Deutsch-dänische Beziehungen

Wildschweinzaun: Flensburg lädt Staatsministerin ein

Wildschweinzaun: Flensburg lädt Staatsministerin ein

Wildschweinzaun: Flensburg lädt Staatsministerin ein

Dirk Thöming
Krusau/Kruså
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Bauarbeiten zur Errichtung des Wildschweinzauns bei Renz (Rens) in der Kommune Apenrade. Foto: Karin Riggelsen

Errichtung des Wildschweinzauns nähert sich dem Kollunder Wald. Stadt Flensburg lädt in dem Zusammenhang Mette Frederiksen zum Antrittsbesuch ein.

Rund 70 Kilometer lang soll er werden und gut 100 Millionen Kronen kosten: Die Anfang des Jahres begonnenen Bauarbeiten des dänischen Wildschweinzauns entlang der deutsch-dänischen Grenze schreiten zügig und planmäßig voran. Der Fahrplan sagt, dass der Zaun bis Ende November fertig sein soll, berichtet Bent Rasmussen, Förster und Verantwortlicher beim Bauherrn des Zauns, der Naturverwaltung Dänemarks, Naturstyrelsen.

„Der Zaun wird nicht in einem Stück, sondern an verschiedenen Abschnitten gleichzeitig errichtet“, so Rasmussen.

In der Kommune Tondern sei er schon größtenteils fertiggestellt; im Grenzbereich der Kommune Apenrade zu rund einem Drittel.

Durch das grenzüberschreitende Naturschutz- und Wandergebiet am Krusauer Tunneltal, Kruså Tunneldal, zieht sich der Zaun als eine neue, trennende Linie zwischen Deutschland und Dänemark.

Die rund 600 Meter vom Ort Krusau (Kruså) entlang der Au durch den Kollunder Wald bis zur Förde sind bisher bewusst ausgelassen worden.

Die Stadt Flensburg hatte hier, wie berichtet, gegen den Bau protestiert und elf Jahre alte, verbriefte Rechte nach dem Verkauf des Waldes an private dänische Eigentümer geltend gemacht. Der Wald befindet sich mittlerweile im Besitz der Naturverwaltung.

„Wir bauen erst weiter, wenn es eine Klärung des Einspruches der Stadt Flensburg gegeben hat“, sagt Bent Rasmussen zum „Nordschleswiger“. Dies bedeutet konkret, dass innerhalb des Umwelt- und Nahrungsmittelministeriums, Miljø- og Fødevareministeriet, zu dem die Naturverwaltung gehört, eine Entscheidung zu treffen ist. „Wir warten darauf, dass sich jemand im Ministerium zu Flensburgs Einwand äußert. Dann erst wird gebaut“, so Bent Rasmussen.

Warten auf Dänemarks Antwort

Die Stadt Flensburg ihrerseits wartet ebenfalls auf eine Antwort aus Dänemark. Damit es etwas besser geht, ist jetzt Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) offziell zu einem Besuch in Flensburg eingeladen worden, berichtet Stadtsprecher Clemens Teschendorf.

„Wir dachten, dass es so schön gewesen ist, die Königin hier zu haben. Da könnten wir auch die Staatsministerin nach Flensburg einladen. Es wäre ja eine Art Antrittsbesuch“, so Teschendorf.

Der Sprecher der Stadt geht davon aus, dass es „wegen des Regierungswechsels“ noch keine Antwort Dänemarks zur Zaun-Frage gegeben hat. Das noch ganz frische Einladungsschreiben an die Staatsministerin ist naturgemäß ebenfalls noch nicht konkret beantwortet worden.

Aus Sicht der Stadt Flensburg wurde beim Verkauf des Kollunder Waldes 2008 ins Grundbuch eingetragen, dass innerhalb des Waldgebietes nur mit Zustimmung der Stadt Flensburg gebaut werden darf. Der Wildschweinzaun wird in dem Zusammenhang von der Stadt als Bebauung angesehen. „Dieser Eintrag ist zeitlich unbegrenzt gültig“, so Teschendorf.

Zaun führt ins Wasser

  • Flensburg fordert, dass der Zaun nicht direkt entlang der Grenze und der Krusau gebaut wird, sondern hat vorgeschlagen, den Bau nördlich um das Flensburger Naherholungsgebiet herumzuführen
  • Förster Bent Rasmussen hat diesen Vorschlag als nicht dienlich abgewiesen, da gerade der Kollunder Wald Wildschweinen eine Zuflucht geben könnte und das wilde Gelände an der Au Fußgängern ohnehin nicht zugänglich sei.
  • Der Zaun soll am Grenzübergang Schusterkate (Skomagerhus) den Wanderweg kreuzen und dann noch, um schwimmenden Wildschweinen den Übergang nach Dänemark zu verhindern, 30 Meter ins Wasser verlängert werden.
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