Deutsche Minderheit

Zwischen Daten und Schweineohren: Seit 25 Jahren hat Maike die Zahlen im Griff

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Maike Fogdal bezeichnet sich selbst als eine „kleine Perfektionistin“.

Seit 25 Jahren ist Maike Fogdal als Buchhalterin für die deutsche Minderheit tätig. Von freigeistigen Journalistinnen und Journalisten, über Pilzfotografien bis hin zu knusprigen Schweineohren: Ihre Zeit hier hatte Hoch- und Tiefpunkte. Im Interview hat sie die Jahre Revue passieren lassen und verraten, wer sie ist, wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt.

Wenn man bei uns in der Redaktion herumfragt, sind die ersten Begriffe, die zum Namen „Maike Fogdal“ fallen, immer die gleichen: strukturiert, ordentlich, präzise. Bis 2024 saß sie als Buchhalterin mit im Medienhaus des „Nordschleswigers“, bevor sie bei der Zusammenlegung der Buchhaltungen zum Bund Deutscher Nordschleswiger umgezogen ist.

An ihrer „strukturierten Art“ hat das aber anscheinend nichts geändert, zumindest wenn man ihrem genau sortierten Schreibtisch Glauben schenkt.

Und auch nach Feierabend kann sie ihre ordentliche Ader nicht ablegen: „Ich glaube schon, dass ich privat genauso strukturiert bin wie auf der Arbeit. Meine größte Schwäche ist es, wenn ich Sachen nicht finden kann. Dann werde ich richtig wütend“, beschreibt Maike sich selbst.

Aufgewachsen ist die 52-Jährige „fast hier um die Ecke in Rothenkrug (Rødekro).“ Eine Zeit lang hat sie Auslandskorrespondenz in Sonderburg (Sønderborg) studiert, merkte aber dann, dass das doch nichts für sie ist: „Dann habe ich eine Lehre bei der Schlachterei in Blans angefangen.“

Die Buchhalterin hat eine Vorliebe für Staubsaugerroboter.

Maike Fogdal hat also viel ausprobiert, bevor sie in der Buchhaltung der deutschen Minderheit gelandet ist. Eigentlich wollte sie übrigens Informatik studieren: „Aber dafür haben meine Mathematikkenntnisse nicht gereicht, am Ende bin ich jetzt aber ja doch irgendwo mit Zahlen gelandet.“

Maike Fogdal denkt gerne an die vergangenen Jahre zurück, auch wenn es mal harte Zeiten gab, vor allem wir Journalistinnen und Journalisten haben ihr da wohl manchmal zugesetzt: „Ich habe damals auch ein paar neue Systeme eingeführt, da habe ich von den Journalisten viel Gegenwind bekommen. Die fanden das anfangs nicht so toll“, erzählt sie und lacht. „Erst war ich die ‚meistgehasste Person in der Firma'. Aber später haben sie dann doch eingesehen, dass das, was ich da gemacht habe, ganz gut ist.“

Ich glaube, die wichtigste Lektion, die ich in meinem Leben bis jetzt gelernt habe, ist, immer positiv zu bleiben.

Maike Fogdal

Sich mit klarer Struktur in kreativen Köpfen durchzuschlagen ist eindeutig nicht immer leicht, aber: „Es kamen dann ja auch die besseren Zeiten.“

Kreative Ader

Aber auch die präzise Buchhalterin hat eine kreative Seite: „Ich fotografiere sehr gerne.“ Vor allem ein Detail lichtet sie gerne ab: „Pilze sind meine Lieblingsfotomotive. Ich kenne mich überhaupt nicht mit Pilzen aus, aber ich habe ziemlich viele Bilder, die ich im Sommerhaus gemacht habe. Ich finde das so hübsch.“

Das Sommerhaus, das sie zusammen mit ihrem Mann Thomas hat, liegt an der Westküste: „Da bereiten wir gerade wieder alles zur Vermietung vor.“ Aber das Paar nutzt das Sommerhaus und die Natur an der Nordsee auch selbst fleißig.

Ansonsten treibt es das Ehepaar, das in Rinkenis (Rinkenæs) an der Flensburger Förde wohnt, immer wieder in den Skiurlaub: „Das ist jedes Jahr unser Highlight.“ Früher sind die beiden auch noch viel mehr gereist, vor allem Orte wie Kroatien, Indien und Brasilien haben es ihnen angetan.

Fogdal interessiert sich für Religionen, ist aber selber eher nicht religiös.

Die verrückteste Mahlzeit hatten sie in Amerika: „Das Verrückteste, was wir je gegessen haben, waren wahrscheinlich die ‚crispy pig ears‘, die waren sehr lecker. Die knusprigen Schweineohren schmecken ähnlich wie die Kruste eines Krustenbratens.“

Lektionen fürs Leben

In 52 Jahren auf der Welt und 25 Jahren bei der deutschen Minderheit hat Maike Fogdal viele Erfahrungen, positive sowie negative, sammeln können.

Für sich hat sie einen Leitspruch gefunden: „Alles wird gut. Ich glaube, die wichtigste Lektion, die ich in meinem Leben bis jetzt gelernt habe, ist es, immer positiv zu bleiben. Auch wenn man mal Gegenwind hat, am Ende wird immer alles gut.“