Venstre-Zoff

Iversen: „Sehe Frandsen nicht als Hauptkonkurrenten“

Iversen: „Sehe Frandsen nicht als Hauptkonkurrenten“

Iversen: „Sehe Frandsen nicht als Hauptkonkurrenten“

Tondern/Tønder
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Die Wahl von Martin Iversen (2. v. l.) brachte das Fass zum Überlaufen. Der amtierende Bürgermeister Henrik Frandsen (r.) musste seine Niederlage einsehen. Neben ihm der Parteivorsitzende Kim Tygesen. Jørn Skov (l.) war Versammlungsleiter an dem berühmten Juni-Abend auf einem Feld in Aggerschau. Foto: Archiv: Elise Rahbek

Venstres Bürgermeisterkandidat ist erleichtert, dass man nach der Gründung der Tønder Listen damit anfangen kann, Politik zu machen. Er sieht seinen größten Widersacher bei den Sozialdemokraten.

Der Bürgermeisterkandidat für Venstre in der Kommune Tondern, Martin Iversen, ist erleichtert, dass mit der Gründung der Tønder Listen Klarheit herrscht. „Endlich. Wir wussten, dass es so kommen würde, das ist ganz in Ordnung. Ich habe keine Probleme, gegen Henrik Frandsen als Bürgermeisterkandidat der Tønder Listen anzutreten. Er ist nicht die wichtigste Person in dieser Frage. Meinen größten Gegner sehe ich bei den Sozialdemokraten. Schließlich sind es die beiden großen Parteien im Stadtrat, die sich um den Bürgermeisterposten duellieren. Es ist vermutlich nie in der Geschichte der Kommune vorgekommen, dass ein Kandidat einer kleinen Liste Bürgermeister geworden ist, obwohl ein Jørgen Popp Petersen (Stadtratsvertreter der Schleswigschen Partei, Anm. d. Red.) natürlich auch Bürgermeister werden könnte“, erklärt Martin Iversen.

Nun geht es an die Politik

Froh sei er, dass jetzt die Mannschaft zusammengerufen werden könne, die weiter für Venstre eintreten könne. Nun sei die Zeit endlich für die Politik, ein Wahlprogramm und einen Visionsplan gekommen. Von den personellen Querelen halte er nichts.

Martin Iversen gewann die Abstimmung gegen Henrik Frandsen nur knapp. Foto: Archiv: Elise Rahbek

Dass die Fraktion seiner Partei plötzlich von ursprünglich 15 auf 8 Mitglieder geschrumpft ist, sieht er nicht als Problem an. „Wir werden nach der Wahl mit mehr als 8 Abgeordneten im Stadtrat vertreten sein. Da bin ich mir sicher. Wir haben seit jeher ein sehr gutes Verhältnis zu den kleineren Parteien.

Diese Meinung teilt der Parteivorsitzende Kim Tygesen. „Es ist sehr bedauerlich und schade, dass es nach einer demokratischen und fairen Wahl eines Bürgermeisterkandidaten so enden musste. Wir werden aber mit einem starken Team in den Wahlkampf ziehen, und Venstre wird mehr als die jetzt acht Mandate gewinnen. Wir wünschen eine gute Zusammenarbeit mit Frandsen, Tønder Listen und all den anderen Parteien“, unterstrich Tygesen.

Dass der Vorstand einen der beiden Bürgermeisterkandidaten bevorzugt habe, treffe nicht zu, unterstreicht der Parteichef. Er habe kein Verständnis für die geübte Kritik seitens der Vertreter der Tønder Listen, dass der Parteivorstand im Zuge der öffentlich ausgetragenen Venstre-Querelen zu untätig gewesen sei. „Wir haben nicht passiv zugeschaut. Wir haben hart daran gearbeitet, Ruhe in die Partei zu bringen. Aber wir können unseren Leuten nicht vorschreiben, was sie öffentlich sagen und schreiben. Wir können ihnen nur Empfehlungen geben“, so der Parteivorsitzende.

Zwei Venstre-Lager

Die Spaltung der Partei hat nicht ihren Ursprung in der Wahl des Bürgermeisterkandidaten. Kim Tygesen wurde vor zwei Jahren bei einem unerwarteten Sturz seines Vorgängers Lars-Erik Skydsbjerg als Venstre-Chef gewählt. Auffällig war auch das Verhalten der Parteimitglieder, als das Apenrader Stadtratsmitglied Philip Tietje als Folketingskandidat gewählt werden sollte und plötzlich auf einen Gegenkandidaten stieß.

Auch bei den internen Generalversammlungen in den lokalen Parteiverbänden ging es zum Teil hoch her. In Tondern unterlag der amtierende Vorsitzende Søren Thorup Hansen bei einer Kampfabstimmung seinem Nachfolger Søren Rødgaard Henriksen. Auch innerhalb der Venstre-Stadtratsfraktion gingen die Wogen hoch.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Grüne Zukunft“