Handball

Fries und SønderjyskE entzaubern TTH Holstebro

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Holstebro
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Foto: Karin Riggelsen

Die SønderjyskE-Handballer haben im zweiten Spiel den zweiten Saisonsieg gefeiert. Der DM-Finalist von 2016, TTH Holstebro, wurde auswärts glatt mit 31:27 geschlagen.

Einen solchen Saisonstart hatten die wenigsten erwartet, als die SønderjyskE-Handballer vor wenigen Wochen sang- und klanglos im Pokal-Achtelfinale gegen Århus Håndbold gescheitert waren. Nach der Galavorstellung und dem überzeugenden 28:20-Sieg zum Liga-Auftakt gegen Skanderborg Håndbold folgte ein Paukenschlag. Medaillenkandidat TTH Holstebro wurde in eigener Halle von Torwart Thorsten Fries entzaubert und musste sich von einer glänzend aufgelegten SønderjyskE-Mannschaft glatt mit 27:31 (14:16) geschlagen geben. In dieser Verfassung ist SønderjyskE ein ernstzunehmender Endrunden-Kandidat.

"Für SønderjyskE ist ein Auswärtssieg gegen TTH Holstebro ein guter Skalp. Wir können über diesen Sieg stolz sein", freut sich Simon Kristiansen, der erfolgreichster Torschütze war, aber im Schatten seines Torwarts stand. Thorsten Fries, der in Abwesenheit des verletzten Kristian Dahl Pedersen alle 60 Minuten durchspielen musste, überstrahlte auch den künftigen Flensburg-Schlussmann Torbjørn Bergerud im TTH-Kasten.

Thorsten Fries war der überragende Mann in der ersten Halbzeit und bescherte mit seinen Paraden seiner Mannschaft einen Auftakt nach Maß. SønderjyskE setzte sich über ein 3:0, 6:2 und 8:4 auf 15:11 ab, bevor der Vorsprung in einer der vielen Unterzahl-Situationen der ersten Halbzeit auf zwei Tore dahinschmolz.

SønderjyskE fand aber nach anfänglichen Problemen wieder in den Rhythmus und setzte sich eine Viertelstunde vor Schluss auf 23:18 ab. Thorsten Fries konnte in der zweiten Halbzeit nicht ganz das hohe Niveau der ersten halten, die Paraden wurden seltener, aber seine Vorderleute konnten dennoch den Favoriten auf Abstand halten. TTH verkürzte zwar auf 22:24, doch der variable SønderjyskE-Angriff war an diesem Abend nicht aufzuhalten.

"Ich freue mich in erster Linie über den mentalen Zustand der Mannschaft. Wir haben kontinuierlich gut gespielt, haben uns an den Gameplan gehalten und uns in der Defensive an die Absprachen gehalten. Das klingt simpel, aber wir waren stabil und haben nach fünf Minuten in der gleichen Art und Weise gespielt wie fünf Minuten vor Schluss", freut sich SønderjyskE-Trainer Kasper Christensen: "Es mag vielleicht arrogant klingen, aber ich war zu keinem Zeitpunkt nervös, obwohl TTH wieder herankam. Das ist eine Klassemannschaft, aber wir haben die nötige Coolness gezeigt."

Die Hellblauen haben sich in den ersten beiden Liga-Spielen der Saison unverkrampft und losgelöst präsentiert.

"Wir haben versucht, Selbstvertrauen in die Mannschaft zu pumpen. Wir gewinnen keine Spiele, wenn wir verkrampft spielen. Wir müssen aggressiv und mit Tempo spielen. Das kostet auch einige Fehler, aber die müssen wir in Kauf nehmen. Das ist der beste Weg für uns", meint Kasper Christensen, der beim Sieg gegen TTH Holstebro drei Spieler hervorhob: "Thorsten Fries hat ein starkes Spiel gemacht. Chris Jørgensen hat das gebracht, was wir von ihm wollen, und war cool, als es eng wurde. Kenneth Bach war in der Deckung hervorragend und hat das Spiel über Linksaußen von TTH unterbunden."

Simon Kristiansen (7), Mattias Thynell (6), Adam Nyfjäll (5), Mikkel Møller (5), Aaron Mensing (2), Chris Jørgensen (2), Claus Kjeldgaard (1), Frederik Barm (1), Christian Jensen (1) und Kenneth Bach Hansen (1) erzielten die Tore für die SønderjyskE-Mannschaft, die bereits am Sonntag ab 16 Uhr im Heimspiel gegen Århus Håndbold den guten Saisonstart ausbauen und die Pokal-Pleite revanchieren kann.

"Wir haben jetzt vier Punkte aus zwei Spielen. Darüber freuen wir uns, aber es ist noch zu früh, um über unseren Saisonstart zu urteilen", tritt Simon Kristiansen auf die Euphorie-Bremse.

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