Leserbericht

„Geld für Gräber von vier Soldaten der kaiserlichen Marine“

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Die restaurierten Gräber auf dem Friedhof des Ortes Kloster bei Ringkøbing

Auf dem Friedhof Kloster bei Ringkøbing fand Eggert Mumberg vom Bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vier verfallene Gräber von Soldaten, die in der Schlacht von Skagerrak starben. In seinem Bericht beschreibt er, wie er Gelder für die Grabrenovierung erhielt.

Zufällig war ich gerade in der Gegend, meine Frau war zum Kreditkarte-Verschleißen, und ich machte mehr aus Langeweile einen Spaziergang über den örtlichen Friedhof. Dort fand ich – wie übrigens an vielen Stellen an der jütischen Westküste – vier Gräber von angespülten Soldaten der kaiserlichen Marine. Viele von den Männern waren in der Skagerrakschlacht 1916 ertrunken und die Nordsee legte sie dann an der Küste ab.

Einge Tage später bekam ich dann eine Mail vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorgein Kassel weitergeleitet von dem Friedhofsverwalter eben des Friedhofes, den ich besucht hatte: Kloster bei Ringkøbing. Er teilte mit, dass er vier Grabzeichen deutscher Marinesoldaten aus dem Ersten Weltkrieg habe, die durch Wind und Wetter und durch die Zeit unleserlich geworden waren.

Jemand aus Kassel – wer auch immer – teilte mir mit, ich möge mich darum kümmern. Ich holte ein Angebot von einem Mitglied der dänischen Steinmetzvereinigung ein: ca. 50.000 Kronen, ich konnte natürlich den Auftrag nicht erteilen, da ich keine Mittel dafür hatte. Ich fragte in Kassel an. Ich fragte an bei der deutschen Botschaft, wer denn für Soldatengräber des Ersten Welkrieges in Dänemark zuständig sei.

Von der Grabinschrift der toten Soldaten war vor der Instandsetzung nicht mehr viel zu lesen …

Überall hielt man sich bedeckt, wusste man doch, dass die Beantwortung der Frage Geld kostete. Darüber gingen fast zwei Jahre. Bei der Vorbereitung einer Gräberaktion mit Reservisten erzählte ich von meinem Problem. Jürgen Spill aus Schleswig-Holstein erwähnte dazu Dr. Christian Lübke aus Hamburg, der sich mit Seekriegsgräbern befasst, auch die des Ersten Weltkrieges. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und erzählte, dass ich in Dänemark über 200 Gräber von angespülten Marinesoldaten gefunden habe und von meinen vier in Kloster.

Nun ging es – nach deutschen Verhältnissen – schnell. Dr. Lübke hatte wohl GS. Backen kontaktiert und dieser wohl das Auswärtige Amt, und die hatten wohl in einem kleinen Topf noch 7.000 Euro für meine vier toten Mariner. Ich tat dann auch noch das Meine, ich fand in der weiteren Umgebung von Kloster einen freien Steinmetz, der die Arbeit für die Hälfte des ursprünglichen Preises machen wollte, die Deutsche Botschaft genehmigte den Auftrag und bezahlte ihn morgen.

Danke!

Eggert Mumberg ist Repräsentant des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und der Beauftragte für Nordschleswig und Dänemark

Der neue Grabstein erzählt vom Heldentod eines deutschen Marinesoldaten, der 1918 in einer Seeschlacht starb.