Deutsche Minderheit

Sigurd fährt als Schiri zum Medienfestival

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Auf ihn wartet eine Jury-Aufgabe in Deutschland: Sigurd Zuin aus Rapstedt.

Der Rapstedter Schüler ist als Juror beim deutschen Kindermedienfestival „Goldener Spatz“ auserkoren worden. Die Ernennung trudelte kürzlich per Mail ein.

Er hat selbst ein Bewertungsverfahren durchlaufen und wird Anfang Juni beim „Deutschen Kinder Medien Festival“ im Raum Erfurt nun Filmbeiträge für den Preis „Goldener Spatz“ anschauen, analysieren und bewerten.

Sigurd Zuin, Schüler der Deutschen Schule Rapstedt, hat sich als nordschleswigscher Vertreter erfolgreich als Jurymitglied beworben. Zusammen mit rund 30 anderen Kindern im Alter zwischen 9 und 13 Jahren aus verschiedenen Bundesländern und aus deutschsprachigen Ländern hat er die Aufgabe, Filmbeiträge anzuschauen und im Gremium über diese zu urteilen.

Jury-Vertreter aus Nordschleswig

Sigurd ist bereits das fünfte Kind aus der deutschen Minderheit, das mit Unterstützung des BDN (Bund Deutscher Nordschleswiger) zu dem mehrtägigen Event fährt. Vor ihm hatten Dorthe Andresen aus Nolde, Dortje und Henrik Klein aus Pattburg (Padborg) sowie Pia Eigenmann von der Deutschen Schule Tingleff (Tinglev) die Ehre.

Über seine Klassenlehrerin Maria Wappler sei er auf das Festival aufmerksam geworden und „auf die Möglichkeit, sich als Jurymitglied zu bewerben“.

„Ich fand, es klang spannend“, erzählt Sigurd bei einem Kurzbesuch in seiner Schule in Rapstedt.

Ins Verfassen einer Rezension reingefuchst

Zur Bewerbung gehörte die Rezension eines Filmes nach eigener Wahl – in gewissem Sinne ein Eignungstest. Diesen Test bestand Sigurd mit der Analyse seines Lieblingsfilms „Wall•E – Der Letzte räumt die Erde auf“ – ein Film über einen Roboter, der sich um den Müll auf der Erde kümmert, die die Menschen längst verlassen haben.

Gleich drauflosschreiben ging aber erst einmal nicht, gesteht der Sechstklässler. „Meine Lehrerin hat mir Informationen darüber gegeben, wie eine Rezension aufgebaut ist und worauf man achten sollte. Das Thema ist erst in der 7. Klasse auf dem Lehrplan. Ich habe mich da reingefuchst“, erzählt Sigurd schmunzelnd.

Es sollte Erfolg haben. Bei Maria Wappler als Bindeglied zum Medienfestival trudelte die Mitteilung ein, das Sigurd ausgewählt worden ist.

Sigurd Zuin im Flur seiner Schule in Rapstedt

„Sie hat die Mail an meine Mutter weitergeleitet, die es mir dann gesagt hat. Wir haben uns alle gefreut“, erinnert sich der Zwölfjährige noch gut an den Moment, als seine Wahl zum Juror im Kreis der Familie verkündet wurde.

Nun warten aufregende Tage in Gera und die große Ausschlussgala mit Preisverleihung in Erfurt. Das Festival läuft offiziell vom 4. bis 6. Juni, mit der Juryaufgabe wird Sigurd einige Tage länger eingespannt sein.

Über Hamburg in Richtung Gera

Die ersten wichtigen Details zur Reise hat der Rapstedter bereits erhalten. „Ich weiß, dass es erst einmal mit dem Zug nach Hamburg geht, wo weitere Jurykinder und zwei Betreuer zusteigen. Von dort geht es dann weiter nach Gera“, erwähnt Sigurd.

Mit wem er ein Zimmer teilen wird und welche Unterkunft vorgesehen ist, wisse er noch nicht.

Es wisse aber, dass Arbeit auf ihn zukommt. „Nach dem Frühstück werden Filme geschaut, gemeinsam bewertet und die besten Beiträge für den Preis festgelegt“, so Sigurd Zuin.

Krönender Abschluss ist Jahr für Jahr dann die Abschlussgala mit Preisverleihung, bei der die Jurorengruppen mit auf der Bühne stehen und die Preisvergabe in ihrer Kategorie aktiv mitgestalten.

In Erfurt wird dann auch seine Familie dabei sein, erwähnt Sigurd, Enkel des verstorbenen, langjährigen Rapstedter Schulleiters Lutz Scheller und dessen Frau Susanne, die den Posten ebenfalls innehatte.

BDN als Fürsprecher und Unterstützer

Dass mit Sigurd wieder ein Kind aus der deutschen Minderheit als Juror beim Medienfestival dabei ist, freut einmal mehr BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen. „Ich kann mich da nur wiederholen. Als junger Mensch solch eine verantwortungsvolle Aufgabe zu bekommen, nach Gera zu reisen, Filme zu besprechen und zu bewerten und sich dabei mit anderen auszutauschen, ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Ich bin überzeugt, dass Sigurd wertvolle Erfahrung sammeln wird.“

Aus Sicht des BDN sei eine weitere Komponente erwähnenswert, weshalb die Minderheitenorganisation die Teilnahme fördert. „Unsere Jurorenkinder knüpfen nicht nur Kontakte zu anderen Kindern aus den verschiedenen Bundesländern und aus anderen deutschsprachigen Ländern. Durch ihre Teilnahme ist die deutsche Minderheit repräsentiert. Die Menschen bekommen einiges über uns zu erfahren“, ergänzt Uffe Iwersen.