Natur

Hochbetrieb bei Zugvögeln im Wattenmeer

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Die Pfuhlschnepfen mit ihrem rötlichen Federkleid fliegen vom Wattenmeer aus nonstop bis nach Nordsibirien. Links auf dem Foto ist ein Kiebitzregenpfeifer zu sehen, dieser Zugvogel fliegt erst Anfang Juni in sein subarktisches Brutgebiet.

Die ersten Schwalben sind nach ihrer Rückkehr aus Afrika bei Emmerleff gesichtet worden. Frühheimkehrer wie Rohrammer und Neueinwanderer wie das Schwarzkehlchen sind im Küstenbereich bei Hoyer präsent.

Entlang der Wattenmeerküste bei Hoyer herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb bei den Zugvögeln. Viele Langstreckenzieher wie die Knutts (Islandsk ryle), Pfuhlschnepfen (Lille kobbersneppe) oder Goldregenpfeifer (Hjejler) rasten wochenlang im Watt und auch in den Marschen, um sich in den nahrungsreichen Gebieten für den Weiterflug in arktische Brutgebiete zu stärken.

Viele Watvögel verdoppeln ihr Gewicht vor dem mehrere Tausend Kilometer langen Weiterflug teilweise bis Nordsibirien. Im vergangenen Jahr hat der Vogelforscher Peter Prokosch das Buch „Die Ostatlantische Vogelzugroute“ veröffentlicht und auf Sylt über Probleme vieler Arten infolge der Erderwärmung berichtet.

Einige Vögel der Pfuhlschnepfen-Population treffen erst in ihren Brutgebieten ein, wenn dort aufgrund der immer früheren Schneeschmelze die Insekten bereits wieder verschwunden sind, von denen sich die Pfuhlschnepfenküken ernähren.

Die großen Zugvogelschwärme sind vor allem bei Hochwasser vom Deich bei der Wiedauschleuse gut zu sehen. Zuweilen werden sie von Seeadlern beäugt, die auf den Buhnen lauern, um sich unter den rastenden Vögeln Futter zu sichern.

Viele Brutvögel sind schon eingetroffen

Die Säbelschnäbler brüten im Südteil des Margrethenkoogs. Besonders gut sind sie bei Sieltoft (Siltoft) vom Weg in den Rickelsbüller Koog zu sehen.

Neben den nur im Wattenmeer und in den Marschen rastenden Seevögeln sind aktuell auch schon viele Brutvögel der Wattenmeerregion etwa bei Hoyer am Beobachtungspunkt Wiedauschleuse (Vidåslusen) zu sehen. Dazu zählen die Säbelschnäbler (Klyder), die schon im März wieder an der Wiedaumündung gesichtet wurden.

Einige Kiebitze (Viber) waren gleich ganz an der nordschleswigschen Westküste geblieben. Inzwischen sind auch die Rotschenkel (Rødben) wieder eingetroffen.

Die Kiebitze sind teilweise während des gesamten Winters in den Marschen geblieben.

Einige Singvögel sind früh wieder im Brutrevier

Aktuell sind auch Goldregenpfeifer im Watt zu sehen. Diese Vögel finden aber vor allem in den Marschen ihr Futter. Möglicherweise weichen sie angesichts der Trockenheit zur Futtersuche ins Watt aus, um sich für den Weiterflug zu stärken.

Auch ein Teil der Singvögel ist bereits ab März wieder in den Küstenbereichen bei Hoyer eingetroffen. Dazu zählen die Grauammer (Bomlærke), die Rohrammer (Rørspurv), die man im Schilf entlang der Wiedau antrifft, aber auch die Schwarzkehlchen (Sortstrubet Bynkefugl). Letztere sind erst seit rund 25 Jahren im westlichen Nordschleswig heimisch geworden.

Die früher eher im mediterranen Bereich heimischen Singvögel haben vermutlich auch im Zuge der Klimaerwärmung neue Brutgebiete in Nordschleswig gefunden. Die Grauammern sind auch schon seit Wochen wieder entlang der Wege im westlichen Nordschleswig zu sehen.

Das Schwarzkehlchen ist erst seit 25 Jahren im Raum Hoyer heimisch geworden.

Erste Schwalben am 14. April gesichtet

Die ersten Rauchschwalben sausten bei Emmerleff durch die Lüfte – sie sind aus Afrika zurückgekommen.

Am Montag, 14. April, waren bei Emmerleff (Emmerlev) die ersten Rauchschwalben (Landsvaler) zu sehen. Die Langstreckenzieher überwintern in Afrika südlich der Sahara. Auch diese Art trifft seit Jahren immer früher in Dänemark ein.