Natur & Umwelt

Goldschakal tötete Lämmer in Nordschleswig

Goldschakal tötete Lämmer in Nordschleswig

Goldschakal tötete Lämmer in Nordschleswig

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Dieser Goldschakal wurde für einen Fuchs gehalten und geschossen. Foto: Scanpix

Die dänische Naturbehörde hat nach DNA-Analysen festgestellt, dass es ein seltener Goldschakal war, der im April Lämmer bei einem Schafzüchter in Nordschleswig gerissen hat.

Die dänische Naturbehörde hat nach DNA-Analysen festgestellt, dass es ein seltener Goldschakal war, der im April Lämmer bei einem Schafzüchter in Nordschleswig gerissen hat.

Die DNA-Analysen an getöteten Tieren haben laut Behörde zweifelsfrei gezeigt, dass diese von einem Goldschakal erlegt worden sind. Um welche Schafzucht in Nordschleswig es sich handelt, wurde nicht veröffentlicht, laut TV Syd möchte der Betreiber nicht genannt werden.

Es ist bereits das dritte Mal seit 2015, dass ein Goldschakal in Dänemark nachgewiesen wurde. Erstmals konnte nachgewiesen werden, dass einer von ihnen Haustiere getötet hat.

„Das überrascht uns auch ein wenig“, so Annette Samuelsen von der Naturbehörde. Der Goldschakal ist vor allem im Südosten Europas, im Mittleren Osten und in Südasien verbreitet. Nun bewegt er sich offensichtlich in den Norden. Erstmals 2015 wurde ein solches Tier in Karup in Mitteljütland entdeckt, als es auf einer Straße totgefahren wurde. Der zweite Fall war (siehe Foto) ein Goldschakal, der bei der Fuchsjagd in Thorsminde in Westjütland erlegt wurde. Das war im Februar 2017.

Behörden bisher auf Wölfe fokussiert

Neben dem Goldschakal sorgt auch die Rückkehr der Wölfe für Gesprächsstoff in Dänemark. Seit 2012 wurden diese Tiere hierzulande wieder in freier Wildbahn beobachtet. Die Behörden gingen zunächst auch im Falle der getöteten Lämmer in Nordschleswig davon aus, dass es sich um einen Wolf handelte, der die Tiere auf dem Gewissen hatte.

„Wir waren sehr auf Wölfe fokussiert, weil es südlich von Holstebro eine Gegend gab, in der einige Wolfsangriffe vermutet wurden“, so Samuelsen, einige der Attacken seien später tatsächlich auf Wölfe zurückzuführen gewesen.

Einen Verwaltungsplan, wie es ihn für Wölfe gibt, brauche es im Falle der Goldschakale aber noch nicht, sagt sie. „Ich will nicht ausschließen, dass das langfristig nötig werden kann“, so Samuelsen, doch mit einem einzigen nachgewiesenen Angriff sei es noch nicht so weit.

Wenn es keinen Verwaltungsplan gibt, gibt es auch keinen Schadenersatz für die betroffenen Tierhalter.

In Dänemark ist es übrigens nicht gestattet, Goldschakale zu schießen. Erst, wenn es zu Problemen kommen sollte, könne eine Regelung genehmigt werden, sagt Samuelsen. „Das würde möglicherweise bedeuten, dass man sie dann schießen dürfte – wohlgemerkt, wenn man einen Jagdschein hat.“

Goldschakale sind etwas größer als Füchse und für Menschen ungefährlich.

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