Umwelt

Ölverschmutzung des Hafens größer als erwartet: 200.000 Liter Diesel ausgetreten

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Amel Loncar entdeckte den Ölaustritt. Foto: Paul Sehstedt

Ein Angler entdeckte den Ölteppich und schlug Alarm. Der Treibstoff soll verdampfen, sagen die Behörden.

Die Ölverschmutzung am Apenrader Hafen ist größer als zunächst erwartet. Es dreht sich bei dem Leck um insgesamt 200.000 Liter Diesel – das entspricht etwa dem Tankinhalt von 4.500 Autos. Entdeckt wurde die Verschmutzung von Amel Loncar.

„Ich fuhr wie jeden Tag zum Angeln an die Förde, als mir beim Aussteigen aus dem Auto ein starker Dieselgeruch entgegenschlug“, berichtet der 35-jährige Bosnier Amel Loncar, der seit einem Monat frischverheiratet in Apenrade wohnt. „Erst dachte ich mir nicht viel dabei, aber als ich dann auf dem Kai stand, sah ich den Ölteppich und rief sofort die Polizei an.“ So wurde durch einen aufmerksamen Angler ein Treibstoffaustritt am DanBalt Tanklager am Østre Havnevej in Apenrade am Donnerstag gegen 12 Uhr entdeckt.

„Nicht auszudenken, wenn sich der Unfall nachts ereignet hätte“, spekuliert Amel Loncar weiter,“ und vorläufig werde ich hier nicht angeln können.“ Der 35-Jährige zeigt auf die Förde. „Als ich hier ankam, war der Ölfilm nur etwa einhundert Meter lang und jetzt eine Stunde später ragt er schon mehrere hundert Meter auf die Förde hinaus.“

Nachdem bei der Polizei die Meldung eingegangen war, rückten sowohl Brand og Redning Sønderjylland als auch Beredskabsstyrelsen mit Umweltschutzgerät an, unter anderem mit mehreren Fahrzeugen, die Ölsperren mitführten. Außerdem kamen zwei Boote zum Einsatz, um von Wasser aus sich ein Bild über das Ausmaß machen zu können.

Foto: Paul Sehstedt

Über die ausgetretene Menge konnte der Pressesprecher von Syd- og Sønderjyllands Politi, Mads Dollerup-Scheibel am späten Nachmittag keine Angaben machen. Das Leck war nach etwa einer Stunde lokalisiert und mit einer Ölsperre abgedichtet worden. „Der ausgetretene Kraftstoff wurde nicht mit ölzersetzenden Chemikalien bekämpft, da dies die Umwelt mehr belasten würde, als ihn einfach verdampfen zu lassen“, teilte der Pressesprecher mit.

Um das Verdampfen zu beschleunigen, wurde der Marineheimwehrkutter MHV903 Hjortø aus Rønne in die Apenrader Förde beordert. Dort sollte er den Ölteppich durchkreuzen. Gegen 16:30 Uhr befand sich der Kutter rund zweieinhalb Kilometer von der Austrittstelle entfernt.

Die Ölverschmutzung mit Diesel ist trotz des Umfangs nicht so schlimm wie vor drei Jahren als 3.000 Liter Fuel-Öl in den Hafen austraten.

Über die genaue Unfallursache konnte die Polizei keine Angaben machen und verwies darauf, dass die technischen Untersuchungen erst eingeleitet werden müssen.

Bei den Wassersportklubs am Strandvej herrschte wegen der Wasserverschmutzung keine Aufregung. „Das haben wir früher erlebt und nach zwei Tagen ist nichts mehr zu registrieren“, erzählte Knud Rasmussen vom Aabenraa Surfklub. „Wir bleiben dann eben an Land.“

Lediglich die Wasservögel können vom Dieselöl verschmutzt werden. Sollten Spaziergänger ölverschmierte Vögel finden, können sie sich an die Naturbehörde in Hadersleben wenden.

Mehr zum Thema: Ölverschmutzung im Apenrader Hafen hätte begrenzt werden können

Mehr lesen