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Am Ende der Tour: War es das wert?

Am Ende der Tour: War es das wert?

Am Ende der Tour: War es das wert?

Sonderburg/Sønderborg
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Vize-Bürgermeister Stephan Kleinschmidt (r.) mit Gästen aus Lemvig, die für die Tour de France nach Sonderburg gereist waren. Foto: Sara Eskildsen

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Sonderburg als Zielstadt der Tour de France – wie ist das gelaufen? Stadtratspolitiker Stephan Kleinschmidt war bei der Siegerehrung dabei – und hat eine erste Bilanz gezogen.

Die Radsportler sind bereits auf dem Weg nach Nordfrankreich und auf dem Augustenborg Landevej hat am Sonntagabend kurz nach der Siegerehrung der Abbau begonnen.

Sonderburg hat sich am Sonntag der Welt als Zielstadt der Tour de France präsentiert – und für wenige Stunden Weltruhm und Volksfest ein Vermögen ausgegeben.

Stadtratspolitiker Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei) war im Zielbereich dabei – und zieht eine erste Bilanz.

War es das wert?
„Ja, ja und nochmal ja. Ohne zu zögern, kann ich sagen: ja. Sonderburg hat einen solchen Stolz entwickelt. Das zu erleben, war großartig. Das kann man nicht immer in Kronen und Öre bewerten. Es geht um Identitätsfindung, um Bestätigung und um den Zusammenhalt, der dabei entsteht. Das lässt sich schwer aufwiegen, das ist es allemal wert. Es ist ein langer Weg zum Ziel gewesen. Es war wirklich emotional, die Bilder von Düppel und vom Schloss zu sehen.“

Kleinschmidt war den Tag über mit seiner Familie am Hafen unterwegs und traf eine Stunde vor dem Ende der Etappe im Zielbereich ein.

Dieser Junge hatte in Sonderburg eine ungestörte Sicht auf die Siegerehrung … Foto: Sara Eskildsen
Bürgermeister Erik Lauritzen mit Staatsministerin Mette Frederiksen im Zielbereich am Augustenborg Landevej Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix
Als Vize-Bürgermeister stand Stephan Kleinschmidt bei der Ehrung des Grünen-Trikots-Trägers mit auf der Tribüne. Foto: Sara Eskildsen
Das Fahrerfeld bei der Ankunft in Sonderburg Foto: Sara Eskildsen

Hat sich die Stadt der Welt so präsentiert, wie ihr es euch gewünscht habt?
„Ja, in der Tat, und auch das Wetter hat mitgespielt. Es waren überall Menschen unterwegs, überall gab es Aktivitäten. In Gravenstein ist das Sinfonieorchester aufgetreten, in Atzbüll hat die Dorfgilde ein Programm auf die Beine gestellt und so weiter. Die Leute hatten Lust, ihren Ort und die Menschen, die dort leben, zu präsentieren. Und das hat die Welt erlebt und gesehen.“

Welche Reaktion hast du heute von den Bürgerinnen und Bürgern bekommen?
„Jeder, der heute an der Strecke stand oder das Projekt auch mitentwickelt hat, wird heute eine Bestätigung darin finden, dass es sich gelohnt hat. Und ich habe heute erlebt und gehört, dass viele meinen Eindruck teilen.“

Das Fahrerfeld in Sonderburg, im Hintergrund das Königsschiff Dannebrog Foto: Tim K. Jensen/Ritzau Scanpix
Im Zielbereich bat die Presse aus aller Welt die Fahrer um Interviews. Foto: Sara Eskildsen

Wenn man berechnet, was allein die Flugzeuge von Sonderburg nach Frankreich an CO₂ verursachen, oder die Tourbusse, die stundenlang mit laufendem Motor im Zielbereich standen, damit die Klimaanlage läuft, wie fällt die Bilanz dann aus?
„So wie man den Wert der Tour nicht in Kronen und Öre berechnen kann, so ist das auch mit der CO₂-Bilanz. Wir haben es als nachhaltigste Zielstadt der Welt geschafft, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Gerade auch im 100-Tages-Programm hin zur Tour haben wir Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, aber eben auch das Radfahren als gesunden Volkssport thematisiert. Und: CO₂ ist das eine. Das persönliche Wohlbefinden, das Sich-wohl-fühlen, ist das andere. Am Ende steht die Erkenntnis: Es ist eine Investition, es kommt ganz viel zurück.“

Die SP wäre zu Gast auf der Dannebrog gewesen

Nach der Siegerehrung ging es für Vize-Bürgermeister Stephan Kleinschmidt mit dem Fahrrad Richtung Innenstadt weiter im Programm: Er war zusammen mit den SP-Stadtratspolitikerinnen Christel Leiendecker und Kirsten Bachmann zum royalen Empfang auf dem Königsschiff Dannebrog eingeladen.

Dieser wurde jedoch im letzten Augenblick wegen der Gewaltepisode im Shoppingcenter Fields in Kopenhagen abgesagt.

Stephan Kleinschmidt: „Wir haben es als nachhaltigste Zielstadt der Welt geschafft, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Gerade auch im 100-Tages-Programm hin zur Tour haben wir Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, aber eben auch das Radfahren als gesunden Volkssport thematisiert.“ Foto: Sara Eskildsen
Tour-Direktor Christian Prudhomme war unter den geladenen Gästen, die am Sonntagabend auf dem Königsschiff Dannebrog vor dem Sonderburger Schloss dinnieren sollten. Der Empfang wurde jedoch in letzter Minute abgesagt. Foto: Tim K. Jensen/Ritzau Scanpix
Direkt nach der Siegerehrung wurde mit dem Abbau des Ziebereiches und der Absperrungen begonnen. Foto: Sara Eskildsen
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