Kultur

„Eine Oper mit Franciska“ – wie ein Herzensprojekt für Begeisterung im ganzen Land sorgte

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Clara Gunge und Sophia Haagen standen neben Rocksängerin Kira Skov als Franciska Clausen auf der Bühne. Außerdem wirkte Jakob Bloch Jespersen mit.

Die Oper über Franciska Clausen ist für den Theaterpreis „Sæsonens Opera“ nominiert. Ein Gespräch mit Vorstandsmitglied Ole Livbjerg Klitgaard zeigt, wie viel Idealismus, Mut und Leidenschaft in der Produktion stecken.

Die Freude über die Nominierung ist groß – aber sie ist für Ole Livbjerg Klitgaard auch eine Bestätigung für den Mut, den das ehrenamtliche Team von Opera på Grænsen vor rund zwei Jahren aufbrachte. Die Franciska-Oper ist für den dänischen Theaterpreis „Sæsonens Opera“ nominiert. Der Gewinner wird am 1. August bekannt gegeben.

„Die Idee, der Künstlerin Franciska Clausen zum 125. Geburtstag eine Oper zu widmen, entstand im Vorfeld des Ehrentags. Wir haben überlegt, wollen wir ein biografisches Stück oder etwas, das sich mit Franciskas Methoden, ihren Ideen und ihrem Stil künstlerisch auseinandersetzt“, erzählt Livbjerg im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Livbjerg ist nicht nur Vorstandsmitglied des Vereins „Opera på Grænsen“, sondern auch Vorsitzender des kommunalen Musikrates in Apenrade. Er ist zudem selbst begeisterter Amateurmusiker.

Vielleicht nicht gleich morgen – aber irgendwann kommt bestimmt wieder so ein Herzensprojekt.

Ole Livbjerg Klitgaard

Mit dem Ensemble Lydenskab in Aarhus fand der Vorstand einen experimentierfreudigen Partner. Als Komponist wurde Bo Gunge gewonnen, mit dem Opera på Grænsen bereits die Oper „Grænsemageren“ erfolgreich umgesetzt hatte. Das Libretto stammt von Gerd Laugesen, die Inszenierung übernahm Johan Klint Sandberg.

Ole Livberg Klitgaard spielt Posaune und gehört dem Amateursymphonieorchester SASO an.

Ein Alleinstellungsmerkmal der einstündigen Franciska-Oper war die Besetzung: Fünf Sängerinnen und Sänger – darunter Opernprofis und Rocksängerin Kira Skov – verkörperten alle Franciska Clausen. Nicht in unterschiedlichen Rollen, sondern als ein und dieselbe Figur in verschiedenen Lebensphasen. „Es war keine Oper über Franciska, sondern mit Franciska“, betont Livbjerg.

Faktenbox: Grænsemageren

Die Oper „Grænsemageren – en opera om H. P. Hanssen“ wurde anlässlich der 100-Jahr-Feier der Angliederung Nordschleswigs an Dänemark im Auftrag des Vereins „Opera på Grænsen“ produziert und 2020 in Apenrade uraufgeführt.
Die Oper erzählt die Geschichte von H. P. Hanssen, einem zentralen politischen Akteur in der dänischen Minderheit. Sie beleuchtet sein Wirken rund um die Volksabstimmung von 1920 und die Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark nach dem Ersten Weltkrieg.

Dass die Produktion auf Tournee durch ganz Dänemark ging, war unter anderem eine Bedingung der Maersk-McKinney-Møller-Stiftung, die allein eine Million Kronen beisteuerte. Die logistische Umsetzung übernahm ein professioneller Tourneeleiter – „eine kluge Entscheidung“, wie Ole Livbjerg Klitgaard heute sagt, denn der Vorstand, bestehend aus lauter „Amateuren“ (O-Ton Livbjerg), und sind sie auch noch so engagiert und begeistert, hätten die viele Arbeit nicht meistern können. „Man muss auch die Grenzen seiner Kompetenzen kennen“, sagt er.

Obwohl Opera på Grænsen mit der Nominierung in harter Konkurrenz zu großen Bühnenproduktionen steht, sei die Anerkennung ein Ansporn für kommende Projekte: „Vielleicht nicht gleich morgen – aber irgendwann kommt bestimmt wieder so ein Herzensprojekt“, sagt Ole Livbjerg Klitgaard.

Es war keine Oper über Franciska, sondern mit Franciska.

Ole Livbjerg Klitgaard, Opera på Grænsen