Natur und Umwelt

Bald können Lachs und Schnäpel endlich durch: Süderau-Passage wird vorbereitet

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Die Arbeiten haben begonnen: Für den geplanten neuen Flusslauf bei der Jündewatter Wassermühle sind Bäume gefällt worden.

Das über 20 Jahre alte Vorhaben, das Stemmwerk an der Jündewatter Wassermühle zu umgehen und für Fische einen Durchgang zu schaffen, kann endlich realisiert werden. Die Kommune Apenrade hat das Anlegen einer Süderau-Abzweigung erzwungen.

„Das geht wohl zurück bis in die 90er. Es war auf jeden Fall ein langer Prozess.“ Erik Uldall Hansen (Sozialdemokratie), Vorsitzender des Ausschusses für nachhaltige Entwicklung der Kommune Apenrade (Aabenraa), weiß selbst nicht genau, wie lange es schon das Bestreben gibt, an der Jündewatter Wassermühle und deren Stemmwerk eine freie Passage für Fische zu schaffen.

Umso mehr freue er sich, so Uldall, dass die Süderau im Bereich der Mühle nun einen neuen Flussarm bekommt, der allen voran Lachs und Schnäpel eine ungehinderte Passage in Laichgebiete und in Richtung Meer ermöglichen wird.

Einigung erzielt

Geglückt ist dies über ein Enteignungsverfahren. „Es klingt schlimmer, als es ist. Alle Anrainer haben freiwillig zugestimmt“, betont Uldall Hansen. Neben den Stemmrechten hat die Kommune die benötigten Areale in Nähe der Wassermühle übernommen. Der neue Arm der Süderau soll hinter der Mühle verlaufen.

„Es wird dort aber nicht nur eine neue Passage geschaffen, sondern auch ein neues Naturgebiet“, ergänzt Uldall Hansen. Etwa 20 Hektar wird das neu geschaffene Gebiet laut Projektbeschreibung umfassen.

Hinter der Wassermühle und dem angrenzenden Wohnhaus soll der neue Arm der Süderau verlaufen.

Das Vorhaben ist Teil des Wassergebieteplans 2021-2027 (Vandområdeplan), mit dem gemäß EU-Vorgaben sauberes Wasser in den dänischen Wasserläufen, Seen, Küstengebieten und im Untergrund sichergestellt werden soll.

Planskizze mit dem Areal des Naturgebiets (rot schraffiert) und des neuen Flusslaufs (teilweise hellblau)

Die ersten Arbeiten in Jündewatt haben bereits begonnen. Etliche Bäume wurden gefällt, um einem neuen Flusslauf Platz zu machen. „Der aufgestaute See am Stemmwerk und ein Zulauf bleiben. Dieses Areal hat ebenfalls eine besondere Bedeutung für Flora und Fauna“, ergänzt der Ausschussvorsitzende.

An den Ausgaben des Süderau-Projekts sind die Kommune Apenrade, der dänische Staat und der europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds beteiligt.