Grenzlandhistorie

Geschichtsverein feiert 100-jähriges Bestehen mit Gratis-Vorträgen für alle

Geschichtsverein feiert 100-jähriges Bestehen mit Vorträgen

Geschichtsverein feiert 100-jähriges Bestehen mit Vorträgen

Apenrade/Aabenraa
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Der Verein „Historisk Samfund for Sønderjylland“ zählte zur Zeit seiner Gründung zu den Organisationen, die die Vereinigung Nordschlewigs mit Dänemark unterstützten. In den Veröffentlichungen des Vereins unter Leitung Hans Schultz Hansens (am Rednerpult) wird seit Jahrzehnten auch die gemeinsame deutsch-dänische Geschichte des Grenzlandes gewürdigt. Foto: Volker Heesch

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1922 ist „Historisk Samfund for Sønderjylland“ gegründet worden. Der dänische Politiker H. P. Hanssen zählte zu den Mitbegründern: Die im Oktober startende Vortragsreihe begibt sich auf die Suche nach „Sønderjyllands“ besonderer DNA.

Was ist die besondere nordschleswigsche („sønderjyske“) DNA, wie hat sie sich entwickelt und wie hat sie sich in den vergangenen 100 Jahren verändert? Diese Frage will der nordschleswigsche Geschichtsverein „Historisk Samfund for Sønderjylland“ in den kommenden Monaten beantworten.

Gründung kurz nach der neuen Grenzziehung

Zwei Jahre nach den Volksabstimmungen in Schleswig mit der Neuziehung der deutsch-dänischen Grenze ist der Verein unter Beteiligung des führenden dänischen Politikers im Landesteil, H. P. Hanssen, gegründet worden, der bis zu seinem Tod 1936 dessen Vorsitzender war. „Unsere Mission ist es, die nordschleswigsche Geschichte zu vermitteln, das machen wir im Jubiläumsjahr gemeinsam mit örtlichen Partnern“, so Hans Schultz Hansen.

Der Historiker Hans Schultz Hansen ist nicht nur Vorsitzender des Vereins„ Historisk Samfund for Sønderjylland“, sondern auch als Universitätsdozent und Autor vieler Bücher bekannt. Foto: Volker Heesch

Der Historiker und Forschungsleiter im Staatsarchiv in Apenrade ist der heutige Vorsitzende des rund 2.000 Mitglieder starken ältesten und größten Geschichtsvereins in Nordschleswig.

Jubiläumsvorträge auch in Südschleswig

20 Jubiläumsvorträge in 16 Orten Nordschleswigs beschäftigen sich insbesondere mit der Anpassung des Landesteils an die im übrigen Königreich herrschenden Verhältnisse, nachdem in der Abstimmungszone 1 die Volksabstimmung mit einem Mehrheitsvotum zugunsten Dänemarks zur Vereinigung Nordschleswigs mit Dänemark im Rahmen der Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags geführt hatte. Der Verein Historisk Samfund for Sønderjylland ist in vier Kreise in Nordschleswig sowie einen Kreis Südschleswig aufgeteilt. Seit seiner Gründung beschäftigt sich der Verein auch mit der Geschichte des 1920 nach der Volksabstimmung mit Votum für Deutschland in der Abstimmungszone 2 unter deutscher Verwaltung verbliebenen Teils Mittelschleswigs sowie des südlichen Bereichs des bis an die Eider reichenden einstigen Herzogtums. Über die 20 Vorträge, die in den Städten Tondern (Tønder), Apenrade (Aabenraa), Hadersleben (Haderslev), Sonderburg (Sønderborg), Leck (Læk), Flensburg (Flensborg), Eckernförde (Egernførde), Schleswig (Slesvig) sowie den kleineren Orten Bredebro, Bau (Bov), Lügumkloster (Løgumkloster), Broacker (Broager), Aggerschau (Agerskov), Hörup (Hørup), Woyens (Vojens) und der Versammlungsstätte Skamlingsbanken stattfinden, informiert die Homepage des Vereins www.hssdj.dk.

Kooperation auch mit der SP

Den Auftakt gibt am Dienstag, 11. Oktober, 19 Uhr, ein Vortrag des früheren Amtsbürgermeisters, Regionsratsvorsitzenden und Ministers Carl Holst im Kulturzentrum Månen, Bispebroen 3, in Hadersleben ein. Holst spricht über die Geschichte des Turnens und der Gymnastik in Vereinen und über den Spitzensport in Nordschleswig. Am Mittwoch, 12. Oktober, 19.30 Uhr, spricht der Sonderburger Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei) im Broagerhus in Broacker über seine Ansichten zur Thematik grenzüberschreitende deutsch-dänische Zusammenarbeit. Hans Schultz Hansen kommt am 25. Oktober, 19.30 Uhr, im Versammlungshaus in Lügumkloster, Vænget 28, mit einem Vortrag unter dem Titel „Dänisch und deutsch – über die Entwicklung vom Konflikt zur heutigen Zusammenarbeit“ zu Wort. Die Veranstaltungen in ganz Nordschleswig finden in Zusammenarbeit mit der Schleswigschen Partei in Tondern, „Holbøl og Bov Lokalhistoriske Forening“, dem dänischen Grenzverein „Aabenraa Grænseforening“, „Aabenraa Byhistoriske Forening“, „Aabenraa Museums Venner“, „FOF Haderslev“, „Hejls Lokalhistoriske Forening“, „Vojens Lokalhistoriske Forening“ und „Historie Haderslev“ statt.

Der Geschichtsverein gibt laufend interessante Bücher zur Geschichte der gesamten Region im Bereich des einstigen Herzogtums Schleswig heraus. Das Foto von einer am Apenrader Hafen vor über 100 Jahren rangierenden Lokomotive der Apenrader Kleinbahn stammt aus dem aktuellen Werk zur Seefahrtsgeschichte Schleswigs. Foto: Historisk Samfund for Sønderjylland

„Historisk Samfund for Sønderjylland“ ist seit 1924 Herausgeber der Zeitschrift „Sønderjysk Månedsskrift”, der 1889 gegründeten Reihe „Sønderjysk Årbog“ und zahlreicher, oftmals wissenschaftlicher Werke, die die ältere und neuere Geschichte Schleswigs beleuchten. Es werden ständig Vortragsveranstaltungen organisiert und Exkursionen angeboten. Am 12. November findet eine Jubiläumsfeier des Vereins im Apenrader Folkehjem statt.

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