Apfelfestival 2022

Warum ein Apfelbäumchen aus Gravenstein zur Prinzessin nach Glücksburg segelt

Warum ein Apfelbäumchen aus Gravenstein zur Prinzessin nach Glücksburg segelt

Ein Apfelbäumchen segelt aus Gravenstein zur Prinzessin

Gravenstein/Gråsten
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Apfelkönigin Karin Baum wird am ersten Oktoberwochenende mit der Prinzessin von Glücksburg einen Apfelbaum pflanzen. Foto: Sara Eskildsen

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Am ersten Oktoberwochenende macht sich ein Segelschiff von Gravenstein aus auf den Weg nach Glücksburg. Was dahintersteckt, verrät Apfelkönigin Karin Baum.

Es war einmal eine Apfelkönigin, die sich mit einer Prinzessin zum Pflanzen eines Apfelbaumes verabredete. Denn auch südlich der deutsch-dänischen Grenze war der Wunsch gewachsen, in den edelsten aller Äpfel zu beißen: den Gravensteiner.

Im Rahmen des Gravensteiner Apfelfestivals 2022 wird das Schloss Glücksburg nun um einen Apfelbaum reicher.

Apfelkönigin pflanzt einen Baum mit der Prinzessin

Apfelkönigin Karin Baum aus Rinkenis (Rinkenæs) organisiert seit 1999 die grenzüberschreitende Apfelfahrt. 2022 ist eine ganz besondere Allianz entstanden: In Zusammenarbeit mit der Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen aus dem Hause Schleswig-Holstein pflanzt sie einen Apfelbaum vor dem Glücksburger Schloss.

Eine Aktion, die nicht nur die grenzüberschreitende Apfelfahrt feiert, sondern auch die Verbundenheit zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark.

Der Gravensteiner Apfel vor dem Schloss Gravenstein. Die Apfelsorte wurde kurz vor dem Jahr 1700 aus den westlichen Alpen nach Dänemark eingeführt und gilt seit 2005 offiziell als Dänemarks Nationalapfel. Foto: Sara Eskildsen

„Hier in Gravenstein steht der Stammbaum des Gravensteiner Apfels, das Schloss Glücksburg wiederum gilt als der Stammbaum der europäischen Königshäuser“, sagt Karin Baum, die seit über 20 Jahren die grenzüberschreitenden Apfelfahrten über die Flensburger Förde organisiert.

Anfangs ging es mit dem Schiff nach Flensburg, später kam Kollund mit ins Spiel, und in diesem Jahr wird Glücksburg angesegelt.

Obstbauern wählten im Herbst den Weg über die Förde

„Die Tradition der Apfelfahrt entstand, weil die Wege im Herbst früher nur schwer zu befahren waren. Die Obstbauern wählten mit ihrer Ernte daher den Weg über die Förde, um ihre Ware in Flensburg zu verkaufen“, erklärt Karin Baum.

Ihr Engagement hat ihr den Titel „Apfelkönigin“ eingebracht, beim diesjährigen Apfelfestival wird sie erneut eine Apfelprinzessin und einen Apfelprinzen küren.

Dieser Baum vor dem Schloss Gravenstein ist ein direkter Nachkomme des Ur-Apfelbaums. Foto: Sara Eskildsen

In Eigeninitiative kontaktierte die Apfelkönigin in diesem Jahr Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen. Und schlug vor, die Stammbäume Glücksburgs und Gravensteins ganz neu zu verbinden.

Die Prinzessin war von der Idee sofort angetan, sagt Karin Baum. „Sie hat mir verraten, dass sie sich schon lange einen Gravensteiner Apfelbaum gewünscht hat, und dass dies jetzt eine tolle Gelegenheit sei, den Wunsch in die Tat umzusetzen.“

Karin Baum hat das – bis dahin nur in Flensburg stattfindende – Apfelfestival 1999 nach Gravenstein geholt und es zur grenzüberschreitenden Angelegenheit gemacht. Foto: Sara Eskildsen

Die Baumpflanzaktion findet am Sonnabend, 1. Oktober, von 14 bis 15 Uhr vor dem Schloss Glücksburg statt. Das Apfelbäumchen kommt aus Gravenstein über die Förde gesegelt.

Das Apfelfestival in Gravenstein läuft vom 30. September bis zum 2. Oktober. Eröffnung ist am Freitagabend um 17.30 Uhr am Gravensteiner Hafen. Mehr zum Programm des Festivals gibt es hier.

In Glücksburg steht Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen hinter der grenzüberschreitenden Apfelpflanz-Aktion. Foto: Karin Baum
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