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Neues Magazin für Historie Haderslev: Mehr Platz für Geschichte und Vermittlung

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Bent Vedsted Rønne und Sidsel von Qualen werfen einen Blick auf die Skizzen des neuen Magazins von Historie Haderslev.

Derzeit wird am Kløvervej gebaut. Im Sommer soll das neue Magazin für 16,5 Millionen Kronen fertig sein. Es wird aber nicht nur der Aufbewahrung von Akten dienen, sondern hat ein zweites Standbein.

Derzeit legen Bauarbeiter letzte Hand an das Fundament, im Sommer soll es dann fertig sein: das neue Magazin von Historie Haderslev. Die Kulturorganisation der Kommune besteht aus zwei Museen und einem Archiv, und das braucht mehr Platz. „Ich hoffe, in einem Jahr werden wir fertig sein“, sagt Sidsel von Qualen, Teamkoordinatorin im historischen Archiv, denn wenn das neue Gebäude auf dem jetzigen Gelände am Kløvervej fertig ist, steht der Umzug an, der einige Wochen in Anspruch nehmen wird. Viele, viele Akten werden ein neues Zuhause finden, dazu Fotografien und Malereien, die im Besitz der Kommune sind.

„Unser Archiv reicht bis ins Jahr 1627 zurück“, erläutert Bent Vedsted Rønne, Chef von Historie Haderslev. Somit sind auch Dokumente aus der preußischen Zeit vorhanden und der Zeit, als Nordschleswig wieder an Dänemark angegliedert wurde, als Wiedervereinigung (genforening) 2020 nach 100 Jahren vor allem in Dänemark, aber auch in Schleswig-Holstein, feierlich begangen.

So soll das neue Magazin aussehen (Grafik: Historie Haderslev).

Im Archiv finden sich auch Telefonbücher. „Das Erste von 1904“, sagt Sidsel von Qualen. Ein nützliches, zweckmäßiges Buch zu seiner Zeit, dessen historischer Wert mit der Zeit immer größer wird. Wer hat wann in welcher Straße und in welchem Haus gelebt? Das können Schülerinnen und Schüler im Archiv erfahren und lernen so, was Geschichte ist und was sie über die Vergangenheit direkt vor Ort in ihrer Heimatstadt erfahren können.

Das neue Magazin, das 16,5 Millionen Kronen kostet, wird nicht nur Platz für Archivarien beherbergen, sondern es dient auch zur Vermittlung von Geschichte. Das Archiv arbeitet mit Schulen zusammen. „Wir wollen den Schulen in Zukunft mehr Angebote machen“, so Sidsel von Qualen. Es soll ein Podcaststudio geben und ein Ort zur Digitalisierung. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern keinen Vortrag über einen geschichtlichen Aspekt halten, das funktioniert nicht. Sie sollen selbst auf die Suche gehen und etwas machen“, so Bent Vedsted Rønne. Nicht nur Schulklassen besuchen das Archiv. „Wir haben rund 1.000 Besucherinnen und Besucher im Jahr“, berichtet Sidsel von Qualen.

Mitglieder von Vereinen, die sich unter anderem mit Ahnenforschung beschäftigen, besuchen das Archiv regelmäßig, aber auch Feriengäste, weiß Sidsel von Qualen. „Sie kommen zu uns, weil beispielsweise ein Familienmitglied in Hadersleben gewohnt hat und wollen dann mehr darüber in Erfahrung bringen. Da können die vielen Fotografien helfen, die, nachdem die Familienforschenden die Adresse herausgefunden haben, ein Bild verschaffen, wie der Onkel wohl damals in Hadersleben gelebt hat.“

Das neue Magazin entsteht in unmittelbarer Nähe. Das Fundament wird derzeit fertiggestellt.