Geschäftswelt

Projektleiter Scheelke: „Wir sind auf einem guten Weg“

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Claus Scheelke steht Unternehmerinnen und Unternehmern beratend zur Seite. Der Infoladen ist zugleich eine Werbefläche für die Initiative „Tønder Marked".

Im Einzelhandel in Tondern gibt es durch einen gezielten Einsatz Umzüge und Neuzugänge. Claus Scheelke hilft Interessierten, die einen Laden oder ein Café eröffnen möchten.

Die ersten verwaisten Läden an der Østergade in Tondern füllen sich wieder mit Leben. „Wir sind auf einem guten Weg“, lautet das Fazit von Projektleiter Claus Scheelke.

Er steht seit vergangenem Sommer an der Spitze der Bemühungen, der Fußgängerzone in Tondern und allem voran der Østergade neues Leben einzuhauchen. Der Handelsverein in Tondern und der Touristikverein Röm-Tondern hoben im Sommer 2024 gemeinsam das Projekt „Sammen“ aus der Taufe.

Unter dem Oberbegriff „Tønder Marked“ wird der erste Schritt gemacht, um zum Beispiel mit kleinen Cafés, einem Weinladen und Secondhand- oder Kunsthandwerksläden für eine besondere Atmosphäre zu sorgen.

Tønder Marked visuell veranschaulicht

Als Werbefläche für das Vorhaben dient die Anlaufstelle von „Sammen“ in der Fußgängerzone in Tondern. „Wir haben hier im Infoladen quasi alle Informationen auf den Wänden platziert, um Tønder Marked visuell spürbar zu machen“, erzählt Scheelke.

„Bevor Leerstand zu Wohnungen wird, wollten wir die neue Entwicklung kickstarten“, erläutert der Goldschmied, Designer und Marketingfachmann.

Der 58-Jährige hilft den Leuten mit unternehmerischen Ideen auf die Sprünge. „Revisionsunternehmen und Banken haben ihre Hilfe zugesichert. Als Art Task-Force versuchen wir, den Menschen zu helfen, die einen Traum haben. Wir sagen ihnen, was realistisch ist, damit sie mit ihrer Idee nicht ins offene Messer laufen“, erklärt Scheelke. Bei der Starthilfe gehe es auch darum, mit einem Geschäftsplan einen roten Faden zu finden.

Hochprozentige Produkte statt Möbel

Norlyk Distillery zieht in das Gebäudekomplex auf der linken Straßenseite ein. In dem Eckhaus gegenüber hat sich ein Bestattungsunternehmen angesiedelt.

Konzentriert sich sein Einsatz auch auf die ganze Fußgängerzone, so bildet die Østergade einen besonderen Schwerpunkt. „Die Umsiedelung von Norlyk in das leer stehende 2.300 Quadratmeter große Möbelgeschäft war eine riesige Sache, die wir gerne in Gang setzen wollten“, freut sich Scheelke, dass dieser Vorstoß geklappt hat.

„Norlyk Distillery“ verlässt die alte Buchdruckerei in der Søndergade, um ins frühere Möbelgeschäft in der Østergade 29–33 zu ziehen.

Gegenüber hat bereits seit Jahresanfang das Bestattungsunternehmen von Glenn McPerson Houborg seinen Standort. McPerson Houborg verlegte „Marskens Begravelsesforretning“ vom Alexandrinevej in den Stadtkern.

Tonderaner kehrt aus Belfast zurück

In einem historischen Haus in der Østergade lässt sich Uhrmacher Hans-Henrik Enoksen, der sich exklusiven Uhren verschrieben hat, mit „Enoksen Watches“ nieder.

Den gebürtigen Tonderaner zieht es von Belfast in Irland zurück in die nordschleswigsche Heimat. In dem langjährigen Domizil der Fotografin Karen Ahrenkiel plant er, im Parterre eine arbeitende Werkstatt mitsamt Showroom einzurichten.

Mit der Galerie „Coming up“ erwähnt Scheelke einen weiteren Neuzugang. In der Vestergade 15, in dem roten Gebäude zwischen der Kino-Bar und dem Imerco-Laden in der Fußgängerzone, zieht Francesco Mazuhn mit Nordic Wool Factory ein. In seinem Laden bietet er handgemachte Produkte aus der Wolle von einer besonderen färöischen Schafrasse an. Nach einem erfolgreichen Probelauf in einer Hütte auf dem Weihnachtsmarkt hat er sich für die Geschäftseröffnung entschieden.

Scheelke hat auch den Weihnachtsmarkt im Blick

Francesco Mazuhn eröffnet ein Geschäft in der Fußgängerzone in Tondern.

Während der vergangenen Monate ist Claus Scheelkes Aufgabenbereich erweitert worden, und er hat auch beim Weihnachtsmarkt einen Finger im Spiel.

„Wir haben 15 neue Hütten gekauft, die vor Jahren in Aarhus genutzt worden sind. Wir hoffen, dass sie in der Werkstatt im Gefängnis in Renbæk renoviert werden können, um auf dem Weihnachtsmarkt integriert zu werden.“

Ob das denn im Umfeld der Kirche oder auf der Schiffbrücke umgesetzt wird, müsse sich noch herausstellen, sagte Scheelke.