Hauhalt 2019

Millionen für Düppel – und ein Flüchtlings-Museum

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kopenhagen
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Die Düppeler Mühle. Foto: Morten Juhl/Ritzau Scanpix

Die Mühle an der Flensburger Förde soll für 2020 flott gemacht werden. Und in Oksbøl soll unter anderem an die Zehntausenden Deutschen erinnert werden, die nach dem Zweiten Weltkrieg dort, abgeschottet von der dänischen Gesellschaft, auf eine Zukunft warteten.

Insgesamt 759 Millionen Kronen sind im Haushalt 2019 für Kultur abgesetzt worden. Schließlich, so Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz), sei sie „das Fundament unserer Gesellschaft“. Dänemark stehe diesbezüglich „an einem Wendepunkt“.

Größter Einzelprofiteur wird das Wikingerschiffmuseum in Roskilde – 150 Millionen Kronen sind im Haushalt allein für den Neubau des von Überschwemmungen geplagten Gebäudes vorgesehen.

Neue Flügel für die alte Mühle

Vergleichsweise bescheiden die Zuschüsse, die nach Düppel in die Kommune Sonderburg gehen: 2,5 Millionen Kronen bekommt das dortige Museum für Restaurierungen der Mühle in Vorbereitung auf die 2020-Feierlichkeiten – wenn des Umstandes gedacht wird, dass die heutige Grenze zwischen Deutschland und Dänemark vor 100 Jahren auf friedliche Weise festgelegt wurde.

Das Geld soll vor allem für neue Flügel ausgegeben werden, berichtet DR Syd. Die jetzigen seien bereits von 1978 und hätten es „richtig gut gemacht“, so Jens Peter Rasmussen, Vorstandsvorsitzender der Einrichtung, zu dem Sender. Doch 2020 soll sich die Mühle von ihrer besten Seite zeigen – und es gehe auch um Sicherheit, schließlich solle niemandem ein Mühlenflügel auf den Kopf fallen.

Geschichte Tausender deutscher Flüchtlinge soll aufgearbeitet und dargestellt werden

In Oksbøl nördlich von Esbjerg soll derweil ein neues internationales Flüchtlingsmuseum aufgebaut werden. 10 Millionen Kronen werden dafür an die Museen der Kommune Varde überwiesen. Die Pläne für das Museum stammen aus dem weltbekannten Architektenbüro BIG von Bjarke Ingels.

In Oksbøl waren nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 36.000 unerwünschte deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten untergebracht. Auf Anordnung Hitlers waren deutsche Vertriebene aus den Ostgebieten in ganz Dänemark untergekommen. Nach Kriegsende blieben viele von ihnen bis 1949 interniert.

1.675 Flüchtlinge und 121 Soldaten sind laut Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Friedhof des Lagers begraben.

Informationen zum Museumsprojekt (auf Dänisch): vardemuseerne.dk/danmarks-flygtninge-museum

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Schöne Zahlen“