Wiedereröffnung

Politische Mehrheit will Außengastronomie ohne Corona-Pass

Politische Mehrheit will Außengastronomie ohne Corona-Pass

Politische Mehrheit will Außengastronomie ohne Corona-Pass

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Wenn Restaurants und Bars ab dem 21. April wieder im Freien servieren dürfen, sollte dies ohne das Vorzeigen eines Corona-Passes möglich sein, fordert jetzt eine Mehrheit der Politiker auf Christiansborg. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Ab dem 21. April können Restaurants und Cafés wieder Speisen und Getränke im Freien anbieten. Bisher sehen die Pläne vor, dass dafür jedoch ein Corona-Pass erforderlich ist. Dies möchte eine Mehrheit der Abgeordneten nun ändern.

Die Oppositionsparteien sind sich zusammen mit der Einheitsliste und den Radikalen einig darin, dass das bisher geplante Vorzeigen eines Corona-Passes beim Besuch von Restaurants oder Bars im Freien wieder gestrichen werden sollte.

Dies haben die politischen Parteien „Danmarks Radio“ mitgeteilt.

Die Forderung nach einem Corona-Pass in Verbindung mit Außengastronomie ist bisher Teil der Vereinbarung für den nächsten Schritt bei der Wiedereröffnung am 21. April.

Drei Wege zum Corona-Pass

Ein gültiger Corona-Pass kann auf dreierlei Arten erlangt werden: Durch einen negativen Corona-Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf, durch eine Infektion, von der man wieder genesen ist, oder durch eine komplette Covid-19-Impfung.

Keine Verfechter des Corona-Passes

Doch obwohl die Forderung nach Vorzeigen eines Corona-Passes Teil der Vereinbarung vom 22. März ist, sind weder Venstre, die Dänische Volkspartei, die Konservativen, die Liberale Allianz noch die Radikalen und die Einheitsliste Verfechter einer solchen Lösung.

Einheitsliste die ganze Zeit skeptisch

„Wir waren die ganze Zeit skeptisch in Bezug auf die Anwendung des Corona-Passes“, sagt Peder Hvelplund, coronapolitischer Sprecher der Einheitsliste, zu „Ritzau“.

„Und insbesondere in Bezug auf die Außengastronomie, weil es so schwer zu erkennen ist, welchen infektionseindämmenden Effekt das haben soll. Wir haben immer die Haltung vertreten, dass der Corona-Pass so wenig wie möglich und so kurz wie möglich verwendet werden sollte, weil er in unseren Augen ein problematisches Werkzeug ist. Wenn wir jetzt zu dem Schluss kommen, dass er für die Bewirtung im Freien keinen Effekt hat, würden wir es begrüßen, wenn man sich im Kreise der Parteien darauf verständigt, dass man die Forderung wieder streicht“, sagt er.

Venstre möchte Anwendung noch weiter begrenzen

Bei Venstre möchte die politische Sprecherin Sophie Løhde die übrigen Parteien davon überzeugen, noch einen Schritt weiter zu gehen.

„Es ist sehr gut, dass sich jetzt eine Mehrheit dafür abzeichnet, den Corona-Pass in Verbindung mit der Außengastronomie abzuschaffen. Dafür haben wir gekämpft, und wir wollen ihn auch bei Bewirtung innerhalb von Restaurants und Bars abschaffen. Wir sind grundlegend der Auffassung, dass ein Corona-Pass vorübergehend ausschließlich in Verbindung mit Festivals, Konzerten und dem Nachtleben verwendet werden sollte“, sagt sie. Außerdem solle der Pass auch hier nur für eine begrenzte Dauer zur Anwendung kommen.

Radikale wollen Einsatz ebenfalls auf ein Minimum beschränken

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Radikalen, Stinus Lindgreen, möchte den Einsatz des Corona-Passes auf ein absolutes Minimum beschränken.

„Alle können über das Smartphone sehen, dass man seine Personennummer vorzeigt. Das geht andere ja nichts an“, sagt er. „Es ist merkwürdig: Wenn ich draußen sitzen möchte und eine Tasse Kaffe mit meinen Freunden trinken will, muss ich meine Gesundheitsinformationen und meine Personennummer mit einer völlig fremden Person teilen.“

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Also was jetzt?“