Visionsplan

Musikrat will die Szene in Apenrade revolutionieren

Musikrat will die Szene in Apenrade revolutionieren

Musikrat will die Szene in Apenrade revolutionieren

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Die Bigband Pianoforte der Staatsschule in Apenrade gehört mit ihren 38 Musikern zu den größten Dänemarks. Auch sie würde von einem Musikhaus profitieren können. Foto: Paul Sehstedt

Für die Amateur-Chöre und -Orchester in der Kommune sollen bessere Bedingungen geschaffen werden, um das hiesige Musikleben zu fördern.

Eine Revolution in der Musikszene steht bevor – eine kleine zumindest, falls die Visionen des kommunalen Musikrates in Apenrade umgesetzt werden können.

Dies geht aus einem Papier hervor, das das Gremium in der vergangenen Woche veröffentlichte und das sich mit den räumlichen Gegebenheiten für die Amateurmusiker in Chören und Orchestern beschäftigt.

Lebendige Musikszene

Für die rund 3.200 Fußballer in den Sportvereinen stehen 14 öffentliche Anlagen in der Kommune zur Verfügung; die etwa 1.000 ausübenden Musiker müssen sich indes mit dem Nygadehus in Apenrade als einzige Übungsstätte zufriedengeben.

„Wir haben natürlich nichts gegen den Sport, doch die Sportler akzeptieren auch keine kümmerlichen Anlagen“, ergänzt Ole Livbjerg Klitgaard, Musikratsvorsitzender, den Inhalt des Visionspapiers gegenüber dem „Nordschleswiger“. „Doch sind Garagen keine geeigneten Räume für Amateurorchester. Die Politiker müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine lebendige Musikszene auch gefördert werden muss, denn Musizieren ist gut für das mentale Wohlbefinden der Menschen. Daher brauchen wir dringend ein Musikhaus als eine sammelnde Übungsstätte. Eine musikalische Werkstatt sozusagen.“

Sønderjysk Amatørsymfoniorkester, kurz: SASO, übt an verschiedenen Orten in Apenrade, doch die Musiker, die aus dem ganzen Grenzland kommen, würden ein festes Zuhause für ihre Proben bevorzugen. Foto: Paul Sehstedt

Eine Million reicht nicht

„Der Nordschleswiger“: „Wie tief müssen die Kommunalpolitiker in die öffentlichen Taschen greifen, um vertretbare Bedingungen für die Musiker zu schaffen?“

„Die Frage ist, ob ein Neubau errichtet wird oder ob ein bestehendes Gebäude nach einer Instandsetzung den gleichen Zweck erfüllt“, erklärt Klitgaard. „Die Vorstellung, dass wir mit unter einer Million Kronen auskommen, können wir sofort vergessen, denn alle Bauvorschriften müssen eingehalten und die Wünsche der Musiker erfüllt werden.“

„Der Nordschleswiger“: „Dann bewegen wir uns bei mindestens sechs bis sieben Millionen Kronen?“

„Dieser Betrag ist realistisch eingeschätzt“, sagt der Musikratsvorsitzende. „Da viele Bürger im Musikleben aktiv sind, müssen die Kommune und die Politik sich zu einer Zukunft für die Musikzene bekennen. Ist der Wille vorhanden? Wir wünschen einen verstärkten und ganz innigen Dialog mit der Verwaltung und den Politikern, damit wir rechtzeitig die Weichen für eine positive Entwicklung stellen können und bevor die Musikszene auseinanderbricht.“

Ole Livbjerg Klitgaard, Vorsitzender des kommunalen Musikrates in Apenrade, wünscht sich von der Politik und der kommunalen Verwaltung ein festes Bekenntnis zur Förderung der lokalen Musikszene. Er selbst spielt Posaune und gehört unter anderem dem SASO-Orchester an. Foto: Paul Sehstedt

Die Standortfrage

„Der Nordschleswiger“: „Hat der Musikrat bereits Objekte ausgespäht, und wie soll das fertige Musikhaus eingerichtet sein?“

„Zu konkreten Gebäuden können wir augenblicklich nichts sagen, doch wir streben mindestens einen oder mehrere Probesäle von 200 bis 250 Quadratmetern Fläche und guter Höhe an, damit auch die größeren Ensembles dort üben können“, erläutert Klitgaard. „Könnten wir einen Konzertsaal bekommen, könnte der auch für die Proben genutzt werden. Mehrere kleinere Probenräume stehen auch auf der Liste sowie Depots für Noten, Instrumente und Möbel. Und natürlich eine Teeküche!“

Verbindliche Zusage erwünscht

In der Ideenskizze 2020 des kommunalen Musikrates wird beschrieben, dass das Musikhaus selbstverständlich akustisch aufgerüstet werden muss, falls die Entscheidung auf ein existierendes Objekt fallen wird.

„Der Nordschleswiger“: „Die Politiker werden im kommunalen Finanzhaushalt kaum größere Projekte stemmen können oder wollen. Auch in einem Wahljahr nicht.“

„Wir brauchen eine verbindliche Zusage“, fährt Klitgaard fort. „Nicht alles muss auf einmal umgesetzt werden. Etappenweise ist auch eine Möglichkeit. Die Anfangsphase muss jedoch eindrucksvoll sein, damit die Bürger verstehen, dass die Kommune ernsthaft hinter der Musikszene steht.“

Das Hinterland des Musikrates bilden über 20 größere Chöre und Orchester sowie zahlreiche Solisten und kleine Bands, die entweder in der Kommune Apenrade beheimatet sind oder dort arbeiten.

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