Wiedereröffnung

Vereinbarung: Nicht alle sind glücklich über den Corona-Pass

Vereinbarung: Nicht alle sind glücklich über den Corona-Pass

Vereinbarung: Nicht alle sind glücklich über den Corona-Pass

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Der Corona-Pass soll eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung Dänemarks spielen. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Bei den Verhandlungen der politischen Parteien in der Nacht zum Dienstag über eine weitergehende Wiedereröffnung des öffentlichen Lebens ging es auch um den Corona-Pass. Einige Politiker hätten seine Verwendung gerne weiter eingeschränkt, andere sehen ihn als notwendiges Werkzeug an.

Wenn sich ab Donnerstag zwei Personen über 18 Jahre zum Badminton-Spiel in einer Sporthalle treffen, müssen sie einen aktuellen Corona-Pass dabeihaben.

So sieht die Realität nach der jüngsten Vereinbarung über die weitere Wiedereröffnung des Landes aus, die in der Nacht zum Dienstag fertigverhandelt wurde und ab dem 6. Mai gilt. Ab dann wird unter anderem auch wieder Sport in Innenräumen möglich sein.

Der Corona-Pass spielt jedoch in vielen Situationen eine wichtige Rolle.

Venstre: Corona-Pass geht in einigen Fällen zu weit

Der Vorsitzende von Venstre, Jakob Ellemann-Jensen, ist der Auffassung, dass die Vorschrift zur Verwendung des Corona-Passes in einigen Fällen zu weit geht.

„Venstre ist mit drei Hauptforderungen in die Verhandlungen gegangen: dass die Kinder zurück in die Schule können, dass die Fitnessstudios wieder öffnen können und dass alle Regeln, die keinen Sinn machen, entfernt werden. Es ist uns gelungen, die Regierung davon zu überzeugen, und deshalb ist es eine gute Vereinbarung“, sagt er.

Verschiedene Auffassungen

Doch in der Frage des Corona-Passes ist der Parteivorsitzende nicht ganz zufrieden.

„Es gab nach wie vor verschiedene Auffassungen bei der Verwendung des Corona-Passes, die in unseren Augen in einigen Fällen zu weit geht. Die Vereinbarung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagt Ellemann-Jensen.

Notwendiges Übel für den Moment

Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, bezeichnet den Corona-Pass für den Moment als notwendiges Übel. Er ist zufrieden, dass seine Verwendung zeitlich bis August befristet ist, mit Ausnahme der Tourismus- und Reiseregeln.

„Ich stimme zu, dass die Möglichkeit, so viele Menschen wie derzeit zu testen zusammen mit unserem Modell für lokale Lockdowns, zwei Superwaffen sind in Bezug auf die Tatsache, dass wir schneller wieder öffnen können als ursprünglich geplant. Wir müssen jedoch stets Obacht geben, wo der Corona-Pass überall zum Einsatz kommt, und ich sehe auch eine höhere Bagatellgrenze im Verhältnis dazu“, bemerkt er kritisch.

„Aber ich räume ein, dass der Corona-Pass die Ursache dafür ist, dass sich so viele Menschen jeden Tag testen lassen. Die Wiedereröffnung ist momentan daran gebunden, dass sich viele testen lassen und damit einen Corona-Pass haben. Aber wir müssen bereits jetzt diskutieren, wann wir wieder auf ihn verzichten können“, sagt Thulesen Dahl.

Sowohl Venstre als auch die Dänische Volkspartei meinen, dass der blaue Block die Regierung zu mehr Zugeständnissen bewegen konnte, als sie zunächst selber bereit war.

Einheitsliste nicht begeistert

Die Einheitsliste als eine der Stützparteien der Regierung ist vom Corona-Pass nicht begeistert. Aber sie kann damit leben, sagt der coronapolitische Sprecher Peder Hvelplund.

„Die ganze Idee mit dem Corona-Pass ist keine, die bei uns gediehen ist. Wir würden gerne auf ihn verzichten. Aber es wurde erneut hervorgehoben, dass seine Verwendung zeitlich bis August befristet ist und danach nur noch in Verbindung mit Reisen relevant sein soll. Und aus diesem Grunde sind wir der Lösung gegenüber positiv eingestellt“, sagt Hvelplund.

Er ist mit der Vereinbarung zufrieden, die „bis an die Grenze“ geht, sagt er.

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