angestellte.

Pläne für die Zukunft

Aber einen Traum hat er doch: „Ich würde gern meinen eigenen Kaffee rösten.“ Kisling Kaffee kommt seit vielen Jahren von seinem früheren Arbeitgeber „Kontra Kaffe“ in Kopenhagen.

Ein weiterer Wunsch bezieht sich auf die relativ kleine Küche im hinteren Teil des Kislings. Die würde er gern erweitern. Auf seiner Wunschliste der Zukunft steht außerdem eine Art mobiles Catering, wo die Leckereien bei verschiedenen Veranstaltungen der Gegend vor Ort serviert werden.

Das „Kislings“ hat in den vergangenen Jahren immer mehr Touristinnen und Touristen anlocken können. „Anfangs konnten sie uns nicht finden, weil niemand durch unsere Fenster schauen konnte. Aber nun kommen immer mehr“, meint er lächelnd. Auf die Frage, was gerade die deutschen Kunden meistens bestellen, muss Michael Kisling lächeln: „Die Deutschen lieben unseren Kuchen“. Ein großes Plus ist auch das Hotel Alsik. Die Hotelmitarbeiter schicken viele ihrer Gäste ins Café Kisling. Mund-zu-Mund-Reklame ist die beste Werbung.

Michael Kisling liebt den Kontakt zu seinen Gästen. Hier spricht er im Hinterhof mit Ditte Thordsen (Mitte) und Julie Mikkelsen mit ihrer viereinhalb Monate alten Tochter Mille.

Seit vielen Jahren in der Branche

Über diese Auswahl an Kuchen und anderen Leckereien freuen sich nicht nur die Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger, sondern auch die Touristinnen und Touristen aus Deutschland.

Michael Kisling stammt eigentlich aus Odense und kam im Alter von zehn Jahren nach Sonderburg. 2001 eröffnete er mit seiner damaligen Frau Jette auf dem Sonderburger Rathausmarkt das erste Café „Kaffariet“, das schnell der Treffpunkt mitten in der City Sonderburgs wurde. Nach dem Aufbau von Sonderburgs erster Brauerei ließ sich Michael Kisling beim Kopenhagener Kaffeelieferanten „Kontra Kaffe“ zum Barista ausbilden.

Nach sechs Jahren zurück nach Sonderburg

Michael Kisling übernimmt immer wieder auch selbst das Bedienen seiner Gäste.

Nach sechs Jahren zog es Michael Kisling wieder zurück nach Sonderburg. Der Optiker Steen Thordsen sprach ihn an: Das Nebengebäude des Optikergeschäfts stand seit Jahren leer. Dort hatten mehrere Bekleidungsgeschäfte gelegen. Michael Kisling sagte zu: „Alles musste wieder hergerichtet werden. Die Fenster waren abgeblendet, alles war nur dunkel. Wir haben fünf bis sechs Monate schwer geschuftet, um den langen schmalen Raum in ein Café zu verwandeln“, so Kisling.

Aber das Projekt hat sich gelohnt: Sein Café Kisling ist ein ganz besonderer Ort.

Das Café Kisling liegt in der Fußgängerzone.