Umwelt

Tonderns Mülldeponie will PFAS im Sickerwasser reduzieren

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Die chemischen Prozesse mit dem Sickerwasser werden in Westergammelby in zwei großen Schiffscontainern durchgeführt.

Die schädlichen Stoffe sollen mit Rücksicht auf die Natur versuchsweise aus dem versickerten Regenwasser entfernt werden. Tondern nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Der zuständige Ingenieur erläutert das Ziel des Probelaufs.

Als eine der ersten Kommunen im Lande will Tondern den Giftstoff PFAS aus dem Regenwasser entfernen, bereits bevor es die Kläranlage erreicht. Das kommunale Versorgungsunternehmen Tønder Forsyning führt einen Versuch durch, bei dem das versickerte Regenwasser in der Abfalldeponie bei Westergammelby gereinigt werden soll, bevor es weiter nach Tondern (Tønder) ins Klärwerk gepumpt wird.

Mit Rücksicht auf die Natur ist angestrebt, einen großen Teil der PFAS-Verunreinigung zu entfernen. Die neue Anlage soll dazu beitragen, die schädlichen fluorierten Kohlenstoffverbindungen aus dem Sickerwasser zu entfernen.

Bislang wird das Sickerwasser durch eine Membran unter der Mülldeponie aufgefangen und direkt zum Klärwerk in Tondern gepumpt.

Reinigung am Standort der Mülldeponie

Mit dem Versuch wird das Sickerwasser am Standort der Mülldeponie in zwei großen Schiffscontainern aufgefangen und gereinigt. Mit chemischen Prozessen wird der Gehalt an PFAS um 60 bis 80 Prozent reduziert. Nach der Bearbeitung gibt es mit Abwasser und Schlamm mit PFAS zwei Produkte.

„Mit der Reinigung stellen wir sicher, dass der Gehalt an PFAS im Sickerwasser so gering ist, dass es nach einer regulären Tour durch die Kläranlage die geltenden Grenzwerte für PFAS einhält. Der abgetrennte und stark PFAS-haltige Schlamm aus der neuen Anlage wird in Nyborg einer speziellen Verbrennungsanlage zugeführt“, sagt der Ingenieur der zuständigen Abteilung der Versorgungsgesellschaft, Kjeld Rasmussen.

Er erläutert, dass das PFAS unter anderem von Regenkleidung, Gummistiefeln, Teppichen und Matratzen stammt.

Warten auf das Signal der Umweltbehörde

„Die Vorbereitungen sind so weit gediehen, dass wir nur noch auf den blauen Stempel von der Umweltbehörde warten, bevor wir den Startknopf drücken“, so der Ingenieur.

Der Versuch mit der gemieteten Anlage soll nach sechs Monaten ausgewertet werden, um zu sehen, ob die Reinigung des Sickerwassers weitergeführt wird.

Der Effekt wird geprüft

„Wir müssen uns der Wirkung auf das Klärwerk sicher sein, da die Kosten eine Rolle spielen. In den Kauf der Anlage müssen 1,5 Millionen Kronen investiert werden. Dazu kommen jährliche Betriebsausgaben in Höhe von 500.000 bis 600.000 Kronen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass es bald eine Forderung für die PFAS-Reinigung gibt. Mit dem Versuch bemühen wir uns, der Entwicklung etwas voraus zu sein“, so Rasmussen.

Gegenwärtig kann das Sickerwasser aus Westergammelby wegen des PFAS-Gehalts nach dem Prozess im Klärwerk nicht als Schlamm auf die Felder ausgebracht werden, wie Rasmussen erläutert. Es muss verbrannt werden.

Das sind die Erwartungen

Tønder Deponi gehört landesweit zu den ersten Deponien, die diesen Versuch anschieben. Die Versorgungsgesellschaft erwartet, dass jährlich zwischen 12.000 und 13.000 Kubikmeter Sickerwasser die Anlage passieren werden.

Auf Jahresbasis sollen etwa sieben bis acht Tonnen PFAS-Schlamm zur Verbrennungsanlage befördert werden.

Das landet auf der Mülldeponie

• Abfälle, die nicht recycelt oder verbrannt werden können oder dafür nicht geeignet sind. Dazu gehören etwa nicht recycelbare PVC-Abfälle, Planen, Bodenbeläge, verrottete Reifen und dergleichen
• Asbesthaltige Abfälle dürfen nicht mit anderen zur Deponierung geeigneten Abfällen vermischt werden. Sie müssen separat sortiert und in Big Bags von Tønder Forsyning gesammelt werden
• Eternitplatten sind grundsätzlich als asbesthaltiger Abfall zu behandeln
• Es wird nur Schlamm angenommen, der mehr als 30 % Trockenmasse enthält.