Recht & Justiz

Saxos Herrchen muss vor Gericht

Saxos Herrchen muss vor Gericht

Saxos Herrchen muss vor Gericht

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Hostrupholz/Hostrupskov
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Saxo ist normalerweise ein friedlicher Schiffshund Foto: Privat

Die dänische Reichspolizei verlangt die komplette Einzäunung des Anwesens von Nis-Edwin List-Petersen. Er lässt sich so leicht nicht einschüchtern, hat sich informiert und gegen diese Entscheidung geklagt.

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Hunden vor gut 15 Monaten in Hostrupholz ist indirekt die Ursache dafür, dass der Halter des größeren und stärkeren der beiden beteiligten Hunde vor Gericht zitiert worden ist. Es geht dabei nicht um den Hundestreit vom 2. September 2017 an sich, sondern um die Tatsache, dass das Herrchen des Airedale-Terriers „Saxo“, Nis-Edwin List-Petersen, sich weigert, einen mindestens 1,40 Meter hohen Zaun mit Schleuse um sein Anwesen zu errichten. Das hatte die Polizei für Nordschleswig und Süddänemark nach dem Hundekonflikt verlangt. Nis-Edwin List-Petersen hatte dagegen geklagt. Die Reichspolizei als nächste Instanz kam indes zum gleichen Schluss: Der Zaun muss sein. Basta!

List-Petersen lässt sich so leicht nicht einschüchtern, hat sich informiert und gegen diese Entscheidung geklagt. Am 20. Dezember ist der Gerichtstermin. „Es ist viel eher ein Vorgespräch, bei dem das Gericht dazu Stellung nimmt, ob es zum Verfahren kommen muss, man sich außergerichtlich einigt oder die Anklage fallen lässt“, sagt List-Petersen. Das ganze Verfahren wurde zusätzlich in die Länge gezogen, weil er zunächst die Polizei für Nordschleswig und Süddänemark verklagt hatte. Auch wenn der Normalbürger das womöglich nicht versteht, aber List-Petersen hätte die Reichspolizei als letzte Instanz verklagen müssen. Jedes Mal muss der Kläger 500 Kronen bei sogenannten „Småbeløbssager“ hinblättern. Als „geringfügige Forderungen“ gelten in der dänischen Justiz übrigens Beträge bis zu 50.000 Kronen.

„Davon ganz abgesehen, dass es physisch nicht möglich wäre, mein Grundstück einzuzäunen, noch dazu mit der verlangten Schleuse, weil ich meine Einfahrt mit dem Nachbarn teile, so würde mich ein solcher Zaun um die 25.000 bis 30.000 Kronen kosten“, erläutert Nis-Edwin List-Petersen. „Ich finde die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben. Die beiden Hunde, um die es hier geht, sehen sich maximal zwei Wochen im Jahr. Wir leben im Winter einige Monate auf Gran Canaria, während die Familie des kleinen Hundes die meiste Zeit des Jahres auf Mallorca verbringt. Ich habe deshalb angeboten, dass ich meinen Hund für die kurze Zeit, in der wir gleichzeitig in Hostrupholz sind, anderswo unterbringe“, so List-Petersen.

Diesen Vorschlag zur Güte hat die Polizei bisher abgelehnt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Airedale-Terrier eine Lebenserwartung von zehn bis 13 Jahren haben. „Saxo“ ist jetzt neun Jahre alt. „Der Nachbarshund ist 13 Jahre alt. Da es sich um eine kleinere Rasse handelt, ist die Lebenserwartung zwar höher, aber ich schätze, mehr als ein paar Jährchen hat er wohl auch nicht mehr“, so Nis-Edwin List-Petersen.

Er kann an dem Termin am 20. Dezember übrigens nicht persönlich anwesend sein. Seine Frau Brigitte und er verbringen Weihnachten in ihrer Ferienwohnung auf Gran Canaria. Allerdings besteht die Möglichkeit, den Termin telefonisch wahrzunehmen. Das ist nicht unüblich.

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