Deutsch-Dänisch

Zwischen Malz & Moderne: Kreatives Stelldichein bei Fuglsang

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Im April entstanden in der Mälzerei Fuglsang drei Musikvideos mit namhaften Kunstschaffenden. Das Team bedankte sich bei der Belegschaft mit einem Konzert.

Im Frühjahr war die traditionsreiche Malzfabrik Fuglsang Schauplatz zeitgenössischer Musik- und Videokunst. In den historischen Hallen des Haderslebener Familienunternehmens hatte sich ein deutsch-dänisches Team niedergelassen – und die Fabrik in einen kreativen Schmelztiegel der Kulturen verwandelt. „Es war ein tolles Erlebnis“, sagt Kim Fuglsang.

Die Malzfabrik Fuglsang hat sich nicht nur als Produzentin von Malz einen Namen gemacht: Nach dem Besuch des Dänischen Königlichen Balletts 2018 hat Direktor Kim Fuglsang vor Ostern erneut die Fabriktore für ein kulturelles Ereignis geöffnet. Insgesamt sechs Musikvideos hat ein deutsch-dänisches Produktionsteam in Hadersleben gedreht, drei in der altehrwürdigen Fabrikhalle an der Ripener Landstraße – und drei im Skaterpark Streetdome am Hafen.

Zufallstreffer mit Wow-Effekt

Auch eine Drohne kam bei den Aufnahmen zum Einsatz.

„Bei der Wahl der Drehorte hat der Zufall die Hauptrolle gespielt“, wie Johan Svitzer verrät.

Der Kopenhagener ist Musiker und Inhaber des Musikverlags „Edition Svitzer“. Beim Besuch seiner Familie im Grenzland sei er durch die Domstadt gewandert. Dabei ist ihm die Malzfabrik aufgefallen. Es war ein Wow-Effekt auf den ersten Blick: „Dieses fantastische Gebäude war der perfekte Rahmen für unsere Musikvideos.“

Kurzentschlossen kontaktierte Svitzer die Direktion: „Kim hat schnell geantwortet und uns mit offenen Armen empfangen.“

„Es war ein besonderes Erlebnis“, sagt Kim Fuglsang, Direktor der Mälzerei Fuglsang, rückblickend, nicht zuletzt wegen des Konzerts, mit dem sich das deutsch-dänische Team bei der Belegschaft für die Gastfreundschaft bedankt hat.

Direktor Kim Fuglsang öffnet nicht zum ersten Mal die Türen der Mälzerei für Kulturprojekte: Ein dänisches Filmteam und das Königliche Ballett waren bereits in dem Unternehmen zu Gast.

Internationale Klänge in Hadersleben

Warum ist die Wahl ausgerechnet auf Hadersleben gefallen?

„Wir sind immer auf der Suche nach spektakulären, oft historischen Orten für unsere Videos“, sagt Svitzer, dem die Kunsthalle „Spritten“ in Aalborg als Drehort gedient hat – unter anderem.

Die deutsche Produktionsfirma „Roschkov Media“ aus Saarbrücken zeichnet für die Produktion der sechs Videos verantwortlich. Das musikalische Spektrum bewegt sich zwischen Folk, Klassik und zeitgenössischer Musik, wie Svitzer sagt.

Auch im Skaterpark Streetdome entstanden drei Videos. „Auf den Streetdome bin ich aufmerksam geworden, weil ich zwei kleine Kinder habe“, sagt Johan Svitzer (2.v.r.).

Die Musikerinnen und Musiker kommen aus verschiedenen Ländern. Henrik Cornelius aus Dänemark, Josie Lin aus China, Fumito Nunoya (Japan) wirken mit – und der gebürtige Pianist Jacob David, der bei Aggerschau (Agerskov) aufgewachsen ist. Ebenso das dänische Ensemble „Svestar “, in dem Svitzers Frau mitspielt. Ihre Familie stammt übrigens aus Wonsbek (Vonsbæk).

Demnächst auch online

Die fertigen Musikvideos erscheinen nach und nach in diesem und im kommenden Jahr auf dem YouTube-Kanal des Verlags sowie auf allen gängigen Streamingdiensten. Eine Kostprobe ist schon jetzt erhältlich.

Im Jahre 2018 war das Dänische Königliche Ballett zu Gast bei Fuglsang.