Geschichte

Ausstellung im Schloss Schackenborg ehrt Otto Didrik Schack

Ausstellung auf Schackenborg ehrt Otto Didrik Schack

Ausstellung auf Schackenborg ehrt Otto Didrik Schack

Mögeltondern/Møgeltønder
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Der Tonderner Bürgermeister Henrik Frandsen (2. v. r.) hat am Mittwoch die Ausstellung über Graf Otto Didrik Schack im Rittersaal von Schackenborg eröffnet. Rechts neben ihm die Direktorin der Stiftung „Schackenborg Fond“, Trine Jepsen und Siegfried Matlok, der im Namen der Stiftung den einstigen Amtmann in Tondern würdigte. Ganz links Kirsten Bossen, die als Bezirksvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger die deutsche Minderheit in der Kommune Tondern bei der Veranstaltung repräsentierte. Foto: Volker Heesch

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Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen hat den reich illustrierten historischen Streifzug durch das Leben der Schlüsselfigur während der Neufestlegung der Grenze 1920 eröffnet. Siegfried Matlok würdigte im Namen der Schackenborg-Stiftung die Rolle des Tonderner Amtmanns als Brückenbauer zwischen Dänen und Deutschen.

Im Rittersaal des Schlosses Schackenborg in Mögeltondern ist am Mittwoch die Ausstellung zu Ehren Graf Otto Didrik Schacks eröffnet worden.

Brückenbauer nach 1920

Der Amtmann von Tondern, er übte die Funktion von 1920 bis zu seinem Tod 1949 aus, ist in die Geschichte des deutsch-dänischen Grenzlandes als der „Brückenbauer zwischen Dänen und Deutschen, zwischen Mehrheit und Minderheit und zwischen den sozialen Schichten“ eingegangen, so der Direktor des Museumsverbundes Museum Sønderjylland, Aksel Johnsen, der maßgeblich an der Vorbereitung des reich illustrierten historischen Streifzugs durch das Leben einer Schlüsselfigur in der Zeit der Volksabstimmungen und Neufestlegung der deutsch-dänischen Grenze 1920 beteiligt gewesen ist.

Buch zur Ausstellung erschienen

Johnsen sprach, nachdem die Direktorin der Stiftung „Schackenborg Fonden“, Trine Jepsen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung willkommen geheißen hatte. In deren Verlauf wurde auch ein Buch zur Ausstellung unter dem Titel „Brobyggeren – Lensgreve Otto Didrik Schack“ von deren Mitautorin, Museumsinspektorin Mariann Kristensen, Museum Schloss Sonderburg, vorgestellt.

Die Ausstellung ist durch viele historische Fotos, die vergrößert und mit dänischen und deutschen Texten erläutert werden, ausgestattet. Das abgebildete Plakat zeigt Otto Didrik Schack bei seiner Rede, in der er den dänischen König Christian X. im Namen der Nordschleswiger bei der „Wiedervereinigungsfeier“ auf der Düppeler Höhe ansprach. Foto: Volker Heesch

Bevor Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen) bei seiner offiziellen Einweihung der Schau die Ausstellung als ein kleines Trostpflaster für den bisher ausgebliebenen Besuch der Königin im Zuge des Grenzjubiläums rühmte, sprach der frühere Chefredakteur des „Nordschleswigers“, Siegfried Matlok, im Namen der Schackenborg-Stiftung.

Intellektueller Fürst

Matlok beschrieb Otto Didrik Schack, der von 1882 bis 1949 lebte, als einen „intellektuellen Fürsten“, der in seinem Leben „mit ganz anderen Waffen gekämpft hat als sein Vorfahr, der Feldherr Hans von Schack“, der 1664 das Schloss Schackenborg erbauen ließ. Matlok betonte den Druck, dem Otto Didrik Schack als Brückenbauer zwischen Deutschen und Dänen ausgesetzt war. Dieser sei heute als der Vertreter des nach der Mehrheitsentscheidung am 10. Februar 1920 zugunsten Dänemarks mit dem Königreich vereinten Nordschleswigs bekannt. Er hatte bei der „Wiedervereinigungsfeier“ im Juli 1920 König Christian X. mit einer berühmten Rede begrüßt und im Namen seiner Landsleute Dänemark Treue gelobt.

Schack war deutscher Repression ausgesetzt

„Schack war nicht nur 1914 als potenzieller Verräter bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs von der deutschen Obrigkeit interniert worden, er stand auch gegen Ende der deutschen Besetzung Dänemark 1945 auf einer Todesliste der Gestapo, die ihn als Geisel vorgesehen hatte“, so Matlok und würdigte die Position des Amtmanns nach der Befreiung, sich bei der dänischen Regierung für die deutsche Minderheit einzusetzen, vor allem für den Erhalt deutscher Schulen.

Auch Axel Johnsen hatte in seiner Ansprache daran erinnert, dass Graf Schack in den Nachkriegsjahren wegen seiner versöhnlichen Haltung gegenüber den deutschen Nordschleswigern schärfsten Anfeindungen dänischer Nationalisten ausgesetzt war, die seine letzten Lebensjahre überschattet haben.

Ein ausführlicher Bericht und eine Vorstellung des Buches folgen.

https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-tondern-daenemark-polit…

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