Gesundheit

Maßgeschneiderte Notdienst-Lösung für Tondern

Maßgeschneiderte Notdienst-Lösung für Tondern

Maßgeschneiderte Notdienst-Lösung für Tondern

Monika Thomsen
Tondern/Tønder
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Im Tonderner Krankenhaus läuft bereits die Notfallklinik in Regie der Krankenschwestern. Foto: Monika Thomsen

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In Regie der Region Süddänemark wird im Krankenhaus in Tondern eine Bereitschaft mit Krankenschwestern eingerichtet. Die Vorsitzende des kommunalen Gesundheitsausschusses begrüßt diese neue Lösung. Gegenwärtig liegt der ärztliche Notdienst an der Westküste auf Eis.

Die Gefahr, dass Tondern im Zuge der neuen Vereinbarung zwischen der Region Süddänemark und der süddänischen Interessenorganisation der niedergelassenen Ärzteschaft, Praktiserende Lægers Organisation (PLO), als Notdienst-Standort ganz rausfliegt, ist gebannt.

Tondern ist zwar von der Absprache mit PLO ausgeklammert, die Region Süddänemark hat aber für die 1.185 Quadratkilometer große Westküstenkommune eine maßgeschneiderte Lösung eingefädelt.

Die Region setzt außerhalb der Sprechzeiten der Hausärztinnen und -ärzte auf ein Angebot, das mit Krankenschwestern besetzt ist, wie von der Vorsitzenden des kommunalen Gesundheitsausschusses, Anette Abildgård Larsen (Konservative Volkspartei) zu erfahren ist.

Bereitschaftsdienst wird mit Unfallklinik kombiniert

Diese Funktion soll mit der im Tonderner Krankenhaus bestehenden Unfallklinik kombiniert werden. Diese wird von Krankenschwestern betrieben und hat täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet.

„Das ist eine gute Lösung. Diese Mitarbeiterinnen haben die erforderlichen Kompetenzen. Sie haben dann die Möglichkeit, sich im Rahmen von Videoanrufen mit Ärztinnen und Ärzten kurzzuschließen“, berichtet die Ausschussvorsitzende.

Die Vorsitzende des kommunalen Gesundheitsausschusses, Anette Abildgård Larsen, begrüßt die neue Lösung. Foto: Hans Christian Gabelgaard/JydskeVestkysten

Seit Oktober wieder ärztliches Bereitschaftsangebot

Seit der Coronapandemie im Frühjahr 2020 und bis Oktober 2022 gab es am Krankenhaus in Tondern keinen ärztlichen Bereitschaftsdienst zwischen 16 und 8 Uhr.

Die knapp 37.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune Tondern mussten außerhalb der herkömmlichen Sprechzeiten beim Bedarf für eine ärztliche Untersuchung den Anfahrtsweg nach Apenrade (Aabenraa), Hadersleben (Haderslev) oder Esbjerg in Kauf nehmen.

Während der langwierigen Verhandlungen zwischen der Region Süddänemark und PLO gab es in Tondern die Befürchtung, dass das Angebot langfristig ganz wegfallen würde. Die Kommune hatte bereits vor einem Jahr der Region ihre Wünsche und Besorgnis mitgeteilt.

„Digitale Ressourcen nutzen“

„Die gesundheitlichen Angebote müssen zu allen Bürgerinnen und Bürgern ausgebreitet und die Funktionen nicht ausschließlich zentralisiert werden. Dabei gilt es, die digitalen Ressourcen zu nutzen“, sagt Anette Abildgård Larsen.

„Mit dieser Lösung nähern wir uns dem früheren Angebot von vor Corona“, sagt sie.

Die Vorsitzende sieht mit der neuen Lösung, die noch vom Regionsrat abgesegnet werden soll, auch Verbesserungen für die Pflegeheime. Für diese Einrichtungen gebe es zukünftig eine gesonderte Telefonlinie zum ärztlichen Notdienst.

Bessere Möglichkeiten für Pflegeheime

„Dann muss das Personal nicht lange in der telefonischen Warteschleife hängen, um zum Arzt durchzukommen“, so Anette Abildgård Larsen.

„Ich denke mir, das Ergebnis ist das bestmögliche, was erreichbar war. Dies auch mit Blick auf den Ärztemangel und der Tatsache, dass ja nicht alle Gemeinschaftspraxen am Bereitschaftsdienst teilnehmen“, sagt die Ausschussvorsitzende.

Sie ist kürzlich bei einem Treffen mit der Region über die neue Lösung informiert worden.

Neue Lösung gilt ab 1. Juni

Die Unfallkliniken in Tondern und Grindsted werden ab 1. Juni in den ärztlichen Bereitschaftsdienst integriert, wie von Trine Malling Lungskov, Abteilungschefin bei der Region Süddänemark, zu erfahren ist.

„Die Bürgerinnen und Bürger müssen wie bisher beim Bereitschaftsdienst anrufen, wenn sie akut krank werden oder sie eine Verschlimmerung ihrer Erkrankung erleben. Der Arzt schätzt dann ein, ob es einen Bedarf gibt, den Patienten physisch zu sehen. Er bezieht auch dazu Stellung, ob diese Aufgabe mit einem ärztlichen Backup auf Video von den Krankenschwestern übernommen werden kann“, berichtet Trine Malling Lungskov.

Der Artikel ist um 10.20 Uhr um den letzten Absatz und die Information, dass der Bereitschaftsdienst seit Oktober 2022 wieder im Krankenhaus in Tondern läuft, ergänzt worden.

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