spektakulärer Fund

Walfund in der Grammer Tongrube: „Fast wie Weihnachten“

Walfund in der Grammer Tongrube: „Fast wie Weihnachten“

Walfund in der Grammer Tongrube: „Fast wie Weihnachten“

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Gramm/Gram
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Konservatorin Trine Sørensen freut sich auf die bevorstehende Konservierungsarbeit der jüngsten Entdeckung. Foto: Ute Levisen

Fachfrau Trine Sørensen wird den Fund in den kommenden Monaten konservieren – und den Fundort unter die Lupe nehmen.

Der jüngste Fund in der Grammer Lehmgrube „Gram Lergrav“ hat, wie berichtet, in der Fachwelt für einiges Aufsehen gesorgt. Und nicht nur dort. Eine Familie aus Randers hatte vor knapp einem Monat sechs Rücken- und Schwanzwirbel eines kleinen Zahnwals entdeckt.

„Ein Fund wie dieser – das ist wie ein Paket zu Weihnachten“, schwärmt Trine Sørensen, die Konservatorin des Museums Sønderjylland, Paläontologie, in Gramm. In den kommenden Monaten wird sie die gefundenen Skelett-Teile in ihrer Grammer Werkstatt konservieren, wovon sie sich einige Aufschlüsse über die Lebensweise dieser zur Familie der Delfine gehörenden Walart verspricht. Die Knochenteile stammen von dem Vorfahren des heutigen Delfins, der vor etwa zehn Millionen Jahren in der damals vom Meer bedeckten Region lebte. Es ist der größte Einzelfund zusammenhängender Knochenreste des Zahnwals. Ein ähnlich spektakulärer Fund wurde zuletzt vor elf Jahren gemacht, als in Gramm die Überreste eines Schnabelwals entdeckt worden sind, der heute sogar als „Danekræ“ Teil der Fossilienausstellung in Gramm ist. „Knochenfunde machen wir immer wieder einmal – das ist keine Seltenheit“, erzählt Trine Sørensen, doch zusammenhängende Funde an einer Stelle wie der jüngste seien schon eine Seltenheit. „In unserem Magazin lagern einzelne Knochenfunde, die von einem kleinen Zahnwal stammen. Diese werden wir jetzt hervorholen und im Zusammenhang mit dem jüngsten Fund analysieren.“

Geht es nach Paläontologin Mette Elstrup Steemann, Oberinspektorin am Museum für Naturgeschichte und Paläontologie, wird die jüngste Entdeckung Teil eines – bevorzugt internationalen Forschungsprojektes. Dies ist – noch zumindest – Zukunftsmusik. Konkret liegen vor Konservatorin Trine Sørensen Monate aufwendiger Konservierungsarbeiten: Unter anderem mit einem Pinsel wird sie offen legen, was der große Lehmblock, den sie sichergestellt hat, an fossilen Geheimnissen birgt. Der Fundort in der Tongrube ist einstweilen abgesperrt: Auch dort wird sie nach weiteren Knochenresten suchen – mit viel Glück gar vom selben Wal.

Die Grammer Tongrube (Gram Lergrav) ist weltweit bekannt für ihre Fossilienfunde, vornehmlich was Wale angeht, die die Region vor ca. zehn Millionen Jahren bevölkerten. Foto: Ute Levisen

Gut besuchte Tongrube

Unterdessen betreut Pia Fredsted im Museumsladen die Besucher, die in der Tongrube auf einen Fossilienfund hoffen: Versehen mit Spaten und Eimern, pilgern sie in die Tongrube, die auch an diesem Tag trotz tropischer Temperaturen gut besucht ist: „Bislang war es eine gute Saison“, erzählt Pia Fredsted. Die Gäste kommen vor allem aus den Niederlanden, aus Deutschland und Dänemark. „Wir begrüßen viele Familien mit Kindern – und auch bei Großeltern mit Enkelkindern ist die Grammer Tongrube ein beliebtes Ausflugsziel.“

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