Deutsche Minderheit

BDN: Nach 48 Jahren sagt Hans Jacob zum ersten Mal Nein!

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Hans Jacob Nissen hat in seinem Verein viel Portogeld gespart, weil er die Mitgliedskarten und das Mitteilungsblatt „Immerwatt“ nach Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad verteilt hat (Archivfoto).

Die Generalversammlung des Ortsvereins Rothenkrug wird ganz besonders. 23-mal hat Hans Jacob Nissen einer Wiederwahl zugestimmt. Doch nun muss eine Nachfolge gefunden werden.

1977 wurde Hans Jacob Nissen als Kassierer in den Vorstand des BDN Ortsvereins Rothenkrug gewählt. „Damals hieß der Vorsitzende noch Helmut Wolffhechel“, erinnert sich der heute 80-Jährige. Älteren Nordschleswigerinnen und Nordschleswigern ist der Name sicherlich noch ein Begriff.

23-mal hat Nissen seitdem einer Wiederwahl zugestimmt. Im Vorfeld der Generalversammlung am Donnerstag, 20. Februar, im Clubraum der Deutschen Schule Rothenkrug hat er jedoch schon vor geraumer Zeit angekündigt: „Das ist meine letzte Amtsperiode.”

Gesundheitliche Probleme

Hans Jacob Nissen führt vor allem gesundheitliche Probleme an. Aus diesem Grund hatte er schon vor zwei Jahren den Kassiererposten an Kerstin Jürgensen abgegeben, brachte sich aber seitdem weiterhin als Beisitzer in die Vorstandsarbeit ein. Jetzt will er auch das letzte Ehrenamt ablegen.

Nissen war nicht nur lange Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Nordschleswiger; er war zudem viele Jahre Kassierer im Schützenverein Rothenkrug bis zu dessen Auflösung; seine Vorstandskarriere fing seinerzeit aber im Deutschen Kindergarten Jürgensgaard an, als seine Kinder klein waren.

„Es ist schon merkwürdig“, stellt Nissen schmunzelnd fest, „fast in jedem Zusammenhang war ich am Ende für die Vereinskasse zuständig.“ Selbst bei der Altherrenmannschaft des AaBK verwaltete er die Bierkasse des Teams.

Der Zufall führte ihn in die Bank

Ganz so verwunderlich ist es vielleicht nicht. Schließlich war Hans Jacob Nissen Bankkaufmann. Dass der Landwirtssohn überhaupt eine Banklehre machte, war einem glücklichen Zufall zu verdanken.

„Ich war gründlich schulmüde, als ich die Mittelschule absolviert hatte“, schickt er voraus. Am 22. Juni 1961 hatte der 16-jährige Hans Jacob seinen letzten Schultag. Am 1. Juli fing er in der Kreditbank eine Banklehre an. Kurz zuvor hatten sein Vater und der damalige Bankdirektor das so vereinbart. Ohne Hans Jacob zu fragen, aber der war froh. Landwirt wie sein Vater wollte er ohnehin nicht werden. Weiter zur Schule gehen wollte er auch nicht mehr. Und Rechnen machte ihm Spaß. Die Banklehre war deshalb vollkommen nach seinem Geschmack. Selbstverständlich musste er im Laufe der Ausbildung sowohl in der Handelsschule in Apenrade als auch in der Bankschule in Hadersleben (Haderslev) zeitweise wieder die Schulbank drücken. „Das war aber etwas ganz anderes. Hier begegneten sich Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe“, betont Nissen.

Anmeldefrist am 14. Februar

Die Generalversammlung beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss lädt der Verein die Anwesenden zu einem gemeinsamen Essen ein. Danach wird der Vertreter der Schleswigschen Partei im Apenrader Stadtrat, Erwin Andresen, über die aktuelle Kommunalpolitik reden.

Wer am Essen teilnehmen möchte, sollte sich bis zum 14. Februar bei Irmgard Hänel (+45 2013 3823) oder per E-Mail an Rothenkrug@bdn.dk anmelden.