Corona-Virus

Zur Impfung ins Heimatland

Zur Impfung ins Heimatland

Zur Impfung ins Heimatland

Kopenhagen/Flensburg
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Während in Dänemark das Impfprogramm erwartungsgemäß im Juni abgeschlossen sein wird, müssen sich die Einwohner Deutschlands bis zum Herbst gedulden. Foto: Kommune Sonderburg

Dänische Staatsbürger im Ausland geraten bei den Impfprogrammen ihres aktuellen Aufenthaltsstaates häufig zwischen die Stühle. Das zügig voranschreitende Impfprogramm im Königreich weckt auch Begehrlichkeiten in Südschleswig.

Der Verein der Auslandsdänen, Danes Worldwide, hatte in dieser Woche ein Gespräch mit dem Gesundheitsausschuss des dänischen Folketings. Viele Mitglieder haben sich nämlich mit der Bitte an die Organisation gewandt, ins dänische Impfprogramm aufgenommen zu werden. Mit großen Hoffnungen hat die Delegation der Auslandsdänen allerdings nicht den Rückweg antreten können.

„Sie (die Auslandsdänen, Red.) geraten häufig zwischen zwei Stühle, weil sie nicht vom Impfprogramm ihres Aufenthaltsstaates umfasst sind, aber auch kein Recht auf Impfung in Dänemark haben. Wir wünschen nicht etwa, dass sie bevorzugt behandelt werden, sondern dass sie in den entsprechenden Kategorien in Dänemark geimpft werden können“, sagt die Generalsekretärin von Danes Worldwide, Anne Marie Dalgaard, gegenüber der Zeitung „Flensborg Avis“.

Nicht oben auf der Agenda

Ihr ganz klarer Eindruck ist, dass just dieser Wunsch nicht an der Spitze der politischen Agenda steht, zumal Auslandsdänen nach zwei Jahren ihr Wahlrecht einbüßen. Sie stellen daher kein politisches Kapital dar.

Auch einige dänische Staatsbürger südlich der Grenze sollen bereits ein paar neidische Blicke in ihr eigentliches Heimatland geworfen haben, da im Königreich das Impfprogramm erwartungsgemäß bereits im Juni abgeschlossen sein wird, während es sich in Deutschland wohl bis in den Herbst hinzieht, bevor alle, die sich impfen lassen wollen, auch die beiden Impfdosen injiziert bekommen haben.

Kleine Hoffnung für Südschleswiger

Während die Erfolgsaussichten für die allermeisten Auslandsdänen als gering eingeschätzt werden dürften, können Dänen mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein allerdings noch hoffen. Der Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses, Christian Juhl von der Einheitsliste, hat versprochen, das Thema mit seinen Ausschusskollegen zu diskutieren. „Die Frage fällt zwar ganz klar in den Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsausschusses (des Folketings), dennoch werden wir das Thema aufgreifen“, verspricht Juhl gegenüber den Kollegen aus Flensburg.

Wie groß das Begehren von dänischen Staatsbürgern südlich der Grenze tatsächlich ist, ist schwer abzuschätzen. Laut „Flensborg Avis“ sind im dänischen Generalkonsulat in Flensburg noch keine Anfragen dieser Art eingegangen.

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