Leserbrief

„Weniger Gülle und Mist – dennoch neue Biogasanlage“

Veröffentlicht Geändert

Andreas Born, der in Westerterp ein Haus besitzt, ist Gegner des geplanten Biogaswerks. Er vermisst seitens des Unternehmens Nature Energy detaillierte Belege über die Quellen für die Biomasse. Weniger Gülle und Mist von der Landwirtschaft – und trotzdem noch eine weitere Biogas-Anlage in Nordschleswig? Das kann böse enden, meint er.

Das Unternehmen „Nature Energy“ will am Vinumvej, der Landstraße 401 zwischen Lügumkloster und Scherrebek, eine Biogas-Anlage errichten. Ein gigantisches Projekt, mitten in der Landschaft: auf 30 Hektar Fläche sollen mindestens zwölf 30 Meter hohe Tanks und ein noch höherer Schornstein entstehen! Die Anlage soll pro Jahr 850.000 Tonnen Biomasse verarbeiten, zu zwei Dritteln bestehend aus Gülle und Mist von der regionalen Landwirtschaft. So zumindest wird es im Bauantrag zugesichert, der der Kommune Tondern zur Entscheidung vorliegt.

Bei einem Projekt dieser gigantischen Größenordnung sollte man erwarten, dass „Nature Energy“ detaillierte Belege über die Quellen für die Biomasse vorlegt. Aber eine solche Dokumentation fehlt in den Unterlagen völlig. „Nature Energy“ scheint es wohl selbst nicht zu wissen. Denn statt Zahlen und Fakten gibt es in den Unterlagen dazu nur Einschätzungen – „det vurderes…“

Und wenn es nun eine Fehl-Einschätzung ist? Das könnte leicht sein. Denn in der Region geht der Viehbestand der Bauern zurück. Gülle und Mist werden weniger – während die Biogasanlagen immer mehr werden! Allein in Nordschleswig gibt es bereits 17 solcher Anlagen. Und jetzt käme diese Giga-Anlage hinzu…

Wird es für die neue Anlage also genug Biomasse aus der Region geben? Oder müsste Material von weit her herangekarrt werden? Das wäre ganz und gar nicht ökologisch. Und eine Geister-Industrieanlage, die mangels Biomasse außer Betrieb ist, will ja auch keiner haben.

Der Stadtrat sollte deshalb die klare Forderung stellen: Entweder präsentiert „Nature Energy“ eine solide Dokumentation, von wo und wem die Biomasse bezogen werden kann. Oder der Bauantrag wird abgelehnt.

Andreas Born
Wester Terp