Deutsche Minderheit

Jedes Kind im Blick – Britta Kerk ist neue Schulleiterin in Rothenkrug

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Die neue Schulleiterin Britta Kerk an ihrem Schreibtisch in der Deutschen Schule Rothenkrug

Britta Kerk ist neue Schulleiterin der Deutschen Schule Rothenkrug. Im Interview spricht sie über ihre Ziele, erste Eindrücke und darüber, warum Schule heute zwischen Tradition und Digitalisierung vermitteln muss.

Im Lehrerzimmer der Deutschen Schule Rothenkrug herrscht reges Treiben: Lehrkräfte planen den Unterricht, tauschen sich über kommende Veranstaltungen aus oder notieren Gedanken für die nächste Stunde. Direkt daneben liegt das Büro der neuen Schulleiterin – und dort hat Britta Kerk vor Kurzem ihre Arbeit aufgenommen.

Obwohl sie gleich noch in einer Klasse vertreten muss, nimmt sich die 55-Jährige Zeit für ein Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. Ruhig und offen spricht sie über ihre ersten Eindrücke, Ziele und Erfahrungen.

Umfangreiches pädagogisches Handwerkszeug

Kerk bringt viel pädagogische Erfahrung mit: Ihre Laufbahn begann sie als Tagesmutter, bevor sie ein Lehramtsstudium in Dänisch, Dänisch als Fremdsprache und Geschichte absolvierte. Später spezialisierte sie sich in der Sonderpädagogik – ein Bereich, in dem sie unter anderem an der Förde-Schule in Gravenstein (Gråsten) und im schulpsychologischen Dienst des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig tätig war. Dort arbeitete sie mit Kindern mit besonderen Lernbedürfnissen wie Legasthenie. Auch an der kommunalen 10. Klasse in Apenrade (Aabenraa) unterrichtete sie einige Jahre. Diese Erfahrungen helfen ihr, die Bildungswege der Kinder in der Volksschule besser einordnen zu können.

Miteinander im Mittelpunkt

Britta Kerk hält sich gern an der frischen Luft auf. Ihre beiden Hunde sind oft bei den Spaziergängen dabei.

Ein zentrales Anliegen ist ihr das respektvolle und unterstützende Miteinander – sowohl unter den Kindern als auch im Kollegium. Jedes Kind soll individuell gefördert werden, unabhängig davon, ob es besondere Herausforderungen oder besondere Begabungen mitbringt. „Ich möchte eine gute Schule leiten, an der sich alle wohlfühlen und jedem Anerkennung geboten wird“, betont die gebürtige Sonderburgerin. Doch das gehe nur im Team.

Ihre ersten Eindrücke vom Kollegium der DSR beschreibt sie als durchweg positiv: „Ein tolles, nettes Kollegium.“ Die erste Konferenz sei produktiv und konstruktiv verlaufen, es seien gemeinsame Ideen entwickelt worden. Wichtig sei ihr dabei, Veränderungen nicht zu überstürzen, sondern alle mitzunehmen.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Auch die Zusammenarbeit zwischen Schulfreizeitordnung (SFO), Kindergarten und Schule möchte sie stärken – besonders im Hinblick auf die jüngsten strukturellen Veränderungen, bei denen der Kindergarten unter kommunale Aufsicht kam. „Diesen Weg müssen wir als Institutionen jetzt gemeinsam gehen“, sagt sie. Das Ziel: Vertrauen schaffen und gemeinsam den Ruf der Einrichtung weiterentwickeln.

Kinder stark ins Leben schicken

„Ich möchte die Kinder stark machen für das Leben – fit für die Herausforderungen der Zukunft“, so Kerk. Denn die Welt verändere sich rasant, und darauf müsse man sich vorbereiten. Die Schule stehe deshalb in der Verantwortung, sowohl Traditionelles zu bewahren als auch neue Entwicklungen aufzugreifen. Dazu gehöre für Kerk auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz: „Digitalisierung ist wichtig. Die Welt verändert sich in diese Richtung. Deshalb müssen wir uns mitentwickeln“, sagt sie. Britta Kerk wohnt übrigens in Bau (Bov).