Kommunalpolitik

Das bei Seth angestrebte Schießzentrum ist vom Tisch

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Die Schießsportanlage war in der Nähe der Windkraftanlagen am Vindtvedkanal vorgesehen.

Die politischen Entscheidungen zweier Ausschüsse lösen in Seth Jubel aus. 401 Bürgerinnen und Bürger hatten mit Unterschriften gegen das Projekt protestiert.

„Vor lauter Jubel kann ich meine Arme kaum senken“, sagt Flemming Frandsen aus Seth lachend. Er ist Vorsitzender des Lokalrats Seth-Uberg (der Interessenvertretung der Bürgerinnen und Bürger). Das Gremium hatte sich gemeinsam mit den Bürgervereinen aus Rohrkarr (Rørkær) und Jeising (Jejsing) vehement gegen das Schießzentrum gewehrt.

Nach Entscheidungen der kommunalen Ausschüsse für Klima, Wachstum und Entwicklung sowie Technik und Umwelt geht an diesem Standort die Planung des Schießzentrums nicht weiter. Östlich von Seth strebte ein Projektmacher den Bau eines modernen Schießzentrums nach internationalem Standard für verschiedene Schießsportarten an.

„Bei dem großen Widerstand hatten wir diese Entscheidung erhofft und erwartet. Alles andere hätte uns auch in einem Wahljahr gewundert“, sagt Frandsen. Es sei positiv, dass die Politikerinnen und Politiker den Bürgerinnen und Bürgern zuhören würden. „Wir haben lange für diese Sache gekämpft und hätten weitergemacht, wäre die Planung weitergelaufen“, erklärt Frandsen.

Projektmacher Dennis Dupont Andersen aus Leck (Læk) hatte die Pläne im Oktober 2023 der Anwohnerschaft in Seth bei einem Treffen präsentiert.

Vereine machten mobil

Die drei Vereine hatten 401 Unterschriften gesammelt. Die Bürgerinnen und Bürger befürchteten die Lärmbelästigung und das Verkehrsaufkommen, da die kleinen Straßen im Umfeld nicht dafür ausgelegt seien. Zudem ging es ihnen um die Umweltbelastung durch die verschmutzte Erde, die für den acht Meter hohen Erdwall genutzt werden sollte, wie Frandsen erklärte, als eine Delegation im November den Einspruch an Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) ablieferte.

In der Anhörungsphase für Ideen waren 36 Bemerkungen eingegangen. 26 dieser Antworten sprachen sich gegen das Projekt aus. Auch aus der Nachbargemeinde Ellhöft (Ellehoved) südlich der Grenze gab es Widerstand gegen die Pläne.

79 Personen votierten mit ihrem Namenszug in einer Unterschriftensammlung für das Schießzentrum. 45 von ihnen kamen aus der Kommune Tondern und 34 aus anderen dänischen Kommunen

Politiker hat Sicherheitspolitik im Blick

Der Ausschuss für Technik und Umwelt

• Poul Erik Kjær (Venstre)
• Hans Schmidt (Konservative Volkspartei)
• Harald Christensen (Sozialdemokratie)
• Leif Hansen (Schleswigsche Partei)
• Karl Henning Clausen (Tønder Listen)

• Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten)
• Martin Iversen (Venstre)
• Harald Christensen (Sozialdemokratie)
• Bjarne Lund Henneberg (Sozialistische Volkspartei)
• Bo Jessen (Tønder Listen)

Vier Bürger mit Flemming Frandsen (3. v. r.) an der Spitze lieferten im November die Unterschriften im Rathaus ab (Archivfoto).

„Vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Situation in Dänemark und Europa bin ich der Auffassung, dass an einem anderen Standort ein Zentrum angestrebt werden sollte, bei dem auch die zivile Bereitschaft, die Heimwehr und die Streitkräfte mit eingedacht werden“, sagt Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten), Vorsitzender des Ausschusses für Entwicklung.

Im Entwicklungsausschuss setzte sich Hans Schmidt (Konservative Volkspartei) für eine weitere Planung ein.

„Mit Rücksicht auf rund 100 Schießsportinteressierte halte ich es für ein zu großes Vorhaben, dort 300.000 Kubikmeter Erde hinzutransportieren. Das entspricht 12.000 Lastwagen“, sagt Poul Erik Kjær (Venstre), Vorsitzender des Technischen Ausschusses.

„Einsprüche, die Eindruck hinterlassen“

Aus dem Material würde hervorgehen, dass während der ersten zwei bis fünf Jahre zwei Container als Klubhaus dienen sollen. „Das deutet für mich nicht auf ein schönes Schießzentrum hin, das Leute aus ganz Dänemark und der Welt anlocken kann.“

Die Einsprüche der örtlichen Bürgerinnen und Bürger würden Eindruck machen. Bei den befürwortenden Stimmen handele es sich um Menschen, die in Tondern oder in anderen dänischen Kommunen wohnen würden.

Harald Christensen (Sozialdemokratie) nahm wegen Befangenheit in beiden Ausschüssen nicht bei diesem Tagesordnungspunkt teil. Der Architekt hat das Klubhaus für die Schießanlage entworfen.

Indes gibt es für den Lokalrat in Seth-Uberg Grund zum Feiern: „Jetzt können wir eine Flasche Rotwein öffnen, anstatt wieder die Arbeitshandschuhe fürs Weiterkämpfen anzuziehen“, meint Flemming Frandsen.