Faustball WM

Eine WM unter Freunden

Eine WM unter Freunden

Eine WM unter Freunden

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Winterthur
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Das Publikum sorgte bei der WM für eine gute Stimmung Foto: jt

Wie ist die Stimmung bei der Faustball-WM? Der „Nordschleswiger“ hat sich mal umgeschaut.

Affentennis oder Altherrensport? Der Faustballsport hat viele Bezeichnungen und muss immer wieder gegen ein zerbrechliches Image kämpfen. Doch ist das wirklich so? Ist Faustball wirklich ein Sport für ältere Leute, der ein Dasein als Nischensport hinnehmen muss? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Faustball ist für jedermann und für Jung und Alt. Die Faustball-WM in Winterthur hat dies deutlich unterstrichen.

Die Stimmung, das Flair, die freundlichen Teilnehmer. Alles trägt dazu bei, dass eine Faustball-WM wie diese in Winterthur zu einem ganz besonderen Erlebnis wird. „Faustball ist ein fairer und freundschaftlicher Sport“, hat der Stadionsprecher mehrmals während der WM betont – und er hat recht bekommen.

Nirgendwo sonst haben sich die Spieler so oft mit einem Lächeln begrüßt, zusammen auf Fotos posiert oder einfach in der Schlange zur Essensausgabe miteinander gequatscht – trotz verschiedener Staatsangehörigkeiten. Faustball ist ein sozialer Sport mit vielen Anhängern.

Das WM-Maskottchen Üle mit Kindern auf der WM-Spielwiese Foto: jt

Das zeigen auch die zahlreichen mitgereisten Fans aus allen Bereichen der Welt. Sie teilen alle eine Leidenschaft – den Faustballsport. So auch das Ehepaar Kurt und Yvonne Schönberger aus Zürich. „Wir sind ganz einfach ein faustballbegeistertes Paar“, so die beiden, die aus dem benachbarten Zürich angereist sind.

„Eine WM haben wir hier in der Schweiz vielleicht alle 20 Jahre. Das wollten wir uns doch nicht entgehen lassen. Das muss man unterstützen“, schmunzelt Kurt. Sie schauen sich so viele Spiele wie möglich an und bleiben die ganze Woche. In ihrer Jugend haben sie beide auch selbst Faustball gespielt. „Jetzt schauen wir uns lieber die Spiele unserer Kinder an“, erklären sie.

Pubikumsliebling Japan Foto: jt

Beide hoffen, dass die Schweiz den Weltmeistertitel im Heimatland gewinnen kann – und haben doch so ihre Zweifel. „Deutschland ist sehr stark. Da müssen unsere Faustballer schon einen sehr guten Tag erwischen, um die schlagen zu können“, so das Ehepaar. Sie freuen sich über jeden guten Spielzug und auch über schöne Punkte der Gegner. Das ist ihnen zufolge auch Faustball. „Man klatscht auch bei guten Spielzügen der gegnerischen Mannschaft“, betonen sie.

Sehenswertes gibt es auch bei der Begrüßung der beiden Mannschaften. Die Neuseeländer zeigen beispielsweise eine beeindruckende Haka-Choreografie, die immer wieder viele Zuschauer anlockt.

Die teilnehmenden Nationen Foto: jt

Die Japaner entwickelten sich aufgrund ihrer guten Laune, trotz vieler Niederlagen, zum Publikumsliebling und hatten bei ihren Spielen teilweise mehr Zuschauer als gestandene Faustballnationen.

All das trägt dazu bei, dass die Faustball-WM in Winterthur ein voller Erfolg ist – sportlich, aber insbesondere auch sozial.

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