Leitartikel

„Hand in Hand für Nordschleswig“

Hand in Hand für Nordschleswig

Hand in Hand für Nordschleswig

Nordschleswig/Sønderjylland
Zuletzt aktualisiert um:

Die Kommunen können nicht alles allein, und die Unternehmen ebenfalls nicht. Deshalb ist das Zusammenspiel zwischen öffentlicher und privater Hand wichtig. Und die Stimmung auch schreibt Chefredakteur Gwyn Nissen.

Nordschleswigs Kommunen schneiden bei der diesjährigen Zufriedenheitsstudie der Wirtschaft relativ gut ab. Alle vier Kommunen befinden sich in der besseren Hälfte der Statistik, und das ist positiv. Das war nämlich nicht immer so.

Die Kommunen sind jedes Jahr bei der Organisation Dansk Byggeri, dem Dachverband des Baugewerbes, auf dem Prüfstand. Es geht um Baugenehmigungen, Abfall, Ausschreibungen, kommunale Investitionen, Steuern und Arbeitsmarkt sowie Ausbildung und eine Menge von Unterpunkten.

Sonderburg – vor einigen Jahren fast ganz am Ende der Tabelle – kletterte in diesem Jahr auf Platz 12 empor (von 16 in 2019). Die Alsenmetropole hat sogar mehrere Top-Vier-Platzierungen in den einzelnen Kategorien (Baugenehmigung und Wirtschaftsabfälle).

Tondern fiel vom 9. Platz auf einen immer noch sehr achtbaren 18. Rang zurück, während Apenrade auf Platz 35 (34) fast im oberen Drittel zu finden ist und Hadersleben als 48. (45) immerhin noch in der oberen Tabellenhälfte mitspielt.

Also nicht ganz schlecht, aber noch mit Potenzial, die Stimmung bei den Wirtschaftsleuten auszubauen.

Es ist nicht ohne Bedeutung, wie die Wirtschaft die eigene Kommune und deren Verwaltung bewertet. Es geht dabei nicht nur um Anziehungskraft neuen Firmen gegenüber, sondern vor allem darum, dass die Kommunen vor Ort ihren Wirtschaftsunternehmen die bestmöglichen Rahmen bieten sollten.

Denn die Kommunen sind nicht nur Kontrolleure, sie sind auch ein entscheidender Servicepartner der Unternehmen. Viele Schnittstellen laufen bei der Kommune zusammen, und deswegen werden sie auch anhand von 22 Punkten gemessen.

Es ist ein Kampf alle gegen alle: Jede Kommune tut alles, um ihr Image zu verbessern – sogar die, die schlecht abschneiden. Natürlich können nicht alle 98 dänische Kommunen ganz oben in der Top 10 stehen, aber der Unterschied zwischen Sonderburgs 12. Platz und Haderslebens Rang 48. ist dennoch zu groß.

Es dürfte eigentlich keinen wesentlichen Unterschied zwischen den vier Kommunen in der Grenzregion geben. Warum treten sie nicht einheitlich auf, indem die Kommunen in Nordschleswig der Wirtschaft gegenüber den gleichen guten Service bieten? Das wäre ein starkes Signal – nicht nur an die heimische Wirtschaft, sondern an das gesamte Land.

Daher liegt das Potenzial nicht nur darin, dass die einzelne Kommune es besser machen kann, sondern vor allem darin, dass Nordschleswig besser zusammenarbeitet, um den Service zu verbessern. Dann macht es am Ende nichts aus, wer auf Platz eins und wer an vierter Stelle liegt – Hauptsache Nordschleswig liegt oben.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Reden wir darüber“