Leitartikel

„Masken-Fall“

Masken-Fall

Masken-Fall

Nordschleswig/Kopenhagen
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Dänemark bewegt sich mit hastigen Schritten in Richtung Normalzustand. Aber damit ist das Coronavirus nicht verschwunden, warnt Chefredakteur Gwyn Nissen.

Dänemark schafft ab Montag die Gesichtsmaske im öffentlichen Raum ab und geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Normalzustand. Die Maske fällt – welche Erleichterung. Die viel diskutierte Corona-Maßnahme wird es danach nur noch im öffentlichen Nahverkehr (und nur im Stehen) sowie im Gesundheitssystem geben.

Die meisten von uns haben sich in den vergangenen Monaten an die Gesichtsmaske gewöhnt. Manchmal hatte man keine dabei, die Brille beschlug oder sie war zwischendurch einfach nur unbequem und ungewohnt. Aber so schlimm war es dann auch nicht.

Es gibt allerdings auch Menschen, die eine Funktion haben, in der sie konstant – Tag ein Tag aus – einen Mundschutz tragen mussten. Für sie ist es eine echte Erleichterung. Die Gesichtsmaske ist nicht ganz weg – sie muss aber nur noch in seltenen Fällen getragen werden.

Aber wie kann Dänemark bei einer Inzidenz von 170 in Kopenhagen die Maske fallen lassen und Flensburg mit 5,5 (noch) nicht?

Mit der nächsten Phase der Wiedereröffnung erhält die dänische Bevölkerung die Belohnung für ein diszipliniertes Auftreten und erwiesenen Gemeinschaftssinn. Kombiniert mit einer umfassenden Teststrategie und einem fortgeschrittenen Impf-Programm löst sich Dänemark aus dem Griff des Coronavirus.

Auch in Deutschland wird die Gesichtsmaske fallen – es ist nur eine Frage der Zeit – und eine Frage der nationalen Strategie, die in jedem Land anders ist.

Auch in Dänemark bleibt das Virus noch unter uns und sogar in einer gefährlicheren Variante als zu Beginn der Pandemie. Daher ist weiterhin Vorsicht geboten: Abstandhalten, Hände waschen, in die Armbeuge niesen/husten und bei Krankheit zu Hause bleiben und sich testen lassen.

Wir werden in den kommenden Monaten auch weitere Lockdowns in einzelnen Gemeinden erleben – bis die Bürgerinnen und Bürger in Dänemark durchgeimpft sind. Obwohl das Vakzin freiwillig ist, ist die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, hoch. Bei den über 65-Jährigen haben sich weit über 90 Prozent impfen lassen.

Das ermöglicht eine weitere Öffnung der dänischen Gesellschaft, während andere Nationen mitten in einer dritten Corona-Welle befinden.

Ganz traut man zwar dem Frieden nicht, aber es scheint endlich Licht am Ende des Tunnels zu geben. Feiern wir es am Montag – mit einem Lächeln.

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